„Red“ Auerbach

Der Herr der Körbe

von Sylke Tempel

Das war das berüchtigte Zeichen für alle Gegner der »Boston Celtics«: Wenn Arnold »Red« Auerbach sich noch während des Spiels eine Zigarre der Marke Hoyo de Monterrey anzündete, dann war das Spiel gelaufen und der Sieg gehörte den Basketballern aus Boston. Vielleicht lag es an dieser Angewohnheit, daß Auerbach ohne Zigarre selten zu sehen war. Denn er galt als echte Sportlegende. 1980 wurde er zum erfolgreichsten Basketballtrainer aller Zeiten gekürt. Ein Jahr zuvor war er in die »International Jewish Sports Hall of Fame« aufgenommen worden und 1996 in die »National Jewish Sports Hall of Fame«.
Geboren 1917 in Brooklyn, übernahm er 1950 die »Boston Celtics«, um sie zu einer zuvor nie dagewesenen Siegesserie zu führen. Neun Mal gewann das Team zwischen 1950 und 1966 die NBA-Meisterschaft, acht Mal davon in Folge. Ganz nebenbei hatte er auch noch für einen poli- tischen Skandal gesorgt, weil er als erster Trainer afro-amerikanische Spieler in sein Team aufnahm. Für den in den fünfziger Jahren noch überwiegend »weißen Sport« Basketball galt das als heiß debattiertes Politikum.
Nicht, daß Auerbach sich davon stören ließ. Man kannte das Temperament des »Rotschopfs, bevor ich alle Haare verlor« (Auerbach über sich und die Herkunft seines Spitznamens »Red«), seine Ausbrüche, die Leidenschaft, mit der er sein Team vom Spielfeldrand aus anleitete. Und die er ganz gewiß nicht zügelte, wenn er als Präsident der Celtics von 1966 bis 1997 die Spiele von einem Ehrenplatz aus verfolgte.
Die neue Saison der National Basketball League erlebte Auerbach nicht mehr. Er erlag am 28.Oktober, kurz nach seinem 89. Geburtstag, einem Herzinfarkt.

TV-Tipp

Als David Bowie weinte: Arte-Doku beleuchtet die Schattenseiten eines musikalischen Genies

Oft feiern Filmporträts ihre Protagonisten mehr oder weniger unkritisch. Eine Arte-Doku über Popstar David Bowie wählt einen anderen Weg - und ist genau deshalb so gelungen

von Manfred Riepe  14.01.2026

Brandenburg

»Was soll der Scheiß?«: Nach Brandanschlag - Büttner übt scharfe Kritik an Linken-Spitze

Die Hintergründe

 10.01.2026

Antisemitismus

Die kruden Thesen eines AfD-Abgeordneten

Ein AfD-Parlamentarier teilte einen Instagram-Post, in dem die Rothschild-Familie mit dem Untergang der »Titanic« 1912 in Verbindung gebracht wird

 08.01.2026

Brandenburg

Generalstaatsanwaltschaft übernimmt Ermittlungen nach Anschlag auf Büttner

Nach dem Brandanschlag und die Morddrohung gegen den Antisemitismusbeauftragten haben die Ermittler eine Belohnung in Höhe von 10.000 Euro für Hinweise ausgesetzt

 07.01.2026

Potsdam

Antisemitismusbeauftragter erhöht Sicherheitsvorkehrungen

Brandenburgs Antisemitismusbeauftragter Andreas Büttner ist immer wieder Drohungen ausgesetzt. Nach einem Brandanschlag und einer Morddrohung per Brief verschärft er nun Sicherheitsmaßnahmen. Die Solidaritätsbekundungen für ihn reißen nicht ab

 07.01.2026

Westjordanland

Netanjahu schreibt Siedlergewalt einer »Handvoll Kids« zu

Nach Kritik der Trump-Regierung an Israels Vorgehen in der Westbank wiegelt Israels Premierminister ab - und zieht noch mehr Kritik auf sich

 01.01.2026

Israel

Israel führt Gedenktag für marokkanische Juden ein

Die Knesset hat beschlossen, einen Tag zur Erinnerung an die marokkanisch-jüdische Einwanderung zu schaffen

 31.12.2025

Gaza

37 Hilfsorganisationen in Gaza und im Westjordanland droht Lizenz-Entzug

Israel will sich vor Terrorverbindungen in Hilfsorganisationen schützen. Die Einrichtungen warnen vor humanitären Konsequenzen

 31.12.2025

Bulletin

Terrorangriff in Sydney: 20 Verletzte weiter im Krankenhaus

Fünf Patienten befinden sich nach Angaben der Gesundheitsbehörden in kritischem Zustand

 17.12.2025