Ausstellung

Ganz nah dran

Ganz nah dran

Neue Ausstellung des Anne-Frank-Zentrums

Im Anne-Frank-Zentrum in der Rosenthaler Straße wurde am vergangenen Freitag die neue Dauer-Ausstellung »Anne Frank. hier & heute« feierlich mit einem neuen Ausstellungskonzept eröffnet. In modernem, fast kühlem Ambiente werden die Besucher knapper als bisher über Anne Franks Leben informiert. Auf wenigen Tafeln sind vor allem Zitate aus dem Tagebuch des Mädchens ohne viele weitere Kommentare mit passenden Bildern illustriert. »Ohne Vorbildung kommt man hier nicht weit«, gesteht eine Mitarbeiterin der Ausstellung ein. Man richte sich aber mit dem neuen Konzept vor allem an geführte Jugendgruppen. Der biographische Teil nimmt wenig Fläche ein.
Stattdessen verwenden die Ausstellungsmacher viel Platz dafür, Anne Franks Geschichte in den Kontext von Problemen heutiger Jugendlicher zu setzen. Ausstellungsmacher Patrick Siegele hat fünf Berliner Jugendliche in die Konzeption der Ausstellung einbezogen. »Im Prinzip werden Jugendliche heute von den gleichen Problemen und Ängsten geplagt wie Anne Frank«, sagt Siegele. Damit meine er nicht die Verfolgung durch die Nazis, sondern die vielen jugendbezogenen Themen, die die 15-jährige in ihrem Tagebuch erwähne. Im größten Teil der Ausstellung befinden sich »Inseln«, bunte, abgetrennte Räume, die assoziativ gefundene Begriffe aus den Lebenswelten der fünf Jugendlichen in den Kontext des Lebens der Anne Frank stellen. Gerade weil hier komplexe Themen angesprochen werden, ist es bedauerlich, daß es den Ausstellungsmachern nicht gelungen ist, eine klare Abgrenzung zwischen der existenziellen Bedrohung, mit der Anne Frank kämpfen mußte, und den alltäglichen Problemen der fünf Berliner Jugendlichen zu ziehen.
Ein dritter Teil behandelt die Verbreitung und Rezeption des 1947 erstmals veröffentlichten Tagebuchs. Durchweg gelungen sind Audioterminals und das Angebot zur Ausstellung im Internet.
Vielleicht wird es der Ausstellung gerade wegen ihrer verwischten Grenzen gelingen, Jugendliche für das Los der Anne Frank zu interessieren. Johannes Boie

Diplomatie

Israels Präsident begrüßt ersten Botschafter Somalilands

Als weltweit erstes Land hatte Israel vor einem halben Jahr die muslimisch geprägte Region im Norden Somalias als unabhängigen Staat anerkannt. Jetzt kommt der erste Botschafter nach Israel

 18.05.2026

Internationaler Strafgerichtshof

Bericht: Geheime internationale Haftbefehle gegen Ben-Gvir und andere

»Haaretz« berichtet über mögliche neue Schritte gegen mehrere israelische Minister und Militärvertreter

von Sabine Brandes  17.05.2026

Stuttgart

Die Vorfreude steigt

Die Jüdische Allgemeine berichtet weiterhin live von der Jewrovision. Die Jugendzentren sind inzwischen nach und nach angekommen, das Madrichim-Team empfängt die Teilnehmerinnen und Teilnehmer vor Ort. Die Vorfreude auf die Show steigt!

 15.05.2026

Genf

Döpfner fordert beim World Jewish Congress entschlossenen Kampf gegen Antisemitismus

Mit Blick auf die Hamas-Massaker vom 7. Oktober kritisiert der Springer-Chef die Reaktion: »Unmittelbar nachdem die Bilder der Opfer zu sehen waren, begann die Verharmlosung.«

 12.05.2026

In eigener Sache

Wir suchen Verstärkung

Wir suchen zum 1. Juli 2026 einen Politik-Redakteur (m/w/d) in Vollzeit

 07.05.2026

Jerusalem

Israel fordert von Großbritannien mehr Einsatz gegen Antisemitismus

Nach einem weiteren Terrorangriff auf Juden wirft Jerusalem London vor, die Lage nicht mehr unter Kontrolle zu haben. Präsident Herzog: »Es ist an der Zeit, dass die Welt aufwacht.«

 30.04.2026

Polen

Israel fordert Konsequenzen nach Eklat mit Hakenkreuz-Flagge

Im Parlament hatte ein rechtsradikaler Abgeordneter eine israelische Flagge mit einem Hakenkreuz an Stelle des Magen David gezeigt

 22.04.2026

Brüssel

Deutschland und Italien bremsen EU-Vorstoß gegen Israels Assoziierungsabkommen

Spanien, Slowenien und Irland fordern eine Debatte über das Abkommen. Außenminister Wadephul bezeichnet den Vorstoß als »unangemessen«

 22.04.2026

Berlin

Urteil zu Angriff auf Lahav Shapira erwartet

Nach einem antisemitischen Angriff auf einen jüdischen Studenten in Berlin ist der Fall neu vor Gericht verhandelt worden. Im Mittelpunkt des Berufungsverfahrens steht die Höhe der Strafe. Ein Urteil wird am Montag erwartet

 13.04.2026 Aktualisiert