Mercosur

Atlantikbrücke

»Es wird eine Brücke zwischen Israel und Lateinamerika sein.« Mit diesen Worten hatte Israels Ministerpräsident Ehud Olmert bereits vorab das Freihandelsabkommen mit der südamerikanischen Wirtschaftsgemeinschaft Mercosur bezeichnet. Am 18. Dezember unterzeichnete sein Vizepremier Eliahu Yishai in der uruguayischen Hauptstadt Montevideo schließlich den Freihandelsvertrag. Für den Mercosur ist es das erste Abkommen dieser Art mit einem Staat außerhalb Lateinamerikas.
Der 1991 gegründete Mercosur ist die wichtigste Handelsgemeinschaft Südamerikas. Die rund 250 Millionen Einwohner der vier Mitgliedsstaaten Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay erbringen etwa drei Viertel der Wirtschaftsleistung des Subkontinents. Mit Venezuela ist zwar seit 2006 die Vollmitgliedschaft vereinbart, aber der müssen noch die Parlamente in Brasilien und Paraguay zustimmen. Wäre Venezuela bereits Vollmitglied, wäre es nicht zu einem Abschluss gekommen, kommentierte Darío Sykuler, Vorsitzender der argentinisch-israelischen Handelskammer. Grund: die freundschaftlichen Beziehungen zwischen Venezuela und dem Iran.
Zwei Jahre wurde verhandelt. Vereinbart wurde, die Zölle auf israelische Exporte in den Mercosur in den kommenden vier Jahren um 40 Prozent zu senken. In zehn Jahren sollen sie vollständig abgebaut sein. Das Abkommen umfasst rund 90 Prozent des Handelsaustauschs zwischen Israel und dem Mercosur. Israel liefert vor allem Düngemittel, Software und technische Produkte. Aus dem Mercosur kommen vorwiegend Getreide, Kapitalgüter und Schuhe. In den ersten zehn Monaten des Jahres 2007 belief sich der Wert der israelischen Ausfuhren auf 460 Millionen US-Dollar, 22 Prozent mehr als in der gleichen Periode des Vorjahres. Die Importe stiegen nach Angaben des israelischen Zentralbüros für Statistik im selben Vergleichszeitraum um 40 Prozent auf 653 Millionen US-Dollar. 70 Prozent des gesamten Warenaustauschs finden zwischen Brasilien und Israel statt.
Sobald die Vollmitgliedschaft Venezuelas vollzogen ist, muss das Abkommen nochmals bestätigt werden. Innerhalb von 270 Tagen muss der Mercosur bei der israelischen Regierung das Einverständnis zur Aufnahme Venezuelas in den Freihandelsvertrag einholen. Vizepremier Yishai gab sich jedoch zuversichtlich. Ein möglicher Beitritt Venezuelas werde Israel »nicht beunruhigen«. Jürgen Vogt

Rabbinerausbildung

»Sehr bedeutsamer Schritt«

Die Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg und die Nathan Peter Levinson Stiftung beabsichtigen Kooperation

 19.02.2026

Brandenburg

Gesetzestreue Jüdische Landesgemeinde kritisiert Ministerium

Seit vielen Jahren versucht eine streng orthodoxe jüdische Gemeinde in Brandenburg, höhere staatliche Zuschüsse zu bekommen. Dafür werden auch immer wieder die Gerichte eingeschaltet

 18.02.2026

Die Universität Pennsylvania will nicht auf die Forderung eingehen, Daten jüdischer Mitarbeitenden zu veröffentlichen.

USA

Müssen US-Unis Informationen über jüdische Mitarbeiter herausgeben?

Die Universität Pennsylvania wehrt sich gegen die Forderung, persönliche Daten jüdischer Mitarbeitender auszuhändigen. Der Fall wird vor einem US-Bundesgericht verhandelt.

von Nicole Dreyfus  29.01.2026

Fernsehen

Wie Skandal-Camper Gil Ofarim erste Sympathie-Punkte sammelt

Kompliment und Kloppe für Gil Ofarim

von Aleksandra Bakmaz  29.01.2026

TV

Dschungelcamp: Gil Ofarim will nicht sprechen - oder doch?

Bei Hitze und Hunger schütten die Campteilnehmer sich gegenseitig ihr Herz aus. Am zweiten Tag in Down Under lassen die Dschungelbewohner tief blicken. Doch nicht jeder bekommt Mitleid

von Inga Jahn  02.02.2026 Aktualisiert

Leipzig

Gegensätzliche Nahost-Demos linker Gruppen 

Ein Team des MDR wurde aus der antiisraelischen Demo heraus angegriffen

 17.01.2026

TV-Tipp

Als David Bowie weinte: Arte-Doku beleuchtet die Schattenseiten eines musikalischen Genies

Oft feiern Filmporträts ihre Protagonisten mehr oder weniger unkritisch. Eine Arte-Doku über Popstar David Bowie wählt einen anderen Weg - und ist genau deshalb so gelungen

von Manfred Riepe  14.01.2026

Brandenburg

»Was soll der Scheiß?«: Nach Brandanschlag - Büttner übt scharfe Kritik an Linken-Spitze

Die Hintergründe

 10.01.2026

Antisemitismus

Die kruden Thesen eines AfD-Abgeordneten

Ein AfD-Parlamentarier teilte einen Instagram-Post, in dem die Rothschild-Familie mit dem Untergang der »Titanic« 1912 in Verbindung gebracht wird

 08.01.2026