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Mainz erinnert sich

Anna Seghers (1900–1983) wurde in Mainz geboren. Foto: dpa

Mainz erinnert in diesem Jahr an den Nationalsozialismus und den Ausbruch des Zweiten Weltkriegs. Der Appell »Rettet die Kinder« wurde nach der Pogromnacht im November 1938 zum Gebot der Stunde. Rund 10.000 Kinder konnten durch Kindertransporte vor allem nach England vor Verfolgung und Deportation bewahrt werden. Der Schwerpunkt der Hilfsaktion lag 1939, er jährt sich dieses Jahr zum 75. Mal. Der rheinland-pfälzische Landtag greift dieses Ereignis auf und zeigt in seinem Foyer die Ausstellung »Wenn ihr hier ankommt ...«. Eröffnet wird sie am 15. Januar, 13 Uhr. Sie zeichnet die Schicksale dieser Kinder nach.

Ausstellungen
26 großformatige Porträts von Herlinde Koelbl sind vom 22. Januar bis 19. Februar im Landtagsgebäude zu sehen. Sie gehören zu der Reihe »Jüdische Porträts« der mehrfach ausgezeichneten Fotografin. Weitere Ausstellungen beschäftigen sich mit dem kollektiven Vergessen des nationalsozialistischen Terrors im Nachkriegsdeutschland (24. bis 28. Januar im Mainzer Dom) oder der Lebensgeschichte des jüdischen Schriftstellers Berthold Auerbach. Die Eröffnung ist am 19. Januar, 11.15 Uhr, im Gutenberg-Museum.

Ein Spaziergang auf den Spuren des Nationalsozialismus führt durch Mainz. Treffpunkt am 26. Januar ist 11 Uhr auf dem Schillerplatz. Über die Solidarität unter Frauen im KZ liest die wissenschaftliche Mitarbeiterin des Ravensbrück-Projekts, Barbara Degen, am 28. Januar, 18 Uhr, im Rathaus. Gedichte aus dem Konzentrationslager Buchenwald trägt am 28. Januar, 19 Uhr, der deutsch-französische Regisseur, Autor und Schauspieler Stephane Bittoun im Institut Français vor. Am 5. Februar spricht der Pädagoge und Historiker Hans Berkessel um 19 Uhr im Rathaus über die Verfolgung und Beraubung der Familie Seghers-Reiling und ihre Spuren im Werk von Anna Seghers.

Gedenkstunde Die zentrale Gedenkveranstaltung findet am Montag, 27. Januar, 10 Uhr, im Plenarsaal des Landtages statt. Heinz Hesdörffer, der als Jugendlicher aus seiner Heimatstadt Bad Kreuznach in die Niederlande geflohen war, dort festgenommen und deportiert wurde, berichtet als Zeitzeuge. Er überlebte sieben Konzentrationslager und den Todesmarsch. ja

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