Purim

Wer zu spät kommt

Kein Kostüm mehr erhascht? Da hilft nur Schminke. Foto: israelimages

Die Straßenreinigung hat ganze Arbeit geleistet. Von der Riesenfete Karneval ist in Mainz nichts mehr zu sehen. Die Karnevalsvereine haben sich zurückgezogen, die Narrenkappen sind verschwunden, und in den großen und kleinen Kaufhäusern fehlt von Kostümen jede Spur. Tatsächlich, nach Aschermittwoch scheint alles vorbei zu sein. Schlecht für denjenigen, der sich noch kein Purim-Kostüm gesichert hat.

Wenn jemand weiß, wo man auf den letzten Drücker noch ein Kostüm bekommt, dann wahrscheinlich die Experten – sollte man zumindest denken. Doch tatsächlich herrscht bei traditionsreichen Karnevalsvereinen eine gewisse Ratlosigkeit. »Das sieht schlecht aus«, heißt es beim Mainzer Carnevals Club (MCC). Und auch beim großen Bruder, dem Mainzer Carnevals Verein (MCV), zeigt man sich eher pessimistisch. »Ich denke, das ist jetzt vorbei«, sagt Ingrid Schuster, »die meisten Läden haben ihre Kostüme doch schon weggeräumt.« Schlechte Karten für Purim.

Schnäppchen Man muss schon genau hingucken, um in der rheinischen Karnevalshochburg noch die eine oder andere Resterampe auszumachen. Vielmehr ist es auch nicht, was man dieser Tage in der Innenstadt noch findet. »50 Prozent Rabatt auf alle Karnevals-Artikel« verkündet ein handgeschriebenes Werbeplakat an der Fassade eines Ladenlokals in der Lotharstraße. Doch das vermeintliche Schnäppchen im »Karnevals-Schlussverkauf«, entpuppt sich als herbe Enttäuschung. Viel mehr als die üblichen Perücken und ein paar Zauberhüte hat auch dieser Laden nicht zu bieten.

Ganz hoffnungslos ist die Lage aber doch nicht. »Man muss ja nicht unbedingt ein Kostüm kaufen«, meint Ingrid Schuster. Die Frau vom MCV weiß, dass auch die Narren während der »tollen Tage« oft geliehene Kostüme tragen. »Vielleicht versuchen sie es mal bei Meier-Scourteli.« Ein Hoffnungsschimmer: Der Mainzer Kostümverleih bietet historische Verkleidungen und individuelle Beratung. »Natürlich verleihen wir Kostüme. Aber für Purim? Was brauchen sie denn da?«

Wuppertal

Am helllichten Tag

Nach dem Brandanschlag auf die Synagoge geht das Gemeindeleben in der nordrhein-westfälischen Stadt weiter. Aber was bedeutet diese Normalität?

von Helmut Kuhn  01.10.2026

Rostock

Zunehmend sprachlos

Die Gemeinde hatte Schlimmeres befürchtet, doch Sorgen bleiben auch nach den Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern

 01.10.2026

Wiedervereinigung

Zeit der Blüte

Am 3. Oktober 1990 trat die DDR der Bundesrepublik Deutschland bei. Für jüdische Gemeinden in Ost und West war dies ein neuer Anfang, für manche auch die Rettung. Drei Gemeindemitglieder erzählen, wie sie diese Zeit erlebten

von Christine Schmitt  01.10.2026

Deutschland

Holocaust-Überlebende: Regierung der Linkspartei in Berlin wäre eine Katastrophe

»Hier muss die Politik gründlich aufpassen, dass das nicht passiert«, sagt Charlotte Knobloch bei »Maischberger«

 01.10.2026

Wahl

»Der Schock sitzt tief«

Jüdinnen und Juden blicken mit großer Skepsis auf eine mögliche Regierungsbeteiligung der Linken. Sie fordern klare Zusagen zum Kampf gegen Antisemitismus

von Christine Schmitt  30.09.2026

Rathaus Neukölln

Berlin

Hillel zieht seine Chanukkia aus dem Rathaus Neukölln ab

Der jüdische Bildungsverein will seine Chanukka-Feier künftig an einem »neutralen Ort« abhalten. Für den scheidenden Bürgermeister Martin Hikel ist die Entscheidung ein Schock

 01.10.2026 Aktualisiert

Programm

Tipps und Termine

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 1. Oktober bis zum 8. Oktober

 30.09.2026

Chemnitz

Gestohlener Davidstern sichergestellt

Unbekannte hatten laut Polizei in der Dauerausstellung des Lern- und Gedenkortes eine Schautafel beschädigt und den Davidstern mitgenommen

 28.09.2026

Archäologie

Hoffnung auf Latrinen - Grabung legt mittelalterliche Keller frei

Die Funde auf dem Areal der zweiten Jüdischen Gemeinde informieren über das Leben im mittelalterliche Erfurt. Zugleich geben sie Einblicke in die Stadtplanung des 13. Jahrhunderts

von Matthias Thüsing  28.09.2026