Synagogenbau

Ein Haus für Schwerin

Ein Haus für Schwerin

Stadt will Synagogenbau
unterstützen

von Axel Seitz

Der geplante Neubau einer Synagoge in Schwerin ist vertraglich besiegelt worden. Das Land, die Kommune und der Landesverband der Jüdischen Gemeinden in Mecklenburg-Vorpommern unterzeichneten am Montag in der Landeshauptstadt eine entsprechende Vereinbarung. Dieser Vertrag sei ein »positives Signal« und suche seinesgleichen, sagte Bildungsminister Henry Tesch (CDU). Das neue Bethaus soll 150 Menschen Platz bieten und am historischen Standort der früheren Synagoge am Schlachtermarkt errichtet werden.
Schon vor zwei Jahren schienen die Pläne für den Bau unter Dach und Fach zu sein. Hoffnungen wurden in der jüdischen Gemeinde geweckt, doch seitdem tat sich in der Stadt wenig. Zwischendurch hieß es, die jüdische Gemeinde erhielte eine ehemalige Berufsschule oder eine andere städtische Immobilie. Errechnete Umbaukosten entpuppten sich als nicht seriös. Hinzu kam, dass das Thema »Jüdisches Gemeindezentrum« in der Schweriner Kommunalpolitik bisher nicht Chefsache war.
Im Gegensatz zur Stadt konnte sich die Gemeinde jedoch der Unterstützung des Landes und des Fördervereins Jüdisches Gemeindezentrum sicher sein. Seit mehreren Jahren steht die Zusage, dass aus dem Etat des Kultusministeriums 600.000 Euro für den Bau einer Synagoge bereitgestellt werden. Es fehlte die Zusage der Stadt.
Gebaut werden soll die Synagoge auf historischem Platz, im Garten des jetzigen Hauses am Schlachtermarkt. Architekt und Gemeindemitglied Garri Alexandrow spricht deshalb von einem »Wiederaufbau der Synagoge auf unserem Gemeindegrundstück«. Alexandrow entwarf ein 15 mal 12 Meter großes Gebäude. Der Dachabschluss soll die Form eines Davidsterns haben und damit ein unübersehbares Zeichen sein.
Die Grundfläche der neuen Synagoge entspricht fast genau den Maßen jener, die bis zur Pogromnacht 1938 in der Schweriner Altstadt stand. Seit der Einweihung 1819 feierten die Schweriner Juden in dem Fachwerkbau ihre Gottesdienste, 1938 dann verwüsteten Nazis die Synagoge, wenige Tage später mussten die Juden selbst das Haus abreißen.
Der jetzt geplante Neubau könnte nach Auskunft von Ulrich Hojczyk vom Kultusministerium zum 70. Jahrestag der Pogromnacht fertig sein. Noch mag Valerie Bunimov vom Vorstand der Jüdischen Gemeinde nicht daran denken. Doch trotz der vielen Gespräche der vergangenen Jahre, der Zu- wie auch Absagen und veränderten Vorstellungen, betont er: »Ich hoffe, wir bekommen 2008 eine Synagoge, dass wäre sehr gut für die Gemeinde und alle Juden in Schwerin.« Für Gottesdienste nutzt die Gemeinde mit ihren mehr als 1.000 Mitgliedern einen mit 40 Plätzen viel zu kleinen Betraum. In der neuen Synagoge werden künftig rund 100 Menschen Platz finden.
Bereits in diesen Tagen werden die Vorderhäuser des Ensembles saniert, denn ihre Bausubstanz ist seit Jahren in einem erschreckenden Zustand. Der Zentralrat der Juden in Deutschland griff der Schweriner Gemeinde aus diesem Grund bereits finanziell unter die Arme. Im kommenden Frühjahr soll der Grundstein gelegt werden.

Brandenburg

»Was soll der Scheiß?«: Nach Brandanschlag - Büttner übt scharfe Kritik an Linken-Spitze

Die Hintergründe

 10.01.2026

Antisemitismus

Die kruden Thesen eines AfD-Abgeordneten

Ein AfD-Parlamentarier teilte einen Instagram-Post, in dem die Rothschild-Familie mit dem Untergang der »Titanic« 1912 in Verbindung gebracht wird

 08.01.2026

Brandenburg

Generalstaatsanwaltschaft übernimmt Ermittlungen nach Anschlag auf Büttner

Nach dem Brandanschlag und die Morddrohung gegen den Antisemitismusbeauftragten haben die Ermittler eine Belohnung in Höhe von 10.000 Euro für Hinweise ausgesetzt

 07.01.2026

Potsdam

Antisemitismusbeauftragter erhöht Sicherheitsvorkehrungen

Brandenburgs Antisemitismusbeauftragter Andreas Büttner ist immer wieder Drohungen ausgesetzt. Nach einem Brandanschlag und einer Morddrohung per Brief verschärft er nun Sicherheitsmaßnahmen. Die Solidaritätsbekundungen für ihn reißen nicht ab

 07.01.2026

Westjordanland

Netanjahu schreibt Siedlergewalt einer »Handvoll Kids« zu

Nach Kritik der Trump-Regierung an Israels Vorgehen in der Westbank wiegelt Israels Premierminister ab - und zieht noch mehr Kritik auf sich

 01.01.2026

Israel

Israel führt Gedenktag für marokkanische Juden ein

Die Knesset hat beschlossen, einen Tag zur Erinnerung an die marokkanisch-jüdische Einwanderung zu schaffen

 31.12.2025

Gaza

37 Hilfsorganisationen in Gaza und im Westjordanland droht Lizenz-Entzug

Israel will sich vor Terrorverbindungen in Hilfsorganisationen schützen. Die Einrichtungen warnen vor humanitären Konsequenzen

 31.12.2025

Bulletin

Terrorangriff in Sydney: 20 Verletzte weiter im Krankenhaus

Fünf Patienten befinden sich nach Angaben der Gesundheitsbehörden in kritischem Zustand

 17.12.2025

Terror

Polizei: 9 Tote bei Angriff in Sydney

Was bislang bekannt ist - und was nicht

 14.12.2025