London

Angriff auf schwangere Jüdin: Schläge in den Bauch

Im Stadtteil Stamford Hill leben viele orthodoxe Juden. Foto: imago/i Images

Der Angriff auf eine 20-jährige orthodoxe Jüdin in London am helllichten Tag entsetzt Großbritannien. Das Board of Deputies of British Jews, der Dachverband der Gemeinschaft, erklärte, man sei »äußerst bestürzt über den abscheulichen Angriff auf eine schwangere jüdische Frau in Stamford Hill.«

FESTNAHME Auf einem vom Sicherheitsdienst Shomrim veröffentlichten Video ist der Vorfall zu sehen. Die Aufnahmen zeigen, wie ein korpulenter Mann im mittleren Alter, bekleidet mit einer dunklen Kapuzenjacke, einer dunklen Hose und weißen Turnschuhen und einem Einkaufstrolley in der Hand, sich der jungen Frau von hinten nähert, ihr einen schwarzen Kissenüberzug über den Kopf stülpt und mehrmals im Bauchbereich auf sie einschlägt. Anschließend greift der Mann seinen Trolley und rennt weg.

Der Vorfall ereignete sich am vergangenen Donnerstag gegen 18.30 Uhr in der Manor Road in dem überwiegend von orthodoxen Juden bewohnten Stadtteil Stamford Hill nördlich der Londoner City.

Die Polizei verhaftete am Montag einen Mann Ende 50, der der Tat verdächtig ist. Die Ermittlungen seien aber noch im Gang, und auch das Motiv sei noch unklar, so die Metropolitan Police. Man glaube nicht, dass der Vorfall mit anderen Straftaten in Zusammenhang stehe.

Das Opfer wurde mit leichten Verletzungen und einem Schock ins Krankenhaus gebracht. Die Frau ist im siebten Monat schwanger. Rabbiner Herschel Gluck, Präsident des Sicherheitsdienstes Shomrim, beschrieb den Angriff als »gewalttätig und brutal«. Das Opfer sei »schwer traumatisiert«. Bereits in den vergangenen Monaten soll es laut Shomrin zu mehreren solcher Vorfälle in London gekommen sein. mth

Dokumentation

»Mehr Mut zu unbequemen Wahrheiten!«

Die Jüdische Allgemeine ist mit dem Tacheles-Preis ausgezeichnet worden. Hier dokumentieren wir die Dankesrede von JA-Chefredakteur Philipp Peyman Engel

von Philipp Peyman Engel  21.05.2026

Nachruf

Barney Frank mit 86 Jahren gestorben

Als liberale Stimme im Washingtoner Kongress prägte der jüdische Abgeordnete der Demokraten sowohl die Debatten über Finanzmarktregulierung als auch über die Rechte von Homosexuellen

 20.05.2026

Spanien

Mordverdacht: Sohn von Mango-Gründer festgenommen

Die Polizei in Katalonien hat Medienberichten zufolge den Sohn des Mango-Gründers und Philanthropen Isaak Andic festgenommen. Jonathan Andic war als einziger dabei, als sein Vater im Dezember 2024 einen Abhang hinunterstürzte

 19.05.2026

Washington D.C.

Abgeordneter Jared Moskowitz erhält antisemitisch motivierte Morddrohungen

In Zuschriften wird der Demokrat unter anderem als »zionistisches, jüdisches verdammtes Schwein« (»zionist Jewish fucking pig«) beschimpft. Er ist nicht der einzige jüdische Politiker in den USA, der bedroht wird

 19.05.2026

London

Israeli in Golders Green zusammengeschlagen

Der 22-Jährige wurde über die Straße gezerrt und geschlagen, bis er beinahe das Bewusstsein verlor

 19.05.2026

Kanada

Kritik an Pro-Terror-Konferenz in Toronto

Die Veranstaltung soll die Massaker vom 7. Oktober 2023 würdigen und wird von verbotenen Organisationen getragen

 18.05.2026

Großbritannien

Ausstellung zu Hamas-Massaker wegen Sicherheitsbedenken ohne Hinweisschild

Die Polizei will den genauen Standort der Schau möglichst lange geheim halten. Anti-Terror-Einheiten sind in den Schutz der Präsentation über den Terror des 7. Oktobers eingebunden

 18.05.2026

Frankreich

Das Glück, wenn ich es will

Gérard Blitz und Gilbert Trigano gründeten einst den Club Méditerranée. Und eine Utopie der Gemeinsamkeit aus der Nachkriegszeit wurde zum Trend

von Mark Feldon  17.05.2026

Hollywood

Der unaufgeregte Glam der Zoë Kravitz

Die Tochter berühmter Eltern hat sich eine eigene Karriere aufgebaut – und ist stolz auf ihre afroamerikanischen und jüdischen Wurzeln

von Nicole Dreyfus  17.05.2026