Berlin

Schäuble mit Galinski-Preis geehrt

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble trägt sich in das Gästebuch der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem ein (Archivbild, 2018). Foto: dpa

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) ist am Montag mit dem Heinz-Galinski-Preis der Berliner Jüdischen Gemeinde und der Heinz-Galinski-Stiftung geehrt worden. Der Preis wurde Schäuble bei einem Festakt im Jüdischen Gemeindehaus Fasanenstraße in Berlin überreicht.

Mit der Auszeichnung wurden seine besonderen Verdienste um das jüdische Leben in Deutschland und um die deutsch-israelischen Beziehungen gewürdigt. Die Laudatio auf den Bundestagspräsidenten hielt die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Charlotte Knobloch.

STIMME Knobloch würdigte den CDU-Politiker als einen Menschen, der immer wieder deutlich seine Stimme gegen Demagogen und Antidemokraten im Land erhebe und dem die Beschäftigung mit der deutschen Vergangenheit ein besonderes Anliegen sei. Wie nur wenige andere habe sich Schäuble in seiner in höchstem Maße verdienstvollen politischen Laufbahn für die jüdische Gemeinschaft in Deutschland verwendet, sagte Knobloch.

Mit der Ehrung wurden auch Schäubles besondere Verdienste um das jüdische Leben ausgezeichnet.

Als ein wahrer und aufrichtiger Freund des Staates Israel habe er sich zudem unermüdlich für die Beziehungen zwischen Deutschland und Israel eingesetzt und sei für die deutsch-israelische Freundschaft »stets ein Fels in der Brandung«, sagte Knobloch.

Gerade in den aktuellen schwierigen und unsicheren Zeiten könne die jüdische Gemeinschaft in Deutschland dankbar und glücklich sein, dass es fähige und selbstbewusste Sachwalter der Demokratie wie den Bundestagspräsidenten gebe, die sich einer Verrohung der politischen Sitten zuverlässig in den Weg stellen und »auf die wir bauen und auf die wir uns verlassen können«, sagte Knobloch. In Anbetracht der andauernden Erosion der freiheitlichen Fundamente des Landes sei diese demokratische Standhaftigkeit heute ganz besonders gefragt.

ERINNERUNG Der Heinz-Galinski-Preis wird jährlich von der Berliner Jüdischen Gemeinde und der Heinz-Galinski-Stiftung in Erinnerung an den langjährigen Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde Berlin und des Zentralrats der Juden in Deutschland, Heinz Galinski (1912–1992), vergeben.

Gerade heute kann die jüdische Gemeinschaft dankbar sein, dass es Politiker wie Schäuble gibt.

Bisherige Preisträger sind unter anderem Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), der Sänger Wolf Biermann, der erste Direktor des Jüdischen Museum Berlin, W. Michael Blumenthal, und im vergangenen Jahr der SPD-Politiker und frühere Wehrbeauftragte Reinhold Robbe.  epd

Berlin

Antisemitismus ohne Scham

Der Vorsitzende der jüdischen Gemeinde Kahal Adass Jisroel in Berlin-Mitte wurde nach eigenen Angaben auf der Straße mit dem Tode bedroht

von André Anchuelo  30.07.2026 Aktualisiert

Thüringen

Das Erbe der Simsons

Beim jährlichen Moped-Treffen in Suhl feiern Zehntausende den »Sound des Ostens«. Doch hinter der Kultmarke steht die Geschichte einer von den Nazis vertriebenen jüdischen Unternehmerfamilie

von Helmut Kuhn  30.07.2026

Fußball

Rot-Weiß verbindet

Vergangene Woche gründete sich mit den »FCB Chaverim« der deutschlandweit erste jüdische Fanklub des FC Bayern München

von Luis Gruhler  30.07.2026

Erinnerung

Für immer

Manchmal sind es die kleinen Dinge, von denen wir uns nie trennen würden. Wir haben Gemeindemitglieder gefragt, welche Gegenstände ihnen viel bedeuten

von Christine Schmitt  30.07.2026

Unterfranken

Dem Hass die Stirn bieten

Nach dem brutalen Angriff auf ein Mitglied der Deutsch-Israelischen Gesellschaft riefen prominente Redner bei einer Mahnwache in Würzburg zum Widerstand gegen Antisemitismus auf

von Stefan W. Römmelt  30.07.2026

CSD

Vom Feiern zum Schock

Auch viele queere Jüdinnen und Juden tanzten fröhlich auf Berliner Straßen – bis der Anschlag geschah

von Christine Schmitt  29.07.2026

Lesen

Zehn Welten

Die Journalistin Anna Lutz hat Jüdinnen und Juden porträtiert und darüber ein Buch veröffentlicht. Entstanden sind Geschichten zwischen Nähe und Distanz

von Leon Stork  28.07.2026

Kino

»Das ist das Vermächtnis meines Vaters«

Alice Brauner setzt als Produzentin die Familientradition fort. Ein Gespräch über ihren neuen Film »Block 10«, Herausforderungen für Schauspieler und intensive Recherchen

von Christine Schmitt  28.07.2026

München

Vorhang auf für die Kids

Zum Start der Sommerferien führen die Kinder der Sinai-Grundschule ein Musical in englischer Sprache auf

von Luis Gruhler  28.07.2026