Kiel

Jüdisch leben in Schleswig-Holstein

Kulturministerin Prien und Antisemitismusbeauftragter Carstensen eröffneten das Jubiläum #2021JLID

von Heike Linde-Lembke  25.02.2021 09:49 Uhr

Schleswig-Holsteins Kulturministerin Karin Prien und der Beauftragte für jüdisches Leben und gegen Antisemitismus des Landes, Peter Harry Carstensen Foto: Gregor Fischer

Kulturministerin Prien und Antisemitismusbeauftragter Carstensen eröffneten das Jubiläum #2021JLID

von Heike Linde-Lembke  25.02.2021 09:49 Uhr



Mit einem Online-Gespräch haben Schleswig-Holsteins Kulturministerin Karin Prien und der Antisemitismusbeauftragte des Landes, Peter Harry Carstensen (beide CDU), das Festjahr »1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland« unter dem Motto »Shalom und Moin« am Dienstag in Kiel eröffnet. Im Gespräch ging es vor allem um die Frage, wie die Bürgerinnen und Bürger für ein normales jüdisches Leben sensibilisiert werden können.

»Schleswig-Holstein wird die vielfältige Historie und bedeutsame kulturelle Gegenwart jüdischen Lebens in den kommenden zwölf Monaten würdigen«, sagte Prien. Ihr Ministerium hat für das jüdische Jahr extra eine Website eingerichtet. Bis jetzt sind dort mehr als 140 Veranstaltungen verzeichnet, die das einstige und das moderne jüdische Leben widerspiegeln. »Jüdisches Leben und jüdische Kultur prägten und prägen Schleswig-Holstein, doch Jüdinnen und Juden wurden auch ausgegrenzt«, sagte Peter Harry Carstensen.

Ausgrenzung »Das Jahr verdeutlicht, wie die Geschichte immer wieder zur gesellschaftlichen Ausgrenzung geführt hat. Es zeigt aber auch, wie selbstverständlich Jüdinnen und Juden unsere Gesellschaft über Jahrhunderte geprägt haben«, betonte die Kulturministerin.

Eine wichtige Unterstützung jüdischen Lebens sei der Staatsvertrag, den die Landesregierung 2018 mit dem Landesverband der Jüdischen Gemeinden von Schleswig-Holstein und dem Landesverband Jüdische Gemeinschaft Schleswig-Holstein abgeschlossen hatte und durch den die Gemeinden in diesem Jahr 865.700 Euro erhalten, die für eine aktive Jugendarbeit aufgewendet werden sollen.

Schulen haben eine zentrale Aufgabe bei der Vermittlung jüdischer Traditionen, sagt Kulturministerin Karin Prien.

Prien hob hervor, dass gerade Schulen eine zentrale Aufgabe bei der Vermittlung jüdischer Traditionen haben, aber auch Mut zu mehr Zivilcourage machen sollten. »Wir müssen das Fremdsein zwischen Juden und Nichtjuden abbauen, wir müssen einander selbstverständlich werden«, forderte Prien.

Scham »Dazu gehört auch, dass Nichtjuden die jüdischen Feste kennenlernen«, ergänzte Carstensen, der von 2005 bis 2012 selbst Ministerpräsident des Landes war. Er empfinde eine tiefe Scham darüber, wie der Antisemitismus zurzeit in Deutschland grassiere. »Wir müssen die Stammtische erobern, wir müssen uns aktiv einschalten und Courage gegen rechts zeigen«, sagte er. Das gelte auch für den neuen Antisemitismus, der sich durch Hass auf Israel äußere und tarne. »Wir haben eine historische Verantwortung gegenüber den deutschen Juden und gegenüber Israel, und auch das muss in den Schulen gelehrt werden«, so Prien.

»Deshalb darf das Festjahr auch nicht im Dezember enden, es muss weiterlaufen, denn wer erntet, muss auch wieder säen«, beschrieb Carstensen die Aufgabe für die Zukunft.

Jüdische Studierendenunion

Die JSUD hat gewählt

Anna Staroselski wird wiedergewählt. Dem Vorstand werden außerdem Hanna Veiler, Lars Umanski, Lena Prytula und Julia Kildeeva angehören

 12.04.2021

Porträt der Woche

»Ich habe beide Seiten in mir«

Daniel Hans Rapoport ist Zellforscher und Essayist und wuchs in Ost-Berlin auf

von Moritz Piehler  11.04.2021

Weimar

Persönliches Gedenken

Stadt und Achava-Festspiele wollen 76 Jahre nach Befreiung des KZs Buchenwald an fünf Überlebende des Lagers erinnern

 11.04.2021

Bergen-Belsen

Gedenken ohne Besucher

Gedenkstätte erinnert wegen Corona nur in kleinem Kreis an die Befreiung der KZ-Insassen

 09.04.2021

Gedenken

Dresden erinnert

Vor der Kreuzkirche sind am Donnerstag die Namen von etwa 2000 jüdischen NS-Opfern verlesen worden

 08.04.2021

Bayern

Wie ein Würzburger Bündnis antisemitische Vorurteile auflösen will

Beteiligt sind die Jüdische Gemeinde, die beiden großen christlichen Kirchen und die Universität

 08.04.2021

Jom Haschoa

Ausstellung »Gurs 1940« eröffnet

Die Schau erinnert an die Deportation von mehr als 6500 Juden in das Lager in Südfrankreich

 08.04.2021

Rundgang

Bochumer Lebensgeschichten

Studenten erforschen die Schoa und machen sie in der Stadtgeografie sichtbar

von Nadja Juskowiak  08.04.2021

Berlin

Vorbild nicht nur in der Pandemie

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zeichnet Treffpunkt-Initiatorin Noemi Staszewski mit dem Verdienstkreuz am Bande aus

von Eugen El  08.04.2021