Fußball

Souveräner Sieg

Jogi Löw ist gut gelaunt. Der Bundestrainer freut sich auf das Europameisterschaftsturnier. Und der 2:0-Sieg seiner Mannschaft über Israel am Donnerstagabend in Leipzig gibt ihm »Rückenwind«. Schließlich fliegt die Mannschaft am Montag nach Polen, und am kommenden Samstag trifft sie auf Portugal.

Nur wenig Chancen sahen die knapp 43.000 Zuschauer im ausverkauften Zentralstadion, und zwar auf beiden Seiten. Erst in der 15. Minute hatte Toni Kroos nach einem Ausrutscher von Eitan Tibi die erste gute Möglichkeit des Spiels. Auch Jerome Boateng stand kurz vor dem Führungstreffer für Deutschland, er traf in der 19. Minute nur den Pfosten.

In der 40. Minute dann konnte Mario Gomez den Ball im israelischen Netz versenken, als er die Kugel nach Vorlage von Thomas Müller aus kurzer Distanz unter die Latte drosch. Das brachte zwar die deutsche Elf nicht stärker ins Spiel, ließ aber zumindest die Israelis etwas mehr aus der Defensive kommen. Das 2:0 für Deutschland fiel erst in der 82. Minute durch den eingewechselten André Schürrle.

Chancen Für Israel war es die vierte Niederlage im vierten Spiel gegen Deutschland. Anders als bei der letzten Begegnung – vor zehn Jahren in Kaiserslautern hieß es am Ende 7:1 für Deutschland – zog sich die israelische Mannschaft diesmal achtbar aus der Affäre. Sie ließ nur wenig Großchancen für Deutschland zu, agierte nach vorne aber zu harmlos. So war es letztlich ein souveräner Sieg für die deutsche Mannschaft, ohne drückend überlegen zu sein.

Beide Trainer experimentierten viel. Vor allem Israels Eli Guttman wollte mit gleich sechs Auswechslungen vielen Spielern internationale Erfahrung verschaffen. Verzichten musste der israelische Coach auf den verletzten Mittelfeldspieler Almog Cohen vom 1. FC Nürnberg. Itay Shechter und Gil Vermouth, die beide in der vergangenen Saison für den 1. FC Kaiserslautern spielten, kamen zwar zum Einsatz, boten jedoch unauffällige Leistungen.

Das Geschehen auf dem Rasen passte sich dem Ambiente von Leipzig an. Entspannt war es und überwiegend freundlich. Auf dem Platz gab es keine einzige Gelbe oder gar Rote Karte.

Auffällig waren lediglich die nicht wenigen Pfiffe, die während der Hatikwa, der israelischen Hymne, zu hören waren. Zuschauer, die mit israelischen Fahnen ins Stadion gekommen waren, berichteten von einzelnen Pöbeleien. Die Mehrheit aber freute sich über einen freundlichen Empfang in der sächsischen Großstadt. Auch die zahlreich angereisten israelischen Sportjournalisten waren zufrieden.

»Die Israelis waren gut aufgestellt«, lobte Jogi Löw den Gegner, fügte aber hinzu, dass seine Abwehr »nicht besonders«gefordert worden sei. »Nächste Woche«, wenn Deutschland sein erstes EM-Spiel absolviert, »wird mit anderem Tempo gespielt, dann haben wir auch mehr Räume, weil Portugal ja ganz anders spielt.«

Ballberührung Viele Israelfahnen waren im Stadion zu sehen, doch etliche Fans in Blau-Weiß waren irritiert, dass Ariel Harush, Torwart von Beitar Jerusalem, bei jeder Ballberührung ausgepfiffen wurde. An irgendeine Unsportlichkeit Harushs konnte sich weder bei den Fans noch auf der Pressetribüne jemand erinnern.

Vielleicht gefielen den deutschen Fans auch einfach die guten Reflexe des israelischen Keepers nicht, mit denen er seine Mannschaft mehrfach vor weiteren Gegentoren bewahrte. Ansonsten fiel Harush, der den verletzten Stammtorwart Dudu Aouate vom spanischen Erstligisten Real Mallorca vertrat, eigentlich nur wegen seines grell orangefarbenen Trikots auf.

Trainer Eli Guttmann wollte sich nach dem Spiel der guten Laune von Jogi Löw nicht entziehen. »Vielen Dank für alles«, sagte er auf Deutsch zu den Journalisten und fügte hinzu: »Thank you. All the best at the Europameisterschaft.«

Dresden

Workshops für Polizisten

Der Landesverband Sachsen der Jüdischen Gemeinden und das Sächsische Innenministerium unterzeichneten einen Kooperationsvertrag

von Helmut Kuhn  17.02.2026

Thüringen

Landesgemeinde dringt auf Ehrung von Klaus Trostorff

Klaus Trostorff war Buchenwald-Häftling und leitete später die Mahn- und Gedenkstätte der DDR. Die Jüdische Landesgemeinde will ihm in Erfurt eine Straße widmen

 17.02.2026

Hamburg

Altona war schon immer toleranter

Ein Projektraum im Regionalmuseum zeigt 400 Jahre jüdische Geschichte der gesamten Hansestadt

von Heike Linde-Lembke  16.02.2026

München

Brauchtum zu Besuch

Der Tanz der Schäffler im Hof der Sinai-Grundschule verband auf besondere Weise Geschichte und gelebte Gemeinschaft

von Esther Martel  16.02.2026

Restitution

Ideeller Wert

Provenienzforscher der Goethe-Universität übergeben der Jüdischen Gemeinde Frankfurt fünf Bücher

von Katrin Richter  16.02.2026

Trauer

Macher und »Mentsch«

Moritz Rajber war Netzwerker mit Leib und Seele. Nun ist er wenige Tage vor seinem 79. Geburtstag gestorben

von Ellen Presser  16.02.2026

Konzert

Neue Klangwelten

Fünf Chöre laden zu einem Abend mit hebräischer, jiddischer, israelischer und synagogaler Musik. Dirigenten und Sänger erzählen, was sie mit ihren Ensembles verbindet

von Christine Schmitt  15.02.2026

Porträt der Woche

Die Gründerin

Gabriela Fenyes ist Journalistin und engagiertes Gemeindemitglied

von Heike Linde-Lembke  15.02.2026

Frankfurt

Ein Abend – trotz allem

Im Philanthropin sprachen die Schoa-Überlebende Eva Szepesi und Ella Shani, eine Überlebende des 7. Oktober, über Zeitzeugen, Schüler und Erinnerungen

von Raquel Erdtmann  12.02.2026