Iran

Ayatollah Chamenei will »Rache für Haniyehs Blut«

Irans Oberster Führer Ayatollah Ali Chamenei Foto: imago images/ZUMA Wire

Nach der gezielten Tötung des Chefs des Politbüros der Hamas, Ismail Haniyeh, reagiert die politische Welt. »Ich habe die Berichte gehört, ich habe nichts hinzuzufügen«, sagte der amerikanische Verteidigungsminister Lloyd Austin. Er glaube nicht, dass ein Krieg an Israels Nordgrenze unvermeidlich sei, stellte aber klar, »wenn Israel angegriffen wird, werden wir bei der Verteidigung helfen.« Allerdings würden die USA weiterhin mit diplomatischen Mitteln hart daran arbeiten, dass dies nicht geschieht.

US-Außenminister Antony Blinken betonte, dass die amerikanische Regierung von der Nachricht überrascht wurde: »Wir wussten davon nichts und waren darin auch nicht involviert«, so Blinken während eines Besuchs in Singapur.

Das Außenministerium von Katar, wo Haniyeh im Exil lebte, verurteilte dessen Tötung scharf: »Dieser Akt der Auslöschung und Israels anhaltendes Vorgehen, das Zivilisten in Gaza verletzt, wird dazu führen, dass die Region in einen Kreislauf des Chaos gerät und die Möglichkeit auf Friedens zerstört wird.«

Der ranghöchste Hamas-Funktionär im Ausland, Sami Abu Zuhri wird vom arabischen Ableger des Senders Sky News mit den Worten zitiert: »Die Eliminierung Haniyehs ist eine Botschaft Israels, dass es nicht an einer Einigung interessiert ist.« Der Chef der Palästinensischen Autonomiebehörde, Mahmud Abbas, nannte es eine »feige Tat«, während der Sekretär des PLO-Exekutivkomitees, Hussein al-Sheikh zur »Einheit der Kräfte der palästinensischen Fraktionen« aufrief.

Das iranische Außenministerium teilte in einer von der Nachrichtenagentur Reuters zitierten Erklärung mit: »Der Märtyrertod von Haniyeh in Teheran wird das unverbrüchliche Band zwischen Teheran, Palästina und dem Widerstand stärken und vertiefen«. Außerdem sei der Oberste Nationale Sicherheitsrat Irans zusammengetreten, um über eine Strategie als Reaktion auf die Tötung Haniyehs in Teheran zu entscheiden.

Irans oberster Führer Ajatollah Ali Chamenei drohte Israel mit einer »schweren Strafe«: »Mit dieser Aktion hat das kriminelle und terroristische Zionisten-Regime den Boden für eine harte Strafe bereitet und wir betrachten es als unsere Pflicht, Rache für sein Blut zu suchen, da er auf dem Territorium der Islamischen Republik Iran den Märtyrertod starb«, so Chamenei.

Die »New York Times« berichtet derweil, dass iranische Beamte nach der Tötung völlig schockiert seien, da dies ein schwerer Schlag für das Ansehen des Irans in Sicherheitsfragen sei, während das Land seine Macht in der Region ausbauen wolle.

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Die Bundesregierung ist nach eigenen Angaben mit ihren Partnern darum bemüht, einen Flächenbrand in der Region zu verhindern. »Wir rufen alle Akteure zu maximaler Zurückhaltung auf. Die Logik gegenseitiger Vergeltungsschläge ist ein Irrweg«, teilte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes mit.

Das russische Außenministerium verurteilt Haniyehs Tötung als »politischen Mord, der für uns völlig inakzeptabel ist«, rief jedoch alle Parteien auf, »von Schritten abzusehen, die den Nahen Osten in einen größeren Krieg stürzen könnten«, zitiert Reuters einen Sprecher des Außenministeriums.

Ägypten sagte in einer Erklärung, dass die Tötung des Hamas-Chefs Israels fehlenden politischen Willen zur Deeskalation zeige.

Das türkische Außenministerium empörte sich, dass »der Zweck der Ermordung die Ausweitung des Krieges in Gaza auf eine regionale Ebene« sei und zeige, »dass die Netanjahu-Regierung keine Absicht hat, Frieden zu schaffen.«

Chinas Regierung verurteile die Tötung und sei besorgt, berichtet der pakistanische Sender Samaa, wolle jedoch an Verhandlungen festhalten.

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