Fußball

Hass-Tweet gegen Cohen

Almog Cohen (r.) vom FC Ingolstadt am Freitag im Spiel gegen den 1. FC Union Foto: imago

Der Berliner Staatsschutz ermittelt wegen eines antisemitischen Tweets während der Partie von Fußball-Zweitligist 1. FC Union Berlin gegen den FC Ingolstadt. Die Polizei habe inzwischen Strafanzeige wegen Volksverhetzung gestellt und den Tweet bereits am Freitagabend an den Staatsschutz weitergeleitet, sagte eine Polizeisprecherin am Samstag auf Anfrage.

In dem Beitrag bei Twitter wurde der israelische FCI-Profi Almog Cohen (30) wüst beleidigt. »Verpiss dich aus unserem Stadion an der alten Försterei du scheiß Judenvieh!!!!!!! Hast Rot bekommen und nun nerv nicht rum sondern verpiss dich für immer scheiß Judenvieh; Ab in die Kammer mit dir!!!!!!!«

»U.N.V.E.U.«, heißt es zudem in dem Tweet des Twitter-Nutzers namens »evermore83«. Die Abkürzung »U.N.V.E.U.« steht für »Und niemals Vergessen Eisern Union«.

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KONSEQUENZEN »So, Kollege, das wird Konsequenzen für dich haben. Das hier ist kein rechtsfreier Raum. Was du da schreibst, ist mit das Widerwärtigste, was wir seid Langem lesen mussten und wird nicht ohne Folgen bleiben«, schrieb der FC Ingolstadt als Antwort auf den judenfeindlichen Tweet.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) kündigte am Samstag Ermittlungen durch den DFB-Kontrollausschuss an. »Diesen widerlichen, antisemitischen Tweet verurteilen wir in aller Schärfe und fordern, dass dem konsequent nachgegangen wird«, sagte DFB-Vizepräsident Rainer Koch in einer Verbandsmitteilung.

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Zuvor hatte der 1.FC Union Berlin angekündigt, die Polizei wegen des antisemitischen Angriffs einzuschalten. Der Club aus Bayern bedankte sich via Twitter bei Union »für die unverzügliche Unterstützung«. Kapitän Cohen hatte bei der 0:2-Niederlage Ingolstadts am Freitagabend im Stadion An der Alten Försterei während der zweiten Halbzeit die Rote Karte gesehen.

Almog Cohen schrieb am Samstagabend auf Twitter: »Als jüdischer Fußball-Profi in Deutschland möchte ich nur sagen: Ich bin sehr stolz auf meine Abstammung und darauf, mein Land in der 2. Bundesliga zu repräsentieren und den FC Ingolstadt 04 als Kapitän anzuführen. Und das in einem Land, in dem ich seit neun Jahren lebe und das ich für seine Offenheit schätze. Vielen Dank für den großen Zuspruch in den vergangenen Stunden sowie die damit verbundene Unterstützung von allen Seiten!«

https://twitter.com/AlmogCohen8/status/1104455301862961152

»Ich bin froh, dass sie ermitteln, so muss das sein! Ich hoffe, dass sie ihn bekommen«, sagte der 30 Jahre alte Israeli Cohen am Sonntag in einem Interview mit der »Bild«-Zeitung. »Wer so redet, wer solche Ansichten hat, der hat keinen Platz in der Gesellschaft, sondern im Gefängnis.«

Auch in Israel sorgte der Vorfall für Bestürzung. »Wir sind entsetzt über den antisemitischen Tweet«, sagte ein Sprecher des israelischen Außenministeriums auf Anfrage. »Wir hoffen, dass die deutschen Behörden auf strengste Weise mit dieser Angelegenheit umgehen werden.«  ja/dpa

"Two serious people sit on outdoor metal stairs in casual, tactical clothing, appearing tired or contemplative, with sunlight casting shadows behind them against a plain wall in a rugged environment."

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