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Bummeln und beten

Nach Besuchen in Basel, Paris, London, Florenz und anderen Städten Europas führte das Ferienprogramm des Jugendzentrums Neshama die Münchner Jugendlichen diesmal nach Budapest. Neshama- Leiter Ilya Krasnov und sein Team führten die Gruppe für eine Woche in eine Stadt voller versteckter Schätze und Jüdischkeit.

auftakt Kaum aus dem Zug gestiegen, durften die Münchner Jugendlichen in die Pedale treten. Ein Fahrradverleih ermöglichte die vierstündige Tour durch die ungarische Hauptstadt. Am Ende der Tour wartete auf die Neshumniks ein Schiff, um die staunenden Passagiere durch das ins Abendlicht getauchte Budapest zu fahren. »Es war eine atemberaubende Fahrt, bei der wir die ersten Eindrücke dieser Stadt intensiv erlebten«, erzählt Madrich Igor Reichmann. Im Café Gerbeaud, einem der größten Kaffeehäuser Europas,sprechen die Münchner Jugendlichen über Theodor Herzl. Der zionistische Visionär wurde in Budapest geboren. Dort, wo früher sein Elternhaus war, steht heute das Jüdische Museum. Ein Projekt auf dieser Fahrt war dann auch Herzl gewidmet: Die Jugendlichen erfüllten einige Aufgaben teilweise sogar in Hebräisch. Es wurde über die Biografie Herzls und seine Ideen bei der Staatsgründung Israels gesprochen. Höhepunkt dieses Programms war die Vorbereitung einer Rede zum Zionistischen Kongress, die von den Jugendlichen selbst entwickelt werden musste.

Gerechte Ein Besuch der berühmten Synagoge Dohány, die größte Synagoge Europas und die zweitgrößte der Welt, durfte beim Programm Jüdisches Budapest nicht fehlen. An dem Tag, der unter dem Motto »Gerechtigkeit unter den Völkern« stand, sprachen die Münchner Jugendlichen neben dem Lebensbaum und dem Heldendenkmal im Garten der Synagoge über die Menschen, die während des Zweiten Weltkriegs Juden vor der Ermordung gerettet hatten. Die Geschichten von Raoul Wallenberg und Oskar Schindler wurden hier wieder lebendig. Auch die Tat der mutigen Krankenschwester Irene Sendler beeindruckte: Sie hatte 2500 jüdischen Kindern im Warschauer Ghetto das Leben gerettet. Mit einer Namenlesung und dem Anzünden von Kerzen ehrten die Jugendlichen die Menschen, die sich für das jüdische Volk eingesetzt haben. Über die Geschichte des ungarischen Judentums erfah- ren die Neshumniks im jüdischen Museum. Ein Besuch im Burgviertel, dem ehemaligen jüdischen Ghetto, erzählte von der Vergangenheit Budapests.
gegenwart Das heutige jüdische Leben dieser Metropole fanden die Jugendlichen fast täglich im koscheren Restaurant Carmel, das eine Vielfalt an leckeren Köstlichkeiten bereithielt. Auch koschere Bäckereien, Geschäfte und ein breites jüdisches Kulturangebot waren Zeichen dafür, dass die jüdische Gemeinde in Budapest die größte in West- und Mitteleuropa ist. Mit modernen ungarischen Tänzen machten sich die Gäste aus der Bayerischen Hauptstadt bei der Tanzshow »Krabat«, die vom Geheimnis der Schwarzen Mühle erzählt, vertraut.
Ein Besuch des legendären Széchenyi-Hallenbad durfte ebenso wenig fehlen wie die rasante Fahrt auf der berühmten Budapester Gokart-Strecke, worüber sich allerdings mehr die männlichen Teilnehmer freuten. Der weibliche Teil vergnügte sich beim Shoppen. Weitere Stationen der Reise waren die Besichtigung des Terrorhauses, einer Gedenkstätte für die Opfer ungarischer Diktaturen, der Besuch der Ausstellung »Invisible«, bei der man in absoluter Dunkelheit eine Vorstellung von der Welt blinder Menschen bekam, und schließlich das Durchstreifen des unterirdischen Labyrinths der Budaer Burg.

Rock ‘n‘ Schabbat Bevor die Reise zu Ende ging, freuten sich Münchner über die Einladung ins Chabad-Haus, um einen gemeinsamen Schabbat mit der ungarischen Gemeinde zu erleben. »Rabbiner Shmuel Raskin hat jeden von uns begrüßt und namentlich vorgestellt«, erzählte Rosh Ilya Krasnov. »Es waren sehr viel Menschen da und eine ganz besondere inspirierende Atmosphäre im Chabad-Haus«. Mit dem Abschlussprogramm unter dem Motto »Rock ‘n‘ Roll«, das die beiden Chanichim Anna und Rodi moderierten, endete die Reise in und durch die ungarische jüdische Geschichte.

Die Universität Pennsylvania will nicht auf die Forderung eingehen, Daten jüdischer Mitarbeitenden zu veröffentlichen.

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