Happening

Eintritt: ein Schekel

Eintritt:
ein Schekel

Musikalisches Happening mit
sozialem Bewusstsein

von Sabine Brandes

Für 17 Cent kann man einen ganzen Abend lang seine Lieblingsstars sehen und hören. Ha’Dag Nachasch, Synergia, Mosch Ben Ari, Fortis-Sacharof und viele andere. Sogar alle auf einmal. Beim »Festival B’Schekel« treten Israels Topacts fast zum Nulltarif auf. Für das Grundrecht eines jeden auf Kunst und gute Musik. So oder ähnlich hat es einmal Shaanan Street, Leadsänger der Hip-Hop-Band »Ha’Dag Nachasch«, ausgedrückt.
Es ist ein Happening mit sozialem Bewusstsein. Seit vier Jahren findet es mit den großen Stars der Musikszene in den Randgebieten des Landes statt. Dieses Jahr rockte es in Pardess Hanna, Netiwot und Beit Schemesch, in den vergangenen Sommern waren Migdal Ha’Emek, Kiriat Gat, einige der ärmeren Viertel Jerusalems, Dimona und Bat Jam dran. Im Januar dieses Jahres traten Bands außerdem in Kiriat Schmona unweit der libanesischen Grenze auf, um sich nach dem Krieg des vergangenen Sommers mit den Bewohnern des Nordens solidarisch zu zeigen.
Und tatsächlich ist alles, was man braucht, ein einziger Schekel, ein paar Freunde für den Spaß und etwas Mückenschutz. Die Partylaune kommt von ganz allein, denn in den lauen israelischen Sommernächten und fast umsonst lässt es sich besonders gut feiern. Egal wie berühmt, alle Musiker treten kostenlos auf. In Pardess Hanna kündigte dieses Jahr Modi Bar-On die Musiker an. Sehr zur Erheiterung der zahlreichen Gäste hat der grau melierte Sportreporter und Werbestar nicht nur den Schalk im Nacken, wenn es um Fußball geht. Auch Bar-On trat ohne einen Schekel Gage auf. »Es verbindet sie alle der Spaß an der Freude«, weiß Merav Levy vom Gemeindezentrum und zuständig für die Organisation des 2007er-Festivals. »Das ist das Besondere am Festival B’Schekel. Einige tun sich zusammen und arbeiten gemeinsam, damit eine Menge Leute großen Spaß haben.«
Die Veranstaltungen finden in sozial schwächeren Gegenden statt, die normalerweise keinen ausgeprägten Zugang zu Kultur haben. Jeder soll die Möglichkeit haben, gute Musik zu hören – auch ohne viel Geld in der Tasche. Neben den Konzerten gibt es Straßentheater, Aktivitäten für Kinder und Künstler, die ihre Arbeiten vorstellen. Möglich gemacht werden die Festivals vor allem durch die Zusammenarbeit der Künstler mit den Gemeinden. Besonders hilfreich sind die Jugendorganisationen, allen voran die israelische Variante der Pfadfinder. Sie helfen bei der Or-
ganisation, beim Aufbau, sammeln am Eingang die Schekel ein und sorgen dafür, dass die Umgebung nach den Konzerten wieder müllfrei wird.
Jeden Sommer mit dabei ist die Band Ha’Dag Nachasch, in Israel schon seit Jahren ganz oben in den Hitparaden. Aus Überzeugung, dass dies die richtige Art ist, »Musik unters Volk zu bringen« und zudem, da die Ehefrau des Sängers Street eine der Hauptorganisatorinnen ist. In ei-
nem ihrer berühmtesten Songs, »Rak poh – nur hier«, beschreiben die politisch engagierten Musiker, wie sie, obwohl das Leben in Amerika oder Europa so viel einfacher sein könnte, nur in Israel leben wollen. Trotz Armeedienst, ständiger Sicherheitschecks, wirtschaftlicher Schwierigkeiten und moralischer Konflikte. Und vielleicht auch ein wenig wegen der Stimmung beim Festival B’Schekel.

Brandenburg

»Was soll der Scheiß?«: Nach Brandanschlag - Büttner übt scharfe Kritik an Linken-Spitze

Die Hintergründe

 10.01.2026

Brandenburg

Generalstaatsanwaltschaft übernimmt Ermittlungen nach Anschlag auf Büttner

Nach dem Brandanschlag und die Morddrohung gegen den Antisemitismusbeauftragten haben die Ermittler eine Belohnung in Höhe von 10.000 Euro für Hinweise ausgesetzt

 07.01.2026

Potsdam

Antisemitismusbeauftragter erhöht Sicherheitsvorkehrungen

Brandenburgs Antisemitismusbeauftragter Andreas Büttner ist immer wieder Drohungen ausgesetzt. Nach einem Brandanschlag und einer Morddrohung per Brief verschärft er nun Sicherheitsmaßnahmen. Die Solidaritätsbekundungen für ihn reißen nicht ab

 07.01.2026

Westjordanland

Netanjahu schreibt Siedlergewalt einer »Handvoll Kids« zu

Nach Kritik der Trump-Regierung an Israels Vorgehen in der Westbank wiegelt Israels Premierminister ab - und zieht noch mehr Kritik auf sich

 01.01.2026

Israel

Israel führt Gedenktag für marokkanische Juden ein

Die Knesset hat beschlossen, einen Tag zur Erinnerung an die marokkanisch-jüdische Einwanderung zu schaffen

 31.12.2025

Gaza

37 Hilfsorganisationen in Gaza und im Westjordanland droht Lizenz-Entzug

Israel will sich vor Terrorverbindungen in Hilfsorganisationen schützen. Die Einrichtungen warnen vor humanitären Konsequenzen

 31.12.2025

Bulletin

Terrorangriff in Sydney: 20 Verletzte weiter im Krankenhaus

Fünf Patienten befinden sich nach Angaben der Gesundheitsbehörden in kritischem Zustand

 17.12.2025

Terror

Polizei: 9 Tote bei Angriff in Sydney

Was bislang bekannt ist - und was nicht

 14.12.2025

Sydney

Jewish organizations decry the »scourge« of antisemitism

This time the focus is on Australia. It is hosting a conference of the international Jewish initiative »J7.« The group is presenting figures on Jew-hatred on the continent – and speaks of historic highs.

von Leticia Witte  03.12.2025