Makkabiade

»Spiele für alle«

Makkabi-Deutschland-Chef Alon Meyer Foto: Rafael Herlich

Makkabiade

»Spiele für alle«

Bei den nationalen Wettkämpfen im Mai treten jüdische und nichtjüdische Sportler an

von Heide Sobotka  04.01.2016 11:28 Uhr

Erstmals nach 20 Jahren wird es in diesem Jahr eine nationale Makkabiade in Deutschland geben. Makkabi-Deutschland-Chef Alon Meyer möchte damit auch den vielen Makkabäern danken, die »Woche für Woche ihre Knochen für ihren jüdischen Sportverein hinhalten« und nicht an den European Maccabi Games (EMG) teilnehmen konnten, weil sie nicht jüdisch sind. »Das sind wir ihnen schuldig. Es sollen Spiele für alle Makkabäer sein«, sagt Meyer in einem Interview. Die Wettkämpfe werden im Mai in der Duisburger Sportschule Wedau stattfinden.

Meyer erinnere sich noch gut daran, wie der damalige Vorsitzende des Zentralrats der Juden, Ignatz Bubis sel. A., die Spiele an gleicher Stätte eröffnete. Auch in diesem Jahr sei der Zentralrat mit von der Partie. Präsident Josef Schuster habe die Einladung, die Schirmherrschaft zu übernehmen, sofort angenommen, sagt Meyer. Er sei zuversichtlich, auch von der nordrhein-westfälischen Ministerpräsidentin, Hannelore Kraft, eine positive Antwort zu erhalten.

Sportarten Die Spiele vom 13. bis 16. Mai werden in acht Sportarten ausgetragen. Dabei habe man sich bemüht, Mannschafts- und Individualsportarten gleichwertig zu berücksichtigen. Es werde Turniere im Fußball und Basketball, Tischtennis und Schach geben – Sportarten, in denen deutsche Athleten auch schon bei den EMG in Berlin im vergangenen Jahr erfolgreich waren.

Von den EMG habe man viel Elan und Erfahrungen mitgenommen, sagt Meyer. Er freue sich, auch viele Medaillengewinner aus Berlin begrüßen zu dürfen, die zum einen als Unterstützer mitfiebern, zum anderen auch in ihren Ortsvereinen mitspielen werden. »Jetzt werden Medaillengewinner, die im Sommer in einer Mannschaft zusammenspielten, mit ihren Ortsvereinsteams gegeneinander antreten. Das ist das Besondere und das Tolle an dem nationalen Event«, betont Meyer.

Viele Sportler werden in der Sportschule Wedau unterkommen. Doch diese allein werde nicht ausreichen, um alle Fans und Unterstützer zu beherbergen. Mit einem Kabbalat Schabbat, Diskussionsrunden über jüdische Themen des Alltags und einem Spieleabend wird es auch bei der Mini-Makkabiade ein umfangreiches Begleitprogramm geben. »Es ist ein Machane-Revival für Ältere«, betont Meyer.

Lesen Sie ein ausführliches Interview mit Alon Meyer in unserer Printausgabe am Donnerstag.

www.makkabi.com

Interview

»Alija machen ist wie vom Zehnmeterturm springen«

Sie haben Deutschland verlassen und sich für ein Leben in Israel entschieden. Was hat sie dazu bewogen? Ein Gespräch mit vier »Olim« über Zionismus, einen rastlosen Alltag und die Zukunft des Judentums in der Diaspora

von Joshua Schultheis  19.02.2026

Programm

Lesung, Erkundung, Abrechnung: Termine und TV-Tipps

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 19. Februar bis zum 25. Februar

 19.02.2026

Jewrovision

Unterwegs zum Wettbewerb

Die Lieder stehen fest, die Proben laufen – Hunderte Kinder und Jugendliche in ganz Deutschland fiebern dem Mini-Machane und der Show Mitte Mai schon jetzt entgegen

von Christine Schmitt  19.02.2026

Ukraine-Hilfe

Viele Aufgaben – wenig Geld

Aufwendige Prüfverfahren, zahlreiche Überstunden und unsichere Finanzierung – die Israelitische Gemeinde nimmt auch vier Jahre nach Beginn des Krieges weiterhin Geflüchtete auf

von Anja Bochtler  19.02.2026

Potsdam

Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg und Levinson Stiftung vereinbaren enge Zusammenarbeit

Die Vereinbarung gilt als wichtiger Schritt, um akademische Forschung und rabbinische Ausbildung enger miteinander zu verzahnen und jüdisches Leben in Deutschland langfristig zu stärken

 18.02.2026

Brandenburg

Gesetzestreue Jüdische Landesgemeinde kritisiert Ministerium

Seit vielen Jahren versucht eine streng orthodoxe jüdische Gemeinde in Brandenburg, höhere staatliche Zuschüsse zu bekommen. Dafür werden auch immer wieder die Gerichte eingeschaltet

 18.02.2026

Jugendkongress

400 junge Juden treffen sich in Hamburg

»Strong. Jewish. Here.« - unter diesem Motto kommen rund 400 jüdische junge Erwachsene in Hamburg zu einem bundesweiten Kongress zusammen. Das Treffen soll ein besonderes Signal in politisch angespannten Zeiten sein

von Michael Althaus  18.02.2026

Dresden

Workshops für Polizisten

Der Landesverband Sachsen der Jüdischen Gemeinden und das Sächsische Innenministerium unterzeichneten einen Kooperationsvertrag

von Helmut Kuhn  17.02.2026

Thüringen

Landesgemeinde dringt auf Ehrung von Klaus Trostorff

Klaus Trostorff war Buchenwald-Häftling und leitete später die Mahn- und Gedenkstätte der DDR. Die Jüdische Landesgemeinde will ihm in Erfurt eine Straße widmen

 17.02.2026