Nahost

Baerbock: Weitere 19 Millionen Euro für humanitäre Hilfe in Gaza

Annalena Baerbock (Buendnis 90/Die Gruenen) mit ihrem Kollegen Israel Katz Foto: picture alliance / AA/photothek.de

Deutschland stellt weitere 19 Millionen Euro für humanitäre Hilfe für die Menschen im Gazastreifen zur Verfügung. Unter Lebensgefahr bringe das UN-Palästinenserhilfswerk UNWRA und das Welternährungsprogramm »Mehl und Reis zu hungernden Familien, denn für die Kinder in Gaza ist jede noch so kleine Mahlzeit überlebenswichtig«, sagte Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) am Dienstag bei einem Besuch in Israel.

Jede Kiste medizinisches Material der Weltgesundheitsorganisationen werde helfen, in zerstörten Krankenhäusern im Gazastreifen »wieder ein Minimum an medizinischer Versorgung zu ermöglichen«, ergänzte sie.

Mit dem Geld sollen unter anderem Lebensmittelkörbe finanziert werden, die 90 Prozent des täglichen Kalorienbedarfs decken und beispielsweise Mehl, Reis, Zucker, Öl, Kichererbsen und Milchpulver enthalten.

Wichtige Rolle

Baerbock hatte am Vormittag mit dem palästinensischen Ministerpräsidenten Mohammed Mustafa in Ramallah im Westjordanland über die künftige Rolle der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) beraten. Die PA könnte aus Sicht Baerbocks in einer Nachkriegsordnung im Gazastreifen eine wichtige Rolle spielen, was Israel bisher ablehnt. Denn die Autonomiebehörde unterstützt den palästinensischen Terror.

Im Anschluss kam die Ministerin in Jerusalem mit ihrem Amtskollegen Israel Katz zusammen.

Wie Anfang April angekündigt, nimmt das Auswärtige Amt auch die Förderung des UN-Palästinenserhilfswerks UNRWA wieder auf. In einem ersten Schritt werden fünf Millionen Euro für Nahrungsmittelnothilfe im Gazastreifen bereitgestellt.

Vom Terror unterwandert

Zusätzlich erhält UNRWA eine erste Tranche in Höhe von fünf Millionen Euro des freiwilligen, ungebundener Beitrags, der vom Bundestag beschlossen worden war. Daraus werden UNRWA-Aktivitäten in Jordanien, im Libanon, in Syrien und im Westjordanland finanziert. Hier geht es unter anderem um die Bereiche Bildung und Gesundheit.

UNRWA war im Januar in die Schlagzeilen geraten, da bekannt wurde, dass Mitarbeiter des Hilfswerks in das Massaker vom 7. Oktober verwickelt waren. Zudem war die Organisation als Ganzes von der Hamas unterwandert.

Ein Prüfbericht unabhängiger Experten kam später zum Schluss, das UNRWA habe »robuste« Mechanismen etabliert, um seinen Neutralitätsgrundsatz zu wahren. Allerdings gebe es Verbesserungsbedarf. dpa/ja

Tel Aviv/Abu Dhabi

»Fly Dubai«-Vorfall: Hintergründe weiter unklar

Was geschah im Cockpit des Fluges nach Israel? Emiratische Behörden haben Ermittlungen eingeleitet. Jerusalem geht von einem Terroranschlag aus. Gesicherte Erkenntnisse zum Motiv gibt es bislang nicht

 02.10.2026

Bettina König (SPD), Nina Stahr (Bündnis 90/Die Grünen) und Kerstin Wolter (Die Linke, v.l.) während einer Pause

Berlin

Parteien-Treffen zu Antisemitismus mit »konstruktivem« Austausch

Linke, Grüne und SPD ringen in Berlin um eine gemeinsame Haltung zu Judenhass und organisierter Kriminalität. Was beim ersten Treffen dazu herauskam

 01.10.2026

Extremistische Siedler in dem palästinensischen Dorf Dschalud (Archivbild vom 25.8.26)

Westjordanland

Neue Gewalt radikaler Siedler

Mehr als 100 Extremisten waren an den Ausschreitungen im Bereich der Ortschaft Dschalud südlich von Nablus beteiligt. Regierungsmitglieder verurteilen die Angriffe, die Opposition kritisiert sie als Folge »einer gefährlichen Politik«

 29.09.2026

Nach der Wahl

Grüne und SPD in Berlin stellen Bedingung für Sondierungen

Linke, Grüne und SPD in der Hauptstadt wollen an diesem Donnerstag erstmals über eine Regierungsbildung sprechen. Es soll sich aber noch nicht um formelle Sondierungsgespräche handeln

 28.09.2026

New York

Trump ruft Staaten zu Austritt aus Strafgerichtshof auf

Die USA erkennen den IStGH nicht an, der unter anderem gegen Israels Ministerpräsidenten Netanjahu einen Haftbefehl erlassen hat. Jetzt legt der amerikanische Präsident nach

 23.09.2026

Sanktionen

Iran will weiter internationale Ziele anfliegen

Ab Mittwoch sollen iranische Airlines nach Worten der US-Regierung internationale Ziele nicht mehr anfliegen können. Die zivile Luftfahrtbehörde in Teheran widerspricht

 23.09.2026

Gideon Joffe, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde zu Berlin

Berlin

Gideon Joffe: »Mit Elif Eralp wird Geis zur Gärtnerin gemacht«

Der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde mahnt, dass die Hauptstadt vor massiven Herausforderungen stehe

 22.09.2026

Washington D.C.

USA wollen Saudi-Arabien 48 moderne F-35-Kampfjets verkaufen

Die Tarnkappenjets gelten als die aktuell modernsten Kampfflugzeuge. Im Nahen Osten waren sie bislang dem US-Verbündeten Israel vorbehalten. Nun zeichnet sich ein geplanter Deal mit Saudi-Arabien ab

 18.09.2026

Magdeburg

AfD will FPÖ-Erfahrungen in Sachsen-Anhalt nutzen

»Von den politischen Erfahrungen der FPÖ können wir sicherlich profitieren«, sagt der Parlamentarische Geschäftsführer der AfD-Landtagsfraktion

 18.09.2026