Italiens Rabbiner

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Die italienische Rabbinervereinigung hat nicht am »Tag des Judentums« teilgenommen, den die Bischofskonferenz am Samstag in Rom veranstaltete. Italiens Rabbiner werfen Papst Benedikt XVI. vor, »50 Jahre katholisch-jüdischen Dialogs ausgelöscht zu haben«.
Harsche Kritik übte Venedigs Oberrabbiner Elia Enrico Richetti in einem Artikel für die Jesuitenzeitschrift Popoli: Benedikt ginge »von der Überlegenheit des christlichen Glaubens aus«, er halte »den Dialog mit dem Judentum für überflüssig«.
Augenfälligstes Beispiel sei die Neuformulierung der Karfreitagsfürbitte für die Juden. Wiederholt hätten Italiens Rabbiner dies kritisiert. Eine Stellungnahme der Bischofskonferenz sei jedoch ausgeblieben. Dagegen wies der päpstliche Einheitsrat auf die zahlreichen Begegnungen des Kirchenoberhaupts mit jüdischen Vertretern hin. Außerdem sei das Gespräch mit dem Judentum für den Papst eine »Herzensangelegenheit«.
Für zusätzliche Spannungen zwischen Italiens Juden und der katholischen Kirche sorgte Kardinal Renato Martino, der Gasa als Konzentrationslager bezeichnete. Roms Oberrabbiner Riccardo Di Segni erwiderte, der Vergeich sei »alarmierend, geschmacklos und in gefährlicher Form unangemessen«. In den KZs habe es »keine Milizen gegeben, die täglich Raketen abfeuern«. Und unter Anspielung auf Pius XII. sagte Di Segni: »Personen, die damals denselben Purpur wie Martino trugen, haben keine derartigen Äußerungen von sich gegeben.« Die Rede vom »Wandel des Verfolgten zum Verfolger«, die Martino bemüht habe, gehöre zu den gefährlichsten Gemeinplätzen antijüdischer Rhetorik.
Der Vorsitzende der Rabbinervereinigung, Giuseppe Laras, sagte, die katholische »Tendenz, die Opfer nur auf einer Seite zu suchen«, führe zu keiner Annähe-
rung. Sie sei vielmehr »der Beweis dafür, dass eine Vertiefung des Dialogs not tut«. Mittlerweile versucht Riccardo Di Segni die Wogen wieder zu glätten. Der Dialog, versichert Roms Oberrabbiner im Gespräch mit der Jüdischen Allgemeinen, sei »nicht in Gefahr«. Gerhard Murmelter

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