Magdeburg

»Wir möchten zurückbekommen, was wir verloren haben«

Blick auf Sachsen-Anhalts Landeshauptstadt Magdeburg (Symbolfoto) Foto: imago images/ecomedia/robert fishman

Die Magdeburger Synagogen-Gemeinde hofft auf die baldige Erteilung der Baugenehmigung für den Neubau einer Synagoge, die den Pogromen vom 9. November 1938 zerstörten Vorgängerbau ersetzen soll.

Nachdem der Antrag auf Erteilung einer Baugenehmigung im Dezember gestellt wurde, werde voraussichtlich spätestens im Mai mit den Bauarbeiten begonnen, sagte der Vorstandsvorsitzende der Gemeinde, Wadim Laiter, dem Evangelischen Pressedienst (epd): »Wir müssen zurückbekommen, was wir verloren haben.« Der Neubau soll im November 2023 eingeweiht werden.

Es gebe auch Stimmen gegen das Projekt. »Es gibt immer Kräfte, die Synagogen nicht wünschen«, sagte Laiter. Es sei unbestritten, dass Antisemitismus nicht ausgelöscht sei. Der Vorsitzende der Synagogen-Gemeinde berichtet von Drohbriefen, gegen die die Kriminalpolizei »mit Erfolg oder ohne« vorgehe. »Wir stehen unter permanentem Schutz der Polizei«, sagte er mit Hinweis auf das Synagogen-Attentat von Halle von 2019.

Laiter betonte die breite Unterstützung von Bürgerinnen und Bürgern sowie Institutionen, die sich gegen eine Ablehnung der Baupläne wenden. »Die Mehrheit ist dafür, dass die Synagoge gebaut wird, auf der politischen, religiösen und auch auf der gesellschaftlichen Ebene«, sagte er: »Das ist das, was zählt.« Der Förderverein »Neue Synagoge Magdeburg« sammelte unter Leitung der evangelischen ehemaligen Dompredigerin Waltraut Zachhuber unter anderem im Dom und im Dommuseum bereits 400.000 Euro Spenden für den Neubau.

Auch die Landesregierung von Sachsen-Anhalt setzt sich nach Laiters Worten für das Zusammenleben von Juden und Nicht-Juden ein. Das Land bezuschusst den Bau laut Staatskanzlei mit 2,8 Millionen Euro. Die Gesamtkosten lägen voraussichtlich bei rund 3,4 Millionen Euro, hieß es. Der Synagogengemeinde gehören Laiter zufolge 415 Mitglieder an. Etwa 100 weitere Mitglieder gehörten der liberalen Gemeinde an, sagte er. epd/ja

Programm

Ferienprogramm, Retrospektive und ein Rache-Musical: Termine und TV-Tipps

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 26. März bis zum 2. April

 25.03.2026

Berlin

»Ich bin für dich Ron!«

Ali Ertan Toprak, Vorsitzender der Kurdischen Gemeinden Deutschlands, ehrte Israels Botschafter Ron Prosor für dessen Engagement für die kurdischen Gemeinden. Wir dokumentieren die Laudatio im Wortlaut

von Ali Ertan Toprak  25.03.2026

Turnier

Fliegende Kippot

Die Halle war voll, der Spaß groß: Zum ersten Mal trafen zwölf jüdische Teams beim Berlin Jewish Football Cup in Spandau aufeinander

von Pascal Beck  24.03.2026

Sachsen

Rund 1000 Veranstaltungen zum »Jahr der jüdischen Kultur«

Unter dem Titel »Tacheles« steht in Sachsen 2026 das jüdische Leben im Mittelpunkt. Zahlreiche Akteure beteiligten sich. Das Programm wächst noch immer

von Katharina Rögner  24.03.2026

Rothenburg

Unter dem Pflaster

Als im vergangenen Sommer bei Grabungsarbeiten die Fundamente einer Synagoge entdeckt wurden, war das eine Sensation. Messungen zeigen nun: Sie war eine der großen

von Marc Peschke  23.03.2026

Kulturprogramm

Von Spezialitäten und Zumutungen

Der Schriftsteller Dmitrij Kapitelman las im Jüdischen Gemeindezentrum aus seinem jüngsten Buch

von Nora Niemann  23.03.2026

Neukölln

Rechts und links der Sonnenallee

Ein Stadtspaziergang führt auf jüdischen Spuren durch den ehemaligen Arbeiterbezirk

von Pascal Beck  23.03.2026

Gedenken

Zwei Buchenwald-Verbände gegen Auftritt von Wolfram Weimer

In der Gedenkstätte Buchenwald wird am 12. April an die Befreiung des Konzentrationslagers erinnert. Geplant ist ein Grußwort von Kulturstaatsminister Weimer. Zwei Verbände haben damit ein Problem

 23.03.2026

Schule

Vernetzt für die Zukunft jüdischer Bildung

Direktoren aus Deutschland, Österreich und der Schweiz treffen sich in München zum Austausch

von Esther Martel  22.03.2026