Roman Grinberg

»Ven ikh her muzik ...«

Pflegt und erhält das jiddische Liedgut: Roman Grinberg Foto: dpa

Er ist ein Garant für jiddischsprachige Unterhaltung auf höchstem künstlerischen Niveau und prägt seit 30 Jahren auch die jüdische Musikszene im Nachbarland Österreich.

Ob Chuppa, Klezmer-Konzert, internationale Festivalbühne oder Theater, ob als Solist oder mit der eigenen Band – Roman Grinberg hat seine berufliche Lebensaufgabe in der Erhaltung, Pflege und Verbreitung jüdischer Musik gefunden. Darüber hinaus befasst sich der Künstler auch intensiv mit dem berühmten jüdischen Humor, was jeder, der einmal eines seiner Konzerte besucht hat, bestätigen kann.

Chor Vielen wird Roman Grinberg aber auch als Dirigent des weltbekannten Wiener Jüdischen Chors bekannt sein. Mit dem Chor tritt Grinberg regelmäßig von Tel Aviv bis Caracas und von Moskau bis New York auf. Ein Highlight des Chors war das Konzert in Wien vor einigen Jahren, als seine Gruppe gemeinsam mit 400 anderen Sängern aus ganz Europa zuerst »Oseh Schalom« sang und danach – gemeinsam mit den mehr als 1000 Zuschauern – die Hatikva, Israels Nationalhymne.

Dass Grinberg das Ganze dirigierte, war kein Zufall: Schließlich hatte der Künstler damals das erste Europäische Jüdische Chorfestival organisiert. »So einen großen jüdischen Chor hat es auf der Welt noch nie gegeben«, sagte Grinberg im Anschluss.

Am heutigen Mittwoch nun gibt Grinberg ein Solo-Konzert unter dem Motto »Dos is Jiddisch! Jiddische Lieder & Jüdischer Humor« in der Jüdischen Gemeinde zu Berlin. »Ven ikh her muzik, ven ikh shpil un zing, fil ikh az ikh flik«, sagt Grinberg über seine Liebe zur Musik. »Wenn ich Musik höre, wenn ich spiele und singe, fühle ich, dass ich fliege.«

sprache Grinbergs Familie stammt aus Belcz, er selbst ist mit Jiddisch groß geworden. Dass die Sprache tot sei, hört der Sänger nicht gerne. Zu seinem Antrieb als Künstler gehört, das Jiddische am Leben zu erhalten. »Vor vielen Jahren bin ich mit einem amerikanischen Sprachwissenschaftler zusammengetroffen, der meinte, das Jiddische gebe es nicht mehr«, sagt Grinberg.

»Der springende Punkt war: Er meinte, wenn nur Altes gelesen und gehört werde, dann sei die Sprache eben nicht mehr lebendig«, erinnert sich der Künstler. Diese Begegnung ist ihm noch lange im Kopf herumgespukt. Seitdem wusste er, dass etwas Neues entstehen müsse. Wie dies genau aussieht und wie sich das anhört, das Neue, davon können sich die Berliner heute Abend einen Eindruck verschaffen. ja

Karten für das Konzert im Gemeindehaus in der Fasanenstraße 79–80 (19.30 Uhr) gibt es an der Abendkasse oder telefonisch unter 030/88 02 80.

Tu Bischwat

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