Zitate

Kritische Töne in Köln

Außenwirkung »Niemand soll sich über die verheerende Wirkung dieser Debatte, was das Ansehen Deutschlands in der Welt angeht, Illusionen machen«, warnte Außenminister Guido Westerwelle bei der Rabbinerordination in Köln. Die Diskussion um die rituelle Beschneidung werde weit über die jüdische Gemeinschaft hinaus zur Kenntnis genommen. Es gehe auch nicht um eine medizinische oder juristische Debatte, betonte der FDP-Politiker: »Es geht um die Frage, ob Deutschland Heimat von Juden ist.«

Rüder Ton Würde die Beschneidung hier verboten, sei jüdisches Leben in Deutschland nicht mehr möglich, sagte Zentralratspräsident Dieter Graumann. Das sei kein Bluff, kein rhetorischer Trick, »das ist die Wahrheit«. Nirgendwo in der Welt werde die Diskussion von Beschneidungskritikern mit solcher Unerbittlichkeit und in einem so rüden, anklagenden Ton geführt wie in Deutschland. Wenn Juden in der Debatte als Kinderquäler dargestellt würden, sei eine Grenze überschritten. »Das wollen und werden wir uns einfach nicht mehr gefallen lassen«, sagte Graumann.

Im Namen des Rechts Deutliche Worte fand auch Weltkongresspräsident Ronald S. Lauder: Dass Juden in diesem Land das Leben entsprechend ihrer Tradition untersagt werde, sei leider nicht neu: Erst sei dies im Namen der Religion, dann im Namen der Rasse, jetzt im Namen des Rechts geschehen. »Belehren Sie uns nicht, was ein Jude zu tun hat, um jüdisch zu sein!« Und er fügte hinzu: »Stellen Sie sich auf die Seite der Freiheit, der Toleranz und des gegenseitigen Respekts. Und lassen Sie uns hier Juden sein!« ddk

München

Millionenzuschuss für Sanierung von Synagoge

Die Sanierung der ehemaligen Münchner Hauptsynagoge in der Reichenbachstraße wird von Bayern mit knapp 3 Millionen Euro bezuschusst

 04.06.2020

Sachsen-Anhalt

Antisemitischer Vorfall auf Marktplatz in Halle

41-jähriger Täter beleidigt mehrere Passanten judenfeindlich und schlägt einen Passanten

 04.06.2020

Max Privorozki

»Ich bin wirklich sprachlos«

Halles Gemeindechef über den Ausbruchsversuch des Attentäters des JVA und antisemitische Anfeindungen

von Katrin Richter, Philipp Peyman Engel  04.06.2020

Fraenkelufer

Corona macht erfinderisch

Die Synagoge verlegte die Schawuot-Lernnacht nach draußen

von Maria Ugoljew  04.06.2020

Ausstellung

Bayerisch in Israel

Das Jüdische Museum zeigt Zeichnungen und Skizzen von Gabriella Rosenthal, die 1935 nach Palästina emigrierte

von Ellen Presser  04.06.2020

NS-Geschichte

»Das ist eine Schande«

Erneut wird über die Auflösung der Grabstelle von Alfred Jodl gestritten

von Helmut Reister  04.06.2020

Bühnenkunst

Aufstieg und Fall der Rotters

Ein neues Buch beschreibt ein vergessenes Kapitel Berliner Theatergeschichte

von Ralf Balke  04.06.2020

München

Beunruhigende Entwicklung

Die Zahl antisemitischer Straftaten ist im vergangenen Jahr erneut angestiegen

von Helmut Reister  04.06.2020

Frankfurt

Liebe in Corona-Zeiten

Die Sehnsucht ist groß, doch Partnerschaftsvermittlung derzeit schwierig

von Elke Wittich  04.06.2020