Sachsen

Polizei und jüdische Gemeinden kooperieren

Nora Goldenbogen Foto: Steffen Giersch

Im Kampf gegen Antisemitismus wollen jüdische Gemeinden und die Polizei in Sachsen enger zusammenarbeiten. Dazu haben die Vorsitzende des sächsischen Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden, Nora Goldenbogen, und Landespolizeipräsident Jörg Kubiessa am Donnerstag in Dresden eine Vereinbarung unterzeichnet. Ein zentraler Punkt der Kooperation sei die Unterstützung bei der polizeilichen Aus- und Fortbildung, teilte das Landespolizeipräsidium mit.

Laut Kubiessa sollen durch einen gegenseitigen Wissenstransfer Vorurteile abgebaut werden. Zudem seien wirksame Handlungsstrategien gegen Antisemitismus zu erarbeiten, hieß es. Mit dem Wissen aus erster Hand, auch über jüdisches Leben in Deutschland, könnten Polizistinnen und Polizisten schneller antisemitische Taten erkennen und konsequenter dagegen vorgehen, erklärte Sachsens Innenminister Armin Schuster (CDU).

sensibilität Im Rahmen eines ersten Projektes entwickelt der Landesverband der Jüdischen Gemeinden geeignete Formate für die Studienausbildung in der sächsischen Polizei. Außerdem sind gemeinsame Fortbildungen geplant. »Antisemitismus ist eine wachsende Gefahr für Jüdinnen und Juden in unserer Gesellschaft«, sagte Goldenbogen. Um dieser wirksam entgegenzutreten, brauche es Wissen über Erscheinungsformen sowie die nötige Sensibilität.

Die Kooperation mit den jüdischen Gemeinden sei ein weiterer Schritt in der Zusammenarbeit mit externen Partnern im Bereich der Aus- und Fortbildung, teilte das Landespolizeipräsidium mit. Polizeipfarrerinnen und -pfarrer sind seit Jahren als Seelsorger für Polizeibedienstete tätig. epd

Nachruf

Trauer um Elena Solominski

Nach einem Brand in ihrem Wohnhaus erlag die Autorin und Projektleiterin von »1700 Jahre jüdisches Leben« ihren Verletzungen

von Chris Meyer  23.06.2024

Düsseldorf

»Das Judentum hat hier Zukunft«

Michael Anger ist Direktor des Albert-Einstein-Gymnasiums. Im Interview spricht er über seine Wünsche für die ersten Abiturienten, Baustellen und seine Arbeit als Manager auf vielen Ebenen

von Christine Schmitt  23.06.2024

Porträt der Woche

Melodien als Zuhause

Paul Brody fand über die Musik zu den jüdischen Wurzeln seiner Familie

von Gerhard Haase-Hindenberg  23.06.2024

Zusammenarbeit

Appell an Deutschland

Im Bayerischen Landtag diskutierte der Europaausschuss über eine EU ohne Antisemitismus

von Luis Gruhler  23.06.2024

Jahrestag

»Sich fügen heißt lügen«

Vor 90 Jahren wurde der Dichter und Anarchist Erich Mühsam ermordet

von Yvonne Jennerjahn  21.06.2024

Frankfurt

Vor ihrem Zuhause

In der Stadt am Main wurde der 2000. Stolperstein verlegt. Einer davon für Anneliese Himmelstein und ihre Familie

von Johanna Weiß  20.06.2024

Kommunalwahl

Was nun?

Die AfD wurde stärkste Kraft im Osten – jetzt wächst die Sorge vor den Landtagswahlen. Ein Stimmungsbild

von Christine Schmitt  20.06.2024

Bonn

Neues jüdisches Lehrhaus - Für Juden, Christen und Muslime

Der »Room of One« ist an das Berliner Projekt »House of One« angelehnt

von Leticia Witte  19.06.2024

Berlin

Kleine Freundschaften

Seit einigen Jahren arbeiten Erzieherinnen einer jüdischen und einer muslimischen Kita zusammen. Nun erhielten sie den Förderpreis der Deutschen Nationalstiftung

von Helmut Kuhn  19.06.2024