Frankfurt/Main

Koscher oder trejf?

Der Aviv-Laden in der Hanauer Landstraße Foto: Rafael Herlich

Die Frankfurter Staatsanwaltschaft ermittelt weiterhin gegen den Lebensmittelhandel Aviv. Untersucht wird derzeit, ob das Kleinunternehmen unkoscheres Fleisch als koscher verkauft hat. Anlass des Verdachtes ist, dass Aviv angeblich weniger koscheres Fleisch eingekauft hat, als laut Buchhaltung verkauft wurde.

Nach Auskunft von Doris Möller-Scheu, Sprecherin der Frankfurter Staatsanwaltschaft, wurde zur Prüfung der Sachlage eigens ein Fragebogen entwickelt, der an mehr als 100 Aviv-Kunden verschickt wurde. Erste Rückläufe seien zwar eingegangen, Möller-Scheu geht aber davon aus, dass sich das Verfahren über Monate hinziehen wird. »Wir müssen den Kunden ja Zeit einräumen, um zu antworten«, sagt die Sprecherin.

Rechtshilfe Und da Aviv sein Fleisch in Frankreich, Belgien und Israel eingekauft hat, musste zudem um Rechtshilfe im Ausland ersucht werden. »Wie schnell die Polizei da reagiert, können wir noch nicht abschätzen«, sagt Möller-Scheu. Die Inhaber von Aviv haben auf Nachfrage der Jüdischen Allgemeinen erklärt, dass sie nach Rücksprache mit ihren Anwälten »zum jetzigen Zeitpunkt keinen Kommentar abgeben möchten«. Ihr Geschäft haben sie weiterhin geöffnet.

Frankfurts Rabbiner Menachem Halevi Klein hat nach Bekanntwerden des Ermittlungsverfahrens in der vergangenen Woche umgehend öffentlich mit einem Brief reagiert und sich hinter die Inhaber des koscheren Ladens gestellt: »Ich bin davon überzeugt, dass die Waren, die von der Firma verkauft und deren Verpackung mit der Plombe vom Maschgiach ordnungsgemäß versehen wurde, nach den jüdischen Vorschriften koscher sind. Für anders lautende Vermutungen habe ich keinen Anlass oder Nachweis gefunden.«

Berlin

Große Räume für große Träume

Hillel zieht von Neukölln nach Kreuzberg

von Joshua Schultheis  25.07.2024

Olam

Für die Kids

Der Senat unterstützt das Jugendzentrum der Jüdischen Gemeinde zu Berlin mit 450.000 Euro

von Christine Schmitt  25.07.2024

Kommentar

Der »Spiegel« schreibt am eigentlichen Thema vorbei

In seiner Berichterstattung über das Abraham-Geiger-Kolleg konstruiert das Magazin eine Konfliktlinie

von Rebecca Seidler  25.07.2024 Aktualisiert

Berlin/Potsdam

Zentralrat der Juden erwartet Stiftung für Geiger-Kolleg im Herbst

»Wir gehen davon aus, dass sie zum Wintersemester 2024/25 ihre Arbeit aufnehmen wird«, betont ein Sprecher des Zentralrats

 24.07.2024

Leipzig

Sachbeschädigung an jüdischer Einrichtung

Der Tatverdächtige wurde nach der Tat verhaftet und ist inzwischen wieder auf freiem Fuß

 24.07.2024

Jüdische Emigration

Die Niederlande - Ein Ort der Zuflucht für Juden?

Die Historikerin Christine Kausch nimmt das Leben jüdischer Flüchtlinge in den Blick

von Christiane Laudage  24.07.2024

Meinung

Jetzt erst recht!

Warum Mirna Funk für ihre Tochter ein Summercamp in Israel gebucht hat

von Mirna Funk  23.07.2024

Engagement

Mehr als die Pflicht verlangt

Der Fritz-Neuland-Gedächtnispreis soll auch Polizisten für ihren Einsatz gegen Judenhass ehren

von Luis Gruhler  23.07.2024

Solidarität

Vereint gegen den Hass

Hunderte setzten auf dem Jakobsplatz ein starkes Zeichen gegen Antisemitismus und für Israel

von Luis Gruhler  23.07.2024