Jüdische Gemeinde zu Berlin

Vertrag mit Daniel Alter ausgelaufen

Rabbiner Daniel Alter Foto: Gregor Zielke

Jüdische Gemeinde zu Berlin

Vertrag mit Daniel Alter ausgelaufen

Nach drei Jahren kann die Stelle des Antisemitismusbeauftragten nicht mehr finanziert werden

 19.11.2015 10:53 Uhr

Die Jüdische Gemeinde zu Berlin hat den Vertrag mit Rabbiner Daniel Alter als Antisemitismusbeauftragter nicht verlängert. Die Gemeinde begründete diesen Schritt mit Finanzierungsfragen.

»Seit drei Jahren finanziert die Gemeinde diese Stelle zu 100 Prozent. Parallel dazu wurden die Gehälter aller Gemeindemitarbeiter zum ersten Mal seit zwölf Jahren erhöht. Leider besteht nun seit geraumer Zeit auch ein erhöhter Bedarf für Sicherheitsausgaben.« All diesen Verpflichtungen könne »die Berliner Gemeinde weiterhin nur nachkommen, wenn der Berliner Senat seine Verpflichtungen aus dem Staatsvertrag und dem Gerichtsurteil« erfülle. Die Gemeinde bedauere, dass sie »seine Arbeit nur drei Jahre finanzieren konnte«.

Für die Jüdische Gemeinde zu Berlin sei die Tätigkeit so wichtig gewesen, dass sie vor drei Jahren entschieden habe, erstmals die Stelle eines hauptamtlichen Antisemitismusbeauftragten zu schaffen, hieß es in dem Statement.

Facebook Rabbiner Daniel Alter war seit Ende 2012 Antisemitismusbeauftragter der Jüdischen Gemeinde zu Berlin. Bereits am Dienstag postete Alter auf seiner öffentlich zugänglichen Facebook-Seite: »Mein Arbeitsverhältnis mit der Jüdischen Gemeinde zu Berlin ist seit Sonntag beendet.«

Der 56-jährige Alter hatte sich immer wieder in gesellschaftlichen Diskussionen zu Wort gemeldet und Antisemitismus angeprangert. Im Sommer 2012 wurde er von mehreren Männern im Berliner Stadtteil Friedenau geschlagen und beleidigt. Die Tat war Ausgangspunkt einer neuen Debatte über antisemitische Tendenzen in der Gesellschaft. epd/ja

Berlin

Antisemitismus ohne Scham

Der Vorsitzende der jüdischen Gemeinde Kahal Adass Jisroel in Berlin-Mitte wurde nach eigenen Angaben auf der Straße mit dem Tode bedroht

von André Anchuelo  30.07.2026 Aktualisiert

Thüringen

Das Erbe der Simsons

Beim jährlichen Moped-Treffen in Suhl feiern Zehntausende den »Sound des Ostens«. Doch hinter der Kultmarke steht die Geschichte einer von den Nazis vertriebenen jüdischen Unternehmerfamilie

von Helmut Kuhn  30.07.2026

Fußball

Rot-Weiß verbindet

Vergangene Woche gründete sich mit den »FCB Chaverim« der deutschlandweit erste jüdische Fanklub des FC Bayern München

von Luis Gruhler  30.07.2026

Erinnerung

Für immer

Manchmal sind es die kleinen Dinge, von denen wir uns nie trennen würden. Wir haben Gemeindemitglieder gefragt, welche Gegenstände ihnen viel bedeuten

von Christine Schmitt  30.07.2026

Unterfranken

Dem Hass die Stirn bieten

Nach dem brutalen Angriff auf ein Mitglied der Deutsch-Israelischen Gesellschaft riefen prominente Redner bei einer Mahnwache in Würzburg zum Widerstand gegen Antisemitismus auf

von Stefan W. Römmelt  30.07.2026

CSD

Vom Feiern zum Schock

Auch viele queere Jüdinnen und Juden tanzten fröhlich auf Berliner Straßen – bis der Anschlag geschah

von Christine Schmitt  29.07.2026

Lesen

Zehn Welten

Die Journalistin Anna Lutz hat Jüdinnen und Juden porträtiert und darüber ein Buch veröffentlicht. Entstanden sind Geschichten zwischen Nähe und Distanz

von Leon Stork  28.07.2026

Kino

»Das ist das Vermächtnis meines Vaters«

Alice Brauner setzt als Produzentin die Familientradition fort. Ein Gespräch über ihren neuen Film »Block 10«, Herausforderungen für Schauspieler und intensive Recherchen

von Christine Schmitt  28.07.2026

München

Vorhang auf für die Kids

Zum Start der Sommerferien führen die Kinder der Sinai-Grundschule ein Musical in englischer Sprache auf

von Luis Gruhler  28.07.2026