München

Maßnahmen, Jugendzentrum, Digitalisierung

Der Israelitische Friedhof Thalkirchner Straße Foto: imago/Reinhard Kurzendörfer

Maßnahmen

Der Israelitische Friedhof muss wegen der aktuellen Corona-Gefahrenlage bis auf Weiteres geschlossen bleiben. Besuche sind in dieser Zeit nicht erlaubt. Auch auf Arbeiten an den Gräbern muss verzichtet werden. Darüber hinaus gibt es Einschränkungen bei den Bestattungen. Der Friedhof wird erst 20 Minuten vor dem Termin geöffnet. An einer Bestattung dürfen maximal 15 Personen teilnehmen, wobei der Mindestabstand von mindestens eineinhalb Metern eingehalten werden muss. Händeschütteln und andere körpernahe Begrüßungen sollten vermieden werden. Bei zeitlich aufeinanderfolgenden Bestattungen kann der Friedhof immer nur für eine Bestattung geöffnet werden. Dadurch könnten eventuell Wartezeiten entstehen. Zu den unvermeidbaren Maßnahmen gehört auch, dass die Aussegnungshalle geschlossen bleiben muss.  ikg

Jugendzentrum

Ein Opfer der Krisenlage wurden auch die Teilnehmer des geplanten Zeltlagers. Wie das Jugendzentrum mitteilte, wird es allerdings nur verschoben und sobald wie möglich nachgeholt. Noch keine Entscheidung wurde hinsichtlich des geplanten Sommermachane getroffen. Die angemeldeten Teilnehmer werden aber schnellstmöglich über die aktuelle Entwicklung informiert.  ikg

Digitalisierung

Das IKG-Kulturzentrum, das sich über die Jahrzehnte zu einem Ort der Begegnung und einem Forum für Wissensvermittlung rund um das Thema Judentum entwickelt hat, gehört zu den Bereichen der Gemeinde, die am stärksten von der aktuellen Corona-Krise betroffen sind. Die Veranstaltungen am Jakobsplatz werden jährlich von Tausenden Menschen besucht, an der Jüdischen Volkshochschule lernen aktuell rund 300 Menschen Iwrit, Kochen, Folkloretanz und Jiddisch. Die Bibliothek und das Archiv ziehen zahlreiche Interessierte an. Alle diese Angebote mussten sehr kurzfristig abgesagt beziehungsweise eingestellt werden. Seit zwei Wochen wird daher intensiv an der Digitalisierung des Veranstaltungsprogramms gearbeitet. Einen Facebook-Auftritt gibt es bereits. Dort werden künftig Kultur-News aus den Bereichen jüdisches Wissen und Philosophie geboten, dazu Aphorismen und Rubriken wie »Was gibt’s Neues aus Israel«, ferner Unterhaltung mit Zitaten, Rätseln und Humor, aktuelle Ankündigungen, aber auch Livestreams mit Gästen aus aller Welt. Für die Iwrit-Kurse wurden virtuelle Klassenzimmer eingerichtet, in denen per Livestream Iwrit in acht Stufen unterrichtet wird. Dieses Angebot bietet ein wenig Kontinuität in einem vorübergehend verlorenen Alltag und die Möglichkeit, vertraute Menschen trotz »Social Distancing« weiterhin zu sehen und mit ihnen zu reden. Entsprechendes soll auch für die anderen Kurse vorbereitet werden. Die Umsetzung des digitalen Angebots verwirklichen die Leiterin des Kulturzentrums, Ellen Presser, und ihre Mitarbeiterinnen Ira Ginzburg und Sibylle von Tiedemann sowie die Iwrit-Dozentin Gila Melzer.  ikg

Aktion

Die Pessach-Pekalach-Aktion, die die Mitzwe Makers alljährlich in Kooperation mit der IKG und dem Zentralrat der Juden für Senioren verwirklichen, fand trotz Corona auch in diesem Jahr statt. Viele freiwillige Helfer bereiteten die Pakete vor, die dann im Stadtgebiet ausgefahren und kontaktlos zugestellt wurden.  ikg

Auschwitz

Die Buchpräsentation »Leben mit Auschwitz. Erfahrungen der dritten Generation« findet nicht wie geplant am 4. Mai um 19 Uhr im Hubert-Burda-Saal statt, sondern als Live-Event im Internet auf der Facebook-Seite der Gemeinde.  ikg

Studien

Trauma, Resilienz und Lebenswille: Warum manche Schoa-Überlebende so alt werden

Die Forschung ist einem bemerkenswerten Phänomen auf der Spur: Viele Überlebende des Holocausts werden auffallend alt

 23.01.2026

Justiz

Ehemaliger Rabbiner der Jüdischen Gemeinde Berlin verurteilt

Das Amtsgericht Tiergarten verurteilte den Angeklagten wegen eines sexuellen Übergriffs und sexueller Nötigung zu 10 Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung

 23.01.2026

TV-Tipp

Doku über Margot Friedländer am Holocaust-Gedenktag - Gegen das Vergessen

Nicht nur für sechs Millionen Juden, sondern für alle unschuldig Ermordeten des Nazi-Regimes wollte Margot Friedländer immer als Überlebende des Holocaust sprechen - zum Beispiel in diesem bewegenden Dokumentarfilm

von Jan Lehr  22.01.2026

Deutschland

»Sie ist ein Teil von mir«

Dritte Generation: Wie gehen Enkelkinder mit den Überlebensgeschichten ihrer Großeltern während der Schoa um?

von Christine Schmitt  22.01.2026

Literatur

Positives Chaos

Die Schriftstellerin Mirna Funk stellte in München ihren neuen Roman »Balagan« über eine Familiengeschichte zwischen Berlin und Tel Aviv vor

von Helen Richter  22.01.2026

Berlin

Die Lehren der »Zöglinge«

Im Begegnungsort Jüdisches Waisenhaus treffen Jugendliche auf die Geschichte von Leslie Baruch Brent

von Sören Kittel  22.01.2026

Programm

Termine und TV-Tipps

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 22. Januar bis zum 29. Januar

 21.01.2026

Auszeichnung

Großer Kunstpreis Berlin geht 2026 an Meredith Monk

Die sechs Sektionen der Akademie der Künste wechseln sich bei der Vergabe des Großen Kunstpreises Berlin ab. In diesem Jahr ist die Sparte Musik dran. Sie ehrt eine US-amerikanische Sängerin und Komponistin

 21.01.2026

Entscheidung

Noam Bettan startet beim ESC für Israel

Mehrere Länder boykottieren wegen Israels Teilnahme den Eurovision Song Contest 2026. Jetzt wurde entschieden, wer für das Land in diesem Jahr bei dem Musikwettbewerb an den Start geht

von Cindy Riechau  21.01.2026