Makkabiade

Noch 43 Tage

FC Landtag NRW gegen Makkabi Allstars lautet die erste Spielansetzung der nationalen Makkabi Games. Das Freundschaftsspiel wird am 13. Mai die Deutschland-Makkabiade 2016 in der Duisburger Wedau eröffnen – die erste nach 20 Jahren. Unter der Schirmherrschaft von Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft und Zentralratspräsident Josef Schuster wollen sich rund 400 jüdische und nichtjüdische Sportler in acht Sportarten messen.

Ein sportliches wie freundschaftliches Treffen von Vereinsmitgliedern, die, wie Organisationsleiter Alex Bondarenko erklärt, auch noch von Schweizer und österreichischen Sportlern unterstützt werden. »Wir wollen hier alle unsere Vereinsmitglieder ehren, auch die nichtjüdischen, die von den European Maccabi Games im Sommer aufgrund der internationalen Statuten ausgeschlossen waren.«

Anmeldungen
Das kleine Team um Bondarenko notiert derzeit noch die letzten An- und Nachmeldungen. Bis zu diesem Donnerstag konnten sich Einzelsportler, in deren Nähe es keine Makkabi-Vereine gibt, oder Vereine mit einzelnen Spielern per Wildcard anmelden. »Wir werden auf 400 Sportler kommen. Das ist aber auch exakt die Zahl, die die größte Sportschule Deutschlands aufnehmen kann«, sagt Bondarenko. Wie vor 20 Jahren ist die Wedau mit ihren vielfältigen Möglichkeiten Austragungsort der nationalen Makkabiade.

Die Freude und Spannung darauf ist groß. Für das Organisationsteam geht es als Nächstes darum, aufgrund der Anmeldungen die Spielansetzungen zu planen. Mit 120 Teilnehmern bilden die Fußballer die größte Gruppe. Acht Mannschaften werden gegeneinander antreten. Sechs Teams gehen beim Basketball, vier und eine mögliche Mixed-Mannschaft beim Volleyball an den Start. Aus der Schweiz kommen Fußballer. »Die Österreicher stellen auf jeden Fall eine Basketballmannschaft. Und wir gucken, dass wir das Volleyballturnier vergrößern können.« Um auch miteinander harmonieren zu können, wird sich die ein oder andere Mannschaft im Vorfeld noch einmal treffen, meint der Organisationsleiter. Da es sich aber in der Regel um Vereinsmannschaften handelt, sollten die Sportler eigentlich aufeinander eingespielt sein.

Bunte Mischung »Im Gegensatz zu den European Maccabi Games und der Makkabiade in Israel sind wir hier bunt gemischt und fördern damit auch die Integration durch den Sport. Wir wollen dadurch Vorurteile abbauen und Ressentiments entgegenwirken.« Juden, Christen und Muslime treten als Sportler gemeinsam an. »Das ist das Schöne und in diesen Tagen absolut wichtig«, sagt Bondarenko. Die größte Gesamtmannschaft stellt übrigens der TUS Makkabi Frankfurt mit allein 80 Teilnehmern. Und nach ihren Wettkämpfen der großen Mannschaften sowie im Tennis, Tischtennis, Schach und Sportschießen wird abends gefeiert.

»Zu Beginn ein großer Kabbalat Schabbat, eine Player’s Night, ein Pokerturnier, Barbecue, Party mit Livemusik und eine fulminante Abschlussparty im Seehaus«, zählt Bondarenko auf. Die Janusz Korczak Akademie unterstützt die Sportveranstaltung und bietet Workshops mit Themen zur Geschichte von Makkabi und Israel in den Medien an. Geplant ist eine Fotoausstellung, ein Aktiven-Workshop sowie ein Schnupperkurs für Krav Maga und weitere Kulturangebote.

Warum dies alles in vier Tagen zu schaffen sein wird, verrät Bondarenko auch. Die Spieldauer werde man verkürzen müssen. Um wieviel genau, werde noch diskutiert, aber sicher werde ein Fußballspiel keine 90 Minuten dauern. »Wir haben mehrere Spielansetzungen am Tag, die müssen untergebracht werden.«

Spirit Er freue sich sehr auf die Spiele, die aus dem positiven Spirit der EMG erwachsen sind. »Ich hoffe, dass wir nicht wieder 20 Jahre warten müssen, bis erneut nationale Meisterschaften ausgetragen werden«, sagt Bondarenko. Das werde er auch nicht zu entscheiden haben. Ein mögliches Datum wäre schon 2018. Man denke über eine Jugend-Makkabiade nach. In diesem Jahr sind noch Sportler eingeladen, die älter als 18 Jahre sind. Das soll sich bei einem nächsten Event ändern. Man wolle dann speziell jugendliche Sportler unter 18 ansprechen.

Aber das ist noch Zukunft. Derzeit steckt das Makkabi-Deutschland Team noch mitten in den Vorbereitungen. Dabei spielt auch die Sicherheit eine große Rolle. Doch Bondarenko ist gelassen. »Wir haben eine ganz gute Sicherheitsabteilung, die sich darum kümmert.« Er erzählt, dass einer der Sicherheitschefs Mitbegründer der GSG 9 ist und auch bei den European Maccabi Games dabei war. »Wir machen uns eigentlich wenig Sorgen um die Sicherheit. Wir haben natürlich auch Kontakt mit der Polizei und haben uns schon mit der Hauptkommissarin getroffen, die für unser Event zuständig ist.« Die Sportschule werde vor den Veranstaltungen auf Sicherheit gecheckt und abgesucht. »Alles, was dazu gehört.«

Prominenz Noch sind es knapp sieben Wochen bis zur Eröffnung der Deutschland-Makkabiade. Auf der Webseite zählt die digitale Uhr die Zeit herunter. Dazu hat sich auch politische Prominenz angesagt. So wird Christina Kampmann, Ministerin für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen, als Vertreterin der Ministerpräsidentin an der Eröffnung teilnehmen und ein Grußwort sprechen.

Zentralratspräsident Josef Schuster und Makkabi-Präsident Alon Meyer werden Reden halten. Das Schlusswort wird der Oberbürgermeister der Stadt Duisburg, Sören Link, haben. Link habe auch schon angekündigt, dass er sich verschiedene Spiele ansehen möchte, verrät Bondarenko. »Wir waren gerade gemeinsam mit Alon Meyer bei ihm. Von dieser Seite erwarten wir starke Unterstützung.«

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