Jewrovision

»... und Action!«

Hallo, ich bin Susan, und ich ...» Stopp! Noch mal von vorn. Eyal Levinsky, Referent beim Zentralrat der Juden, und Regisseur Leon Spanier sind sich einig: Dieser Satz sitzt noch nicht ganz. «Versuch doch mal, in diese Richtung zu schauen. So, als ob du mit jemandem sprichst», sagt Levinsky. «Und bitte!»
Geduldig wiederholt -Susan Sideropoulos den Satz. Dann noch einmal: Schließlich ist alles im Kasten. Und die nächste Szene kann gedreht werden.

Was in der vergangenen Woche vor einer großen grün verhangenen Wand in Berlin aufgenommen wurde, ist natürlich noch ziemlich geheim und soll erst am Samstagabend gezeigt werden, wenn die Jewrovision eröffnet wird.

Kamera Ein kleines bisschen kann Susan Sideropoulos aber schon einmal verraten: Es wird lustig. «Wir nehmen uns selbst etwas aufs Korn», sagt die Berliner Schauspielerin und Moderatorin.

Ganz allein ist die 37-Jährige dabei nicht. Unterstützung vor der Kamera bekommt sie unter anderem von Rapper Ben Salomo, Shai Hoffmann, Mike Delberg von der Jüdischen Studierendenunion und dem Geschäftsführer des Zentralrats der Juden, Daniel Botmann.

Szenenwechsel: Spanier und Levinsky proben die Fahrt der Kamera in den Raum. Sind irgendwo noch Kabel zu sehen, steht der Stuhl am richtigen Platz und stimmt die Perspektive? Levinsky checkt alles gewissenhaft auf einem kleinen Monitor.

Leon Spanier läuft vorsichtig mit der Kamera in den Raum und platzt mitten in eine Unterhaltung hinein. Daniel Botmann und Referent Marat Schlafstein besprechen Details. Was genau soll mit der Jewrovision geschehen? Was soll neu werden? Dann lacht jemand. Also nochmal das Ganze: Alles auf Anfang. Nach einigen Takes ist auch diese Szene fertig. Was allerdings genau dort besprochen wurde, wird nicht verraten.

Captain America Zurück vor die grüne Wand: Mike Delberg spricht energisch in die Kamera. Er gestikuliert, sein Gesicht sieht verärgert aus. Worüber regt er sich auf? Und warum trägt die Pädagogin Xenia Fuchs ein Captain-America-Schild? Bis zum Samstagabend werden sich die Jewrovision-Besucher wohl noch gedulden müssen.

Aber bekanntlich vergeht die Zeit ja mit den sozialen Medien schneller. Und wer es so gar nicht mehr aushält, der kann ja seine eigenen Vorbereitungen, die Anfahrt, ein Selfie oder etwas ganz anderes unter Hashtag Jewro18 auf Instagram posten, denn das, so sagt Eyal Levinsky, ist der offizielle Hashtag des Tanz- und Gesangswettbewerbs.

Susan Sideropoulos wird den Abend auf jeden Fall in den sozialen Medien begleiten. «Es ist natürlich ein bisschen schwierig, weil man nichts verpassen und gleichzeitig etwas zeigen will.»
Die erfahrende Moderatorin hat noch einen ganz anderen Vorschlag: «Ich dachte schon immer, dass man den Wettbewerb eigentlich im Fernsehen übertragen müsste, so cool ist das. Die Leute da draußen haben ja gar keine Ahnung, was sich die Jugend ausdenkt und wie groß das mittlerweile geworden ist.»

Vielleicht klappt es ja bei der Jewrovision im kommenden Jahr?

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Alija

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