Paul Spiegel sel. A.

Er fehlt

von Jan Popp-Sewing

Die Lücke, die Paul Spiegel in Nordrhein-Westfalen hinterlassen hat, ist groß. Am 30. April 2006 starb er. Ein Jahr ist vergangen, in dem die vielen Ämter, die er inne hatte, neu besetzt werden mussten. Seit den 60er Jahren war Spiegel in der Düsseldorfer Gemeinde engagiert. Von 1984 bis 2002 war er ihr Vorsitzender und Ehrenvorsitzender und saß im Gemeinderat. Selbst als Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland fand er noch Zeit, in vielen Institutionen federführend tätig zu sein: vom WDR-Rundfunkrat bis zum Landesverband der jüdischen Gemeinden von Nordrhein. Mit seiner Frau Gisèle war er stets im Düsseldorfer Gemeindeleben präsent.
Um seine vielschichtige Arbeit weiterzuführen, ist der Einsatz vieler Menschen notwendig. Das ist in den vergangenen zwölf Monaten nur allzu deutlich geworden. Fast auf den Tag genau ein Jahr nach Spiegels Tod wird am Wochenende in der NRW-Landeshauptstadt des Verstorbenen gedacht. Auf dem jüdischen Friedhof, wo Spiegel die letzte Ruhe gefunden hat, wird der Grabstein gesetzt. Mitte Juni soll es eine Gedenkfeier in größerem Rahmen geben. Dann soll der Platz vor dem Düsseldorfer Gemeindezentrum nach Paul Spiegel benannt werden. Der genaue Termin steht noch nicht fest. Die Gemeinde lässt bis dahin ihre Stempel und Briefköpfe umstellen und informiert Partner und Freunde in aller Welt über die neue Anschrift »Paul-Spiegel-Platz 1«.
Eine besondere Würdigung erfährt Paul Spiegel seit dem Wintersemester durch eine nach ihm benannte Vorlesung an der Philosophischen Fakultät der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. 2004 erhielt er von ihr die Ehrendoktorwürde und hielt die Vorlesung »Vergangenheit und Gegenwart jüdischen Lebens in Deutschland«. Ende Januar hielt nun die Chassidismus-Expertin Ada Rapoport-Albert vom University College London die erste »Paul-Spiegel-Vorlesung«. Im halbjährlichen Turnus sollen international bekannte Persönlichkeiten aus dem Bereich der jüdischen Studien für eine Vorlesung nach Düsseldorf kommen. Ermöglicht wird dies durch eine Zuwendung der Moe-Radzyner-Stiftung Brückenschlag.
In vielen jüdischen und christlichen Vereinen und Initiativen wird Paul Spiegels Stimme vermisst. Den Vorsitz des Landesverbandes der jüdischen Gemeinden von Nordrhein hat inzwischen Esra Cohn übernommen. Wie Spiegel war auch er vorher Vorsitzender des Düsseldorfer Gemeinderats.
Im Amt als Vertreter der jüdischen Gemeinden im WDR-Rundfunkrat folgte dem verstorbenen Zentralratspräsidenten im vergangenen August Hanna Sperling nach. Sie gehört ebenfalls dem Präsidium des Zentralrats an und ist Vorsitzende des Landesverbands der jüdischen Gemeinden von Westfalen-Lippe. Auch Spiegels Sitz im Düsseldorfer Gemeinderat wurde nach den turnusmäßigen Neuwahlen am 1. November 2006 neu besetzt.

Diplomatie

Israels Präsident begrüßt ersten Botschafter Somalilands

Als weltweit erstes Land hatte Israel vor einem halben Jahr die muslimisch geprägte Region im Norden Somalias als unabhängigen Staat anerkannt. Jetzt kommt der erste Botschafter nach Israel

 18.05.2026

Internationaler Strafgerichtshof

Bericht: Geheime internationale Haftbefehle gegen Ben-Gvir und andere

Haaretz berichtet über mögliche neue Schritte gegen mehrere israelische Minister und Militärvertreter

von Sabine Brandes  17.05.2026

Stuttgart

Die Vorfreude steigt

Die Jüdische Allgemeine berichtet weiterhin live von der Jewrovision. Die Jugendzentren sind inzwischen nach und nach angekommen, das Madrichim-Team empfängt die Teilnehmerinnen und Teilnehmer vor Ort. Die Vorfreude auf die Show steigt!

 15.05.2026

Genf

Döpfner fordert beim World Jewish Congress entschlossenen Kampf gegen Antisemitismus

Mit Blick auf die Hamas-Massaker vom 7. Oktober kritisiert der Springer-Chef die Reaktion: »Unmittelbar nachdem die Bilder der Opfer zu sehen waren, begann die Verharmlosung.«

 12.05.2026

In eigener Sache

Wir suchen Verstärkung

Wir suchen zum 1. Juli 2026 einen Politik-Redakteur (m/w/d) in Vollzeit

 07.05.2026

Jerusalem

Israel fordert von Großbritannien mehr Einsatz gegen Antisemitismus

Nach einem weiteren Terrorangriff auf Juden wirft Jerusalem London vor, die Lage nicht mehr unter Kontrolle zu haben. Präsident Herzog: »Es ist an der Zeit, dass die Welt aufwacht.«

 30.04.2026

Polen

Israel fordert Konsequenzen nach Eklat mit Hakenkreuz-Flagge

Im Parlament hatte ein rechtsradikaler Abgeordneter eine israelische Flagge mit einem Hakenkreuz an Stelle des Magen David gezeigt

 22.04.2026

Brüssel

Deutschland und Italien bremsen EU-Vorstoß gegen Israels Assoziierungsabkommen

Spanien, Slowenien und Irland fordern eine Debatte über das Abkommen. Außenminister Wadephul bezeichnet den Vorstoß als »unangemessen«

 22.04.2026

Berlin

Urteil zu Angriff auf Lahav Shapira erwartet

Nach einem antisemitischen Angriff auf einen jüdischen Studenten in Berlin ist der Fall neu vor Gericht verhandelt worden. Im Mittelpunkt des Berufungsverfahrens steht die Höhe der Strafe. Ein Urteil wird am Montag erwartet

 13.04.2026 Aktualisiert