Meinung

Warum Muslime gefordert sind

Wieder ist ein islamischer Hassprediger in Berlin aufgetreten. Die Polizei ermittelt. Auch die Gesellschaft muss reagieren

14.01.2016 – von Nathan GelbartNathan Gelbart

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Erneut kam es in Berlin zu einer Hasspredigt von Muslimen gegen Juden. Kurz nach Weihnachten fand in Treptow eine Gedenkfeier statt. Geehrt wurde kein anderer als der libanesische Terrorist und Hisbollah-Kämpfer Samir Kuntar, der im Dezember nahe Damaskus bei einem mutmaßlich israelischen Luftangriff getötet wurde.

mörder Er saß wegen mehrfachen Mordes im Gefängnis: 1979 hatte er in Nahariya den Israeli Danny Haran vor den Augen von dessen vierjähriger Tochter Einat erschossen, danach erschlug er das kleine Mädchen mit einem Gewehrkolben. In seiner Rede bezeichnete Sheikh Hassan Shahrour von der Al-Mustafa-Moschee in Neukölln den Mörder als »Führer und Märtyrer« und die Israelis als die eigentlichen Terroristen.

Es ist vom Grunde her berechtigt, wenn man fordert, dass Hass und Gewalt unabhängig von ihrem Ursprung zu verurteilen sind. Wer jedoch auf der einen Seite propagiert, Antisemitismus und Rassismus hätten in diesem Land keinen Platz, darf nicht die Augen vor unangenehmen Erkenntnissen verschließen: Aufrufe zu Hass und Gewalt gegen andere Religionsgemeinschaften, gegen Frauen und Homosexuelle kommen oft von Predigern in Moscheen, die aus dem arabischen Ausland kommend das vorbeten, was in der islamischen Welt in fast jedem Freitagsgebet von Kairo bis Teheran mit begeistertem Applaus aufgenommen wird.

Schon im Juli 2014 hatte Imam Bilal Ismail in der Neuköllner Al-Nur-Moschee gehetzt, Allah möge die Juden töten; er wurde im November 2015 wegen Volksverhetzung zu einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen verurteilt. Ebenfalls in dieser Moschee hatte Sheikh Abdel Moez al Eila im Januar 2015 gesagt, eine Frau dürfe sich dem Sex mit ihrem Mann nie verweigern, sonst würde sie von den Engeln verflucht.

mainstream Den morgenländischen Mainstream hier tatenlos gewähren zu lassen, ist nicht etwa tolerant, sondern schlichtweg fahrlässig und leistet Beihilfe zum weiteren Raubbau an unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung.

Von der Berliner Polizei war zu vernehmen, dass das Video der letzten Hasspredigt gegenwärtig übersetzt wird. Ein wichtiger Schritt. Dennoch sind es auch die hier mehrheitlich friedlich lebenden Muslime, die gefragt sind, sich dem in ihren Gebetsstätten immer wieder verbreiteten Hass auf unsere gemeinsamen Werte zu widersetzen.

Der Autor ist Rechtsanwalt in Berlin und Vorsitzender des Keren Hayesod Deutschland.

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