EILMELDUNG! Likud-Bündnis mit 54 Sitzen vorn. Eisenkots Bündnis kommt auf 49 Sitze

Frankfurt/Oder

Auf der anderen Seite

»In einer Stadt, in der es keinen jüdischen Friedhof gibt, kann eigentlich auch keine jüdische Gemeinde existieren. Denn unsere Toten müssen nach altem Ritual be-
graben werden.« Aus genau diesem Grund ist Volodymyr Levytsky, der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Frankfurt/Oder, sehr glücklich, dass er jetzt den Kaufvertrag und auch schon die ersten Planungsunterlagen für das künftige Gelände am Südring präsentieren kann.
Für 14.500 Euro, die vom Landesverband der Jüdischen Gemeinden in Brandenburg stammen, konnte man von der Stadt ein 2.800 Quadratmeter großes Ge-
lände erwerben, das bisher zum ungenutzten Bereich des Hauptfriedhofs gehörte. »Es wird mit einem Zaun und Grünpflanzen umgeben werden und auch einen eigenen Zugang mit Beleuchtung erhalten«, erläutert der 72-jährige Levytsky. Zunächst soll Platz für 85 Grabstellen geschaffen werden. Das gesamte Gelände reiche je-
doch für mehr als 200 Gräber aus.
Den Friedhof hat sich die Gemeinde aus naheliegenden Gründen gewünscht. Fast die Hälfte der 190 Mitglieder, die in den vergangenen 20 Jahren aus den Nachfolgestaaten der Sowjetunion zugewandert waren, sind über 60 Jahre alt. Darin liegt auch ein Problem: Da in jüngster Zeit immer weniger Zuwanderer kommen – im vergangenen und in diesem Jahr waren es jeweils nur eine Familie, während in früheren Zeiten 20 bis 30 pro Jahr kamen – ist die Zukunft der Gemeinde ungewiss.
Der frühere jüdische Friedhof von Frank-
furt befindet sich in der ehemaligen Damm-
vorstadt, dem seit 1945 polnischen Slubice. In jüngster Zeit war er wieder ins Bewusstsein gerückt, da dort mehrere berühmte Rabbiner bestattet sind, deren Gräber von amerikanischen Juden restauriert wurden. Die Bestattung von heute in Frankfurt le-
benden Juden wäre dort aus juristischen Gründen nicht möglich.
Nach einer noch durchzuführenden Weihe des Geländes am Südring durch einen Rabbiner soll noch in diesem Jahr mit den Gestaltungsarbeiten begonnen werden. »Wir wollen dort auch eine Trauerhalle errichten«, kündigt Levytsky an, der als gelernter Bauingenieur die Planungen voll im Blick hat. Dietrich Schröder

Regierungsbildung

Berliner Linke berät erneut über Vanessa Emde

Kurz vor dem geplanten Beginn von Koalitionsgesprächen mit Grünen und SPD diskutiert die Berliner Linke über Antisemitismus - einmal mehr

 27.10.2026

Berlin

Berliner Linke berät zum wiederholten Mal über umstrittene Abgeordnete

Vanessa Emde steht wegen Äußerungen zu Israel und zum Nahost-Konflikt massiv in der Kritik

 27.10.2026

Weimar

Verein will Gedenken an KZ-Außenlager stärken

Buchenwald war mehr als ein einzelnes NS-Konzentrationslager. Mehr als 100 Außenstandorte gehörten zu diesem Lagerkomplex. Längst nicht an alle wird heute erinnert – ein Verein will das ändern

 23.10.2026

Deutschland

Wie hält es die CDU in Sachsen-Anhalt mit der AfD?

AfD-Politiker Siegmund braucht drei Stimmen aus anderen Reihen, um Ministerpräsident in Sachsen-Anhalt zu werden. Ein CDU-Abgeordneter stellt sich nun gegen die CDU-Fraktionslinie

von Christopher Kissmann  22.10.2026

Kino

Film über einen kreativen Geist

»Biermann« ist ein dokumentarisches Porträt des Liedermachers Wolf Biermann, der auch 50 Jahre nach seiner Ausbürgerung aus der DDR noch immer künstlerisch aktiv ist. Allerdings hat der Film auch Leerstellen

von Reinhard Kleber  22.10.2026

Siedlergewalt

Huldai: »Ich schäme mich und schweige nicht mehr«

Tel Avivs Bürgermeister verurteilt die Gewalt gegen palästinensische Olivenbauern und Journalisten scharf. Er warnt vor dem Zerfall rechtsstaatlicher und zionistischer Werte

von Sabine Brandes  22.10.2026

Schwerin

Schwesig wirbt für Bund-Länder-Gruppe zur Prüfung der AfD

Den verfassungsrechtlichen Umgang mit der AfD prüfen? Gut, findet Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin – und spricht sich für den Vorstoß eines CDU-Ministerpräsidenten aus

 22.10.2026

Nahost

Israels Armee erhöht Alarmbereitschaft vor den Wahlen

Vor der Wahl herrscht laut einem TV-Bericht die Sorge vor Anschlagsversuchen, mit denen Einfluss auf die Wahl genommen werden könnte. Der Militärchef ordnet umfassende Sicherheitsmaßnahmen an

 19.10.2026

Berlin

Zwei Parteien in Berlin entscheiden über Koalitionsgespräche

Nach teils zähen Sondierungen entscheiden Grüne und SPD in Berlin über Koalitionsgespräche mit der Linken. Aber aus den Reihen der Sozialdemokraten gibt es Zweifel und Kritik, auch aufgrund der Antisemitismus-Skandale bei der Linkspartei

 19.10.2026