London

Britischer Ex-Außenminister Hague: Netanjahu sollte zurücktreten

William Hague Foto: picture alliance / empics

Der frühere britische Außenminister William Hague hat Israels Premierminister Benjamin Netanjahu angesichts der politischen Krise in dem Land den Rücktritt nahegelegt. »Die beste Lösung wäre absolut, wenn Netanjahu zurückträte und eine neue Regierung gebildet würde«, sagte der frühere Chef der britischen Konservativen dem Sender Times Radio am Dienstag.

Netanjahu sei »kein Monster«, betonte Hague. Er habe seine Karriere als »sehr bedachter und glaubwürdiger Kerl« begonnen. Inzwischen sei er aber schon zu lange im politischen Geschäft und sei »einer der politischen Anführer, die wissen müssten, wann der Zeitpunkt zum Abschied gekommen ist«, so der Brite weiter.

Gleichgewicht Sich an die Macht zu klammern, habe den israelischen Premier zu einer sehr umstrittenen Figur und sehr abhängig von einigen rechtsextremen Parteien in Israel gemacht. »Und dann ist er ein Gefangener von deren Agenda geworden, nämlich das verfassungsmäßige Gleichgewicht in Israel zu kippen, in dem die Macht der Justiz beschnitten wird.«

Hague, der von 2010 bis 2014 Außenminister seines Landes war, lobte Israelis, die gegen die geplante Justizreform Netanjahus in den vergangenen Tagen und Wochen demonstrierten: »Allen Respekt für die Menschen in Israel, die sie sich so auflehnen gegen die Gefahr, dass ihre Demokratie für immer beschädigt wird.«

Doha

Indirekte Gespräche zwischen Iran und USA sollen begonnen haben

Die Lage zwischen den USA und dem Iran bleibt weiter angespannt. Dennoch laufen nun Gespräche im Golfstaat Katar

 01.07.2026

Diplomatie

»25 Gründe, warum ich Israel vermisse«

Der deutsche Botschafter Steffen Seibert verlässt in wenigen Tagen nach vier Jahren das Land und kehrt zurück nach Berlin

von Sabine Brandes  30.06.2026

Resümee

Felix Klein: Lebensqualität für Juden hat sich verschlechtert

Nach acht Jahren im Amt wechselt der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, im August den Job. Auf seine Amtszeit blickt der 58-Jährige mit gemischten Gefühlen zurück

von Corinna Buschow, Markus Geiler  29.06.2026

Bündnis Sahra Wagenknecht

Mit einer Portion Antisemitismus gegen den Zionismus

Das Jugendbündnis im BSW hat einen Beschluss zum Zionismus gefasst, der aufhorchen lässt. Auf Instagram verwendete der Verband zudem antisemitische Bildsprache aus der NS-Zeit

von Michael Thaidigsmann  22.06.2026

Zeitgeschichte

Georges-Arthur Goldschmidt sieht Guillotine am Beginn der Schoa

Der französisch-deutsche Schriftsteller sagte in einem Interview »Diese Normalisierung der Todesstrafe hat Europa zerstört.«

 09.06.2026

Holocaust-Gedenken

Wagner und Mendel kritisieren Yad-Vashem-Entscheid

In Deutschland sollen zwei Niederlassungen der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem entstehen. Der jüdische Wissenschaftler Meron Mendel und der Direktor der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, Jens-Christian Wagner, sehen das in Teilen kritisch

 29.05.2026

Reisen

Kein Parkplatz am Ben-Gurion-Flughafen

US-Militärjets blockieren 70 Prozent des Flughafens. Flüge fallen aus, Airlines bleiben weg und kurz vor dem Sommer herrscht große Unsicherheit

von Sabine Brandes  29.05.2026

Diplomatie

Israels Präsident begrüßt ersten Botschafter Somalilands

Als weltweit erstes Land hatte Israel vor einem halben Jahr die muslimisch geprägte Region im Norden Somalias als unabhängigen Staat anerkannt. Jetzt kommt der erste Botschafter nach Israel

 18.05.2026

Internationaler Strafgerichtshof

Bericht: Geheime internationale Haftbefehle gegen Ben-Gvir und andere

»Haaretz« berichtet über mögliche neue Schritte gegen mehrere israelische Minister und Militärvertreter

von Sabine Brandes  17.05.2026