Erfurt

Solidarität vor der Synagoge

Reinhard Schramm, Vorsitzender der Jüdischen Landesgemeinde Thringen in Erfurt Foto: imago images/Karina Hessland

Im Hirschgarten an der Erfurter Staatskanzlei ist am Sonntag »Gegen jeden Antisemitismus« demonstriert worden. Aufgerufen zu der Kundgebung hatte der Freundeskreis Israel im Thüringer Landtag. Anschließend zogen die Teilnehmer zu der nur wenige Hundert Meter entfernten Neuen Synagoge.

Der Vorsitzende der Jüdischen Landesgemeinde, Reinhard Schramm, verurteilte Antisemitismus gegen deutsche Juden in scharfer Form. Dies sei keine Kritik an israelischer Politik, stellte er klar. Wenn die politisch Verantwortlichen und die Gesellschaft israelbezogenen Antisemitismus nicht erfolgreich eindämmten, werden deutsche Juden das Land verlassen, warnte Schramm.

dankbarkeit Die Jüdische Landesgemeinde sei daher dankbar für die am Sonntag vor der Synagoge gezeigte Solidarität oder die Unterstützung von evangelischer und katholischer Kirche.

Der katholische Erfurter Bischof Ulrich Neymeyr sagte, neue Formen des Antisemitismus von chiffrierten Hassbotschaften gegen Juden bis hin zu offen ausgeübter Gewalt, erschreckten ihn: »Ich hatte gehofft, dass es solches nach der Schoa nicht mehr geben würde.« Neymeyr warnte, von der Verharmlosung des Holocaust sei es nur ein kurzer Schritt zu seiner Gutheißung – »und aus der Gutheißung erwächst die Bereitschaft zur Wiederholung, wie wir beim Anschlag auf die Synagoge in Halle am Jom Kippur entsetzt feststellen mussten«.

Auch in Thüringen hatten Gewalt und antisemitische Parolen wegen des jüngsten Konflikts in Israel zuletzt zugenommen. So waren unter anderem Brandsätze auf die am Rathaus Nordhausen gehisste Israel-Flagge geworfen worden. epd

Ehrung

Ein pflichtbewusster Optimist

Fritz Neuland war einer der Wiederbegründer und später Präsident der Münchner Kultusgemeinde. Nun ist eine Straße nach ihm benannt

von Esther Martel  16.03.2026

Auftakt

Schutzversprechen für die jüdische Gemeinschaft

Im Alten Rathaus am Marienplatz begann die Münchner »Woche der Brüderlichkeit« 2026

 16.03.2026

Dresden

Stimme der Aufklärung

Die 90-jährige Schoa-Überlebende Renate Aris erhält für ihr Engagement als Zeitzeugin das Bundesverdienstkreuz

 15.03.2026

Berlin

Signale am Gleis 17

Aktivisten möchten aus dem ehemaligen Bahnwärterhaus eine Info-Werkstatt zur Schoa machen

von Christine Schmitt  15.03.2026

Porträt

Im Einsatz für andere

Jutta Josepovici arbeitete für die ZWST und die Frankfurter Jüdische Gemeinde

von Eugen El  15.03.2026

Leipzig

In sichere Hände

Die Israelitische Religionsgemeinde bekommt eine hebräische Bibel von 1906 geschenkt

von Thyra Veyder-Malberg  14.03.2026

Tel Aviv

Irgendwie Alltag – bis zum Alarm

Eigentlich wollte Jacob Horowitz nur den Halbmarathon in Tel Aviv laufen. Doch dann begann der Krieg mit dem Iran. Wie sich die vergangenen Wochen zwischen Purim, Schutzraum und verschobener Evakuierung anfühlen, das hat er für uns aufgeschrieben

von Jacob Horowitz  12.03.2026

Sport

Vereint am Ball

Jüdische Hobby-Fußballer feiern ihre Gemeinschaft – und möchten in schwierigen Zeiten ein Zeichen setzen

von Christine Schmitt  12.03.2026

Berlin

Interaktives Projekt zur jüdischen Geschichte des Scheunenviertels

Im Scheunenviertel in Berlin-Mitte gibt es seit Mittwoch zehn Straßenmarkierungen auf Jiddisch, Deutsch und Englisch. Über ein interaktives Erinnerungsprojekt wird so an die jüdische Geschichte der Spandauer Vorstadt erinnert

von Markus Geiler  11.03.2026