Kompakt

Schließung, Rücktritt, App

Nach dem Farbanschlag bleibt der jüdische Friedhof »Heiliger Sand« in Worms voraussichtlich bis Mitte September geschlossen. Foto: imago/photothek

Worms

Nach einer Farbattacke auf Grabsteine bleibt der historische jüdische Friedhof »Heiliger Sand« in Worms wegen Reinigungsarbeiten weiter geschlossen. Eine konservatorisch verträgliche Abnahme der Farbe sei voraussichtlich bis Mitte September möglich und werde nach Abstimmung mit der Jüdischen Gemeinde beauftragt, teilte die Stadt am Mittwoch vergangener Woche mit. Am 9. Juli hatte eine offenbar verwirrte 47-jährige Frau aus Baden-Württemberg 18 Grabsteine mit grünlicher Farbe beschmiert. Der »Heilige Sand« in Worms mit seinen rund 2500 Grabsteinen gilt als ältester erhaltener jüdischer Friedhof in Europa. epd

Saarbrücken

Der Vorstandsvorsitzende der Synagogengemeinde Saar, Richard Bermann, hat kurz nach seinem 79. Geburtstag bekannt gegeben, die Amtsgeschäfte nach insgesamt 24 Jahren in jüngere Hände legen zu wollen. Am 8. Juli war Ricarda Kunger als Nachfolgerin gewählt worden, teilte der Gemeindevorstand mit. Auf Bermann gehen viele Initiativen zurück, wie etwa der »Rabbiner-Rülf-Platz« im Herzen der Stadt, der Gedenkort vor der Synagoge, die Entstehung der »Jüdischen Film- und Kulturtage Saarbrücken« und die Einrichtung eines koscheren Lebensmittelladens. Von 1988 bis 1999 war Bermann bereits Vorsitzender der Repräsentanz. Als er im Ruhestand war, wählte ihn die Repräsentanz zum Vorstandsvorsitzenden. Er ist Mitglied des Direktoriums des Zentralrats der Juden und in vielen Verwaltungs- und Stiftungsräten, so auch im Rundfunkrat des SR. In den nächsten drei Monaten wolle er seine Nachfolgerin in das operative Geschäft des Landesverbandes einführen und Ende Oktober endgültig den Stab übergeben. ja

Mainz

Mithilfe eines neuen Moduls zur Mainz-App lässt sich jetzt noch besser auf jüdischen Spuren wandeln. Oberbürgermeister Michael Ebling, Mainzplus Citymarketing und die jüdische Gemeinde stellten die Neuerung vor Kurzem der Öffentlichkeit vor. Mit 3D-Rekonstruktionen des Judenviertels und der alten Synagoge soll die jüdische Geschichte in Mainz erlebbar gemacht werden, heißt es auf der digitalen Informationsplattform Merkurist. Mit der App erlange man Einblicke in das jüdische Mainz und könne damit ein Stück der Geschichte zurückholen, betonte Bürgermeister Ebling. »Wir freuen uns, dass das ehemalige Judenviertel, das einen wichtigen Bestandteil der jüdischen Geschichte ausmacht, nun virtuell aufgearbeitet und somit erlebbar gemacht wurde«, freut sich Gemeindevorsitzende Anna Kirschner. Für das neue Modul der Mainz-App seien keine weiteren technischen Geräte erforderlich, heißt es weiter. Der Download erfolgt über den App Store oder Google Play. Die Nutzung der Mainz-App inklusive aller Module sei kostenlos. ja

Eröffnung

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