Saarland

Fonds für Opfer rassistischer Gewalt geplant

Anke Rehlinger (SPD), Ministerpräsidentin des Saarlandes Foto: picture alliance / PIC ONE

Saarland

Fonds für Opfer rassistischer Gewalt geplant

»Das ist keine Ersatzleistung, sondern eine Anerkennungsleistung«, sagt Ministerpräsidentin Anke Rehlinger (SPD)

 13.06.2023 12:59 Uhr

Die saarländische Ministerpräsidentin Anke Rehlinger (SPD) hat einen Entschädigungsfonds für die Opfer von schweren Gewalttaten mit rassistischem, antisemitischem, extremistischem oder terroristischem Hintergrund angekündigt. Kein Geld der Welt könne entstandenes Leid ungeschehen machen, sagte sie am Dienstag in Saarbrücken.

»Das ist keine Ersatzleistung, sondern es ist eine Anerkennungsleistung.« Hintergrund der Einrichtung ist der zurzeit vorm Koblenzer Oberlandesgericht verhandelte Brandanschlag auf eine Saarlouiser Flüchtlingsunterkunft im Jahr 1991.

Die Landesregierung sei momentan dabei, Regelungen zu formulieren, die sich an denen in Hessen orientierten, erläuterte Rehlinger. Demnach stehen Opfern im Regelfall 10.000 Euro zu, bei schwerwiegenden Schäden mit dauerhaften Folgen 30.000 Euro und bei besonderen Härtefällen wie etwa dem Tod 100.000 Euro, in diesem Fall für die Angehörigen. Es sei ein Opferentschädigungsbeirat geplant, der Einzelfallentscheidungen treffe.

Tiefe Wunde »Der rassistisch motivierte Anschlag 1991 auf Samuel Kofi Yeboah ist nach meiner Einschätzung bis zum heutigen Tag eine tiefe Wunde im kollektiven Gedächtnis des Saarlandes«, erklärte Rehlinger. Neben der juristischen brauche es auch eine behördliche und politische Aufarbeitung. SPD- und CDU-Fraktion im saarländischen Landtag richteten in dieser Woche einen Untersuchungsausschuss ein. Die Opfer und Angehörigen bitte sie um Entschuldigung für die Fehler der damaligen Zeit, unterstrich die SPD-Politikerin.

In den frühen Morgenstunden des 19. September 1991 soll der Angeklagte Peter S. laut Bundesanwaltschaft mithilfe eines Benzinkanisters einen Brand in einem Wohnheim für Asylbewerber gelegt haben. Bei dem Anschlag kam der damals 27-jährige Ghanaer Samuel Kofi Yeboah ums Leben. Zwei weitere Menschen retteten sich durch Sprünge aus dem Fenster und erlitten Knochenbrüche. Die übrigen 18 Bewohner konnten sich unverletzt in Sicherheit bringen.

Nach anfangs von den Behörden eingestellten Ermittlungen läuft die Gerichtsverhandlung gegen Peter S. seit November 2022. In der vergangenen Woche wurde ein weiterer Tatverdächtiger festgenommen. epd

Bayern

Innenminister Herrmann geht von Brandanschlägen auf Rüstungsunternehmen aus

Nach einer Brandattacke auf eine Münchner Baustelle geht Bayerns Innenminister Herrmann von einem Anschlag mit politischem Hintergrund aus - und sieht ein größer werdendes Risiko

 03.09.2026

Berlin

Chabad-Gemeinde feiert 30-jähriges Bestehen

Musik, Street-Food und ein Festakt: Die jüdische Chabad-Gemeinde in Berlin hat ihr 30-jähriges Jubiläum gefeiert. Dabei gab es auch einen virtuellen Ausblick auf ein großes Bauprojekt, das nächstes Jahr starten soll

 30.08.2026

Westjordanland

Auslandspresseverband in Israel fordert Schutz für Journalisten

Gewalttätige Siedler attackieren US-Journalisten im Westjordanland – der Auslandspresseverband warnt vor einem gefährlichen Trend

 30.08.2026

Antisemitismus

Ire in Frankreich verhaftet, nachdem er gedroht hatte, jüdisches Paar zu ermorden

Nachdem der Australier und seine Frau aus dem Tunesien-Urlaub zurück waren, gingen sie zur Polizei

 27.08.2026

Desinformation

Was steckt hinter dem International Burke Institute?

Die KI-Firma OpenAI hat nach eigenen Angaben eine verdeckte russische Beeinflussungskampagne aufgedeckt, die sich als israelisch inszeniert haben soll

 26.08.2026

Würdigung

Hamburg ehrt Esther Bejarano und Jina Mahsa Amini

In der Hansestadt gibt es künftig eine Esther-Bejarano-Straße und einen Jina-Mahsa-Amini-Park

 24.08.2026

Nahost

Israel soll Militärflugplatz in Nordsyrien attackiert haben

Israel hat seit dem Umsturz wiederholt auch Ziele in Syrien ins Visier genommen. Nun wird ein erneuter Angriff gemeldet. Der US-Sondergesandte für Syrien übt deutliche Kritik

 18.08.2026

Vandalismus

Deportationsmahnmal in Berlin beschmiert

Das Denkmal an der Putlitzbrücke soll an die über 30.000 Juden erinnern, die zu NS-Zeiten vom benachbarten Moabiter Güterbahnhof aus in Konzentrationslager deportiert wurden

 18.08.2026

Sachsen-Anhalt

Gericht: AfD-Mitgliedern kann Waffenbesitzkarte entzogen werden

Mitglieder und Unterstützer der AfD in Sachsen-Anhalt haben gegen den Entzug ihrer Waffenbesitzkarte geklagt. Das Verwaltungsgericht Magdeburg wies die Klage ab. Nun entschied das Oberverwaltungsgericht.

 10.08.2026