Tokio Hotel

»Das hat uns umgehauen«

Tokio Hotel in München 2007 Foto: picture alliance / Geisler-Fotopress

Bill, Tokio Hotel hat schon viele Konzerte gegeben. Am 6. Oktober habt ihr in Tel Aviv gespielt. War das etwas Besonderes?
Bill: Natürlich war der Auftritt in Tel Aviv für uns etwas ganz Besonderes! Alleine, wenn man sich überlegt, wie dieses Konzert überhaupt zustande gekommen ist. Wir waren noch nie in Israel, und dennoch ist unsere Musik dort bekannt, dennoch haben wir dort Fans. Fans, die so intensiv und aktiv sind, dass sie eine Petition an die Israelische Botschaft gesandt haben, die uns wiederum eingeladen hat zu kommen. Das hat uns umgehauen. Wir können unseren Fans in Israel endlich für ihre unglaubliche Unterstützung danken!

Israel liegt geografisch nicht gerade auf der gängigen Tournee-Route. Wolltet ihr damit auch politisch ein Zeichen setzen?
Tom: Bei uns war es immer so: Sobald Menschen auf uns aufmerksam geworden sind und Fans aus anderen Ländern uns sehen wollten, sind wir dorthin gereist und haben gespielt. Das hat uns in viele Länder Europas gebracht – und jetzt nach Israel. Natürlich ist dies ein ganz einzigartiges, besonderes Ereignis mit einer sehr positiven Message. Es ist der Beweis dafür, dass Musik alle Grenzen überwindet und seine eigene, alle Menschen vereinende Sprache spricht.

Ihr seid mit der englischen Version von »Durch den Monsun« ganz oben in den israelischen Charts. Wie erklärt ihr euch, dass Tokio Hotel in Israel so beliebt ist?
Bill: Das könnten unsere Fans am besten beantworten. Ich denke, dass sich viele Jugendliche in unseren Texten wiederfinden, sich verstanden und mit uns verbunden fühlen. Unse- re Fans leben Tokio Hotel, leben mit uns, fühlen und reisen sogar mit uns. Das ist eine große Familie.

Vor ein paar Wochen habt ihr es auf den Titel der israelischen Musikzeitung »Rosch Echad« geschafft. Seid ihr Botschafter eines neuen deutsch-israelischen Verhältnisses?
Tom: Ja, das war unglaublich – vor allem, weil wir noch nie da waren! Wir waren völlig begeistert. Wir selbst würden uns jedoch nie als »Botschafter« bezeichnen. Das ganze verdanken wir unseren israelischen Fans. Weil sie uns entdeckt haben, haben wir es auf den Titel geschafft. Nur aufgrund ihrer Initiative spielen wir in Tel Aviv – die Anerkennung gebührt also allein ihnen.

Mit den Musikern der Band Tokio Hotel sprach Katrin Richter.

"Two serious people sit on outdoor metal stairs in casual, tactical clothing, appearing tired or contemplative, with sunlight casting shadows behind them against a plain wall in a rugged environment."

Netflix

Wenn Fiktion auf Realität trifft

Die israelische Erfolgsserie »Fauda« meldet sich mit einer eindrucksvollen neuen Staffel zurück

von Sarah Cohen-Fantl  06.09.2026

Exklusiv-Interview

»Anders als Hitler ist die AfD nicht kriegslüstern«

Der Historiker und Bestsellerautor Götz Aly über die Radikalisierung des NS-Regimes, Vergleiche zwischen dem Ende der Weimarer Republik mit der heutigen Zeit und die Sinnhaftigkeit eines AfD-Verbots

von Michael Thaidigsmann  06.09.2026

Kulturkolumne

Auf Eis gelegt

Warum wir die Debatte um Frauengesundheit endlich anheizen sollten

von Laura Cazés  06.09.2026

Glosse

Der Rest der Welt

Das süße Jahr oder Ein neues Kleid für Rosch Haschana

von Nicole Dreyfus  06.09.2026

Aufgegabelt

Cottage Cheese Pancakes mit Füllung

Rezepte und Leckeres

 06.09.2026

Fußball

Nach Hakenkreuz-Foto: Hansa distanziert sich von Hooligans

Laut einem Recherchebericht posierten Hooligans des FC Hansa mit einem Hakenkreuz bei einer Auswärtsreise in England. Nun bezieht der Drittligist Stellung

 06.09.2026

Berlin

»Die Zukunft interessiert mich nicht mehr so furchtbar dolle«

Ein Chor von über 90-jährigen Menschen probt erstmals im Jüdischen Museum

von Nina Schmedding  04.09.2026

Kino

»Zur Not machen wir es in einem Badezimmer«

Zum elften Mal findet in Berlin das israelische Filmfestival »Seret« statt. Trotz schwieriger Zeiten denken die Veranstalter nicht daran aufzugeben

von Leon Stork  04.09.2026

Israel-Hasserin El Hissy

Jüdische Gemeinde Frankfurt übt scharfe Kritik am Börsenverein des Deutschen Buchhandels

Die Hintergründe

 04.09.2026