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Abheben am Niederrhein

von Detlef David Kauschke

Israel hat den besten Airport im Nahen Osten. Die internationale Flughafenver-einigung ACI (Airport Council Internatio-
nal) hat dies in ihrer jährlichen Umfrage in Sachen Fluggastzufriedenheit festgestellt. Weltweit führend sind in dem am 10. März veröffentlichten ACI-Ranking die Airports von Seoul, Singapur und Hong-
kong. In der regionalen Wertung liegt je-
doch Tel Avivs Ben-Gurion-Airport vorn.
Und das ist nicht die einzige positive Nachricht, mit der Israel zur Internatio-
nalen Tourismusbörse (ITB) in der vergangenen Woche in Berlin aufwarten konnte. Auch wenn die Fluggesellschaften weltweit über die Folgen der wirtschaftlichen Turbulenzen klagen, scheint die Route ins Heilige Land weiterhin ein einträgliches Geschäft zu sein. Sie wird weiter ausgebaut: Statt 45 wöchentlichen Flügen im Sommer 2008 wird es in diesem Jahr 60 Flugverbindungen pro Woche geben. Beispiel TUIfly: Während die Airline bereits einige Verbindungen aus ihrem Flugplan streichen musste, bleibt die nach Israel be-
stehen. »Wir sind zufrieden, die Strecke Tel Aviv ist ertragreich«, sagt Pressereferent Jan Hillrichs. Während anfangs Lufthansa und die nationale israelische Fluggesellschaft EL AL allein auf den Strecken unterwegs waren, sind in den vergangenen Jahren immer mehr israelische und deutsche Fluggesellschaften – Germania, TUIfly, Arkia, Israir, Sun D’or – hinzugekommen. Und während bislang eher die großen Flughäfen angesteuert wurden, geht es neuerdings auch in die Provinz: Friedrichshafen, Memmingen und – ganz neu – Weeze. Von dem niederrheinischen Flughafen fliegt Hamburg Airlines einmal pro Woche im Auftrag des israelischen Reiseveranstalters Holiday Lines nach Tel Aviv.
Auch EL AL hat den Sommerflugplan auf 18 Flüge aufgestockt, um der, wie es in einer Unternehmensmitteilung heißt, »steigenden Nachfrage zu begegnen«. Diese lässt sich in Zahlen ausdrücken: Während 2007 101.000 deutsche Gäste nach Israel kamen, waren es 2008 bereits 141.000. Das Plus von 40 Prozent ist im Vergleich zu anderen Ländern überproportional. Die zahlenmäßig wichtigeren Länder USA, Russland, Frankreich und Großbritannien legten nicht so stark zu. Und dort wird – so allgemeine Erwartungen der Tourismusbranche – die Nachfrage in diesem Jahr noch erheblich zurückgehen. Anders die Prognose für den deutschen Markt. Wie zum Beispiel die Reiseanalyse 2009 verdeutlicht, die von der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen auf der ITB vorgestellt wurde, sind die Deutschen bei ihrer Reiseplanung in diesem Jahr zwar »etwas zögerlicher«. Doch insgesamt wollen sie eher im statt am Urlaub sparen. Trotz negativer Konjunkturaussichten haben Ferienreisen im-mer noch einen besonderen Stellenwert.
So wirbt Israel wie auch andere Ur-
laubsländer in diesem Jahr ganz besonders intensiv um die Gunst der deutschen Reiseweltmeister. Das Staatliche Israelische Verkehrsbüro hat hier TV-Spots, Internet-, Magazin- und Zeitungsanzeigen geschaltet. Fünf Millionen Euro lassen sich die Verantwortlichen ihre Marketinginitiative in der Bundesrepublik in diesem Jahr kosten.
Wichtige Events, die dabei eine Rolle spielen: die Veranstaltungen zum 100-jährigen Bestehen Tel Avivs, die am 4. April offiziell beginnen. Und der Besuch von Papst Benedikt XVI., der vom 11. bis 15. Mai im Heiligen Land erwartet wird. Zahlreiche Pilger sollen ihm folgen. Dani Neumann, scheidender Direktor des Verkehrsbüros, ist optimistisch: »Diese Ereignisse werden sicherlich viele Besucher nach Israel bringen.«

"Two serious people sit on outdoor metal stairs in casual, tactical clothing, appearing tired or contemplative, with sunlight casting shadows behind them against a plain wall in a rugged environment."

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