Iphofen

Klassisch, fränkisch, koscher

Zentralratspräsident Josef Schuster und Andrea Wirsching Foto: pr

Auf dem Weingut Wirsching in Iphofen gibt es Rieslinge, Müller-Thurgau, Grauburgunder, Traminer und viele andere Spezialitäten. Eine weitere ist seit gestern der koschere Silvaner, der auf dem Weingut vorgestellt wurde – ganz klassisch-fränkisch im sogenannten Bocksbeutel, einer bauchigen Flasche aus grünem Glas. Das Projekt ist eine Kooperation mit dem Unternehmen »Gefen Hashalom – Traube des Friedens«.

Kultur Einer der ersten, die den koscheren Silvaner verkosten durften, war Zentralratspräsident Josef Schuster. Er lobte den Entschluss der Familie Wirsching, einen koscheren Wein zu produzieren. »Das ist letztlich Ausdruck einer positiven Entwicklung in Deutschland: Unser jüdisches Leben ist mit mehr als 100 Gemeinden, mit zahlreichen koscheren Restaurants und zig jüdischen Kulturfestivals in ganz Deutschland auch wieder sehr reichhaltig und vielfältig geworden«, sagte Josef Schuster.

Das Weingut erweise der jüdischen Gemeinschaft in Deutschland »einen Dienst«, so der Zentralratspräsident. »Wir können jetzt nicht nur auf guten koscheren Riesling von Saar und Mosel, sondern auch auf einen guten und koscheren fränkischen Silvaner zurückgreifen.«

Diesen herzustellen, ist nicht gerade unaufwendig: Jeder Arbeitsschritt und alle Geräte, die einsetzt werden, müssen unter der Aufsicht eines Rabbiners stehen. Die Flaschen dürfen nicht mehrmals gefüllt werden, und im siebten Jahr werden keine Trauben gelesen.

Anlass zur Sorge ist das siebte Jahr ohne Lese allerdings nicht: Von dem Weißwein wird es 4800 Bocksbeutel geben. ja

www.wirsching.de

Porträt der Woche

Musik lebendig werden lassen

Avner Geiger ist Flötist und würdigt seine Großtante Betsy mit einem Konzertprogramm

von Christine Schmitt  16.10.2021

Frankfurt am Main

Mit einem Augenzwinkern

Die Jüdischen Kulturwochen begeisterten mit viel Leichtigkeit und allerbestem Entertainment

von Eugen El  16.10.2021

Stahnsdorf

»Die Entscheidung war ein Fehler«

Nach der Beisetzung eines Neonazis im früheren Grab des Musikwissenschaftlers Max Friedlaender fordern Kirchenvertreter eine Umbettung

 15.10.2021

Zeitzeugin

Bestmöglich versorgt?

Um die angemessene Betreuung der Schoa-Überlebenden Inge Deutschkron ist eine Diskussion entbrannt

von Christine Schmitt  15.10.2021

Sachsen-Anhalt

Weg zum Baustart für die Synagoge Magdeburg ist frei

Baubeginn soll im Frühjahr 2022 sein, wie die Synagogen-Gemeinde mitteilt

 15.10.2021

Pandemie

Geimpft, genesen, getestet

2G- oder 3G-Regel – in den verschiedenen Gemeinden werden unterschiedliche Konzepte genutzt

von Elke Wittich  14.10.2021

Podcast

Erinnerung auf die Ohren

Mit einem neuen Format wollen Forscher aus Münster ihre Erkenntnisse besonders an junge Zielgruppen weitergeben

von Hans-Ulrich Dillmann  14.10.2021

München

Jewy Louis auf Schienen

Eine Trambahn mit Motiven des Comiczeichners Ben Gershon dreht noch bis Ende Oktober ihre Runden

 12.10.2021

Görlitz

Tief im Osten

Die kürzlich eröffnete Synagoge bietet neue Chancen für das Gemeindeleben

von Brigitte Jähnigen  12.10.2021