Berlin

Ingeborg Syllm-Rapoport ist tot

Ingeborg Syllm-Rapoport sel. A. (1912–2017) Foto: dpa

Die jüdische Kinderärztin Ingeborg Syllm-Rapoport, die 2015 im Alter von 102 Jahren nachträglich in Hamburg promoviert wurde, ist tot. Sie starb am vergangenen Donnerstag im Alter von 104 Jahren in Berlin. Laut Angaben ihres Sohnes soll Syllm-Rapoport im Mai in Berlin beerdigt werden, berichtete die Nachrichtenagentur Associated Press.

Prüfung Der 1912 geborenen Ärztin war 1938 am Hamburger Universitätskrankenhaus Eppendorf (UKE) die Promotion verweigert worden, weil sie den Rassengesetzen der Nazis zufolge als »Halbjüdin« galt. Ihr Doktorvater Rudolf Degkwitz hatte die Arbeit (Thema: Die Kinderkrankheit Diphterie) 1937 angenommen, konnte die Studentin aber nicht zur mündlichen Prüfung einladen.

Im Herbst 1938 gelang es Syllm-Rapoport, in die USA auszuwandern. Dort lernte sie den Biochemiker und Kommunisten Samuel Mitja Rapoport kennen. Das Paar ging nach Ende des Zweiten Weltkriegs zunächst nach Wien und später in die DDR.

Charité Ingeborg Syllm-Rapoport wurde eine der führenden Kinderärztinnen und Leiterin der Neonatologie an der Ost-Berliner Charité und schließlich auch Professorin. Per Zufall erfuhr der Dekan des UKE von ihrer Geschichte und nahm das Promotionsverfahren wieder auf. Im Juni 2015 wurde die Promotionsfeier dann nachgeholt. ja

Hamburg

Stadt will Synagoge wieder aufbauen

Bürgerschaftsfraktionen stellten Antrag zur Neuerrichtung des von den Nazis zerstörten Gotteshauses vor

 28.01.2020

Israel-Jacobson-Preis

Armin Laschet erhält Auszeichnung

NRW-Ministerpräsident wird von der Union progressiver Juden für Verdienste um Stärkung jüdischen Lebens geehrt

 28.01.2020

Berlin

Wagnis Erinnerungskultur

Was passiert, wenn keine Zeitzeugen mehr da sind? Eine Tagung der Initiative Kulturelle Integration ging der Frage nach

von Ralf Balke  28.01.2020

Brief

Wie erinnert ihr euch heute?

Unsere Autorin schreibt über ihren Großvater – er hat Auschwitz und einen »Todesmarsch« überlebt

von Eva Lezzi  26.01.2020

Porträt der Woche

Die Umweltrebellin

Maayan Bennett absolvierte ein Freiwilligenjahr und engagiert sich für Klimaschutz

von Matilda Jordanova-Duda  26.01.2020

Gedenken

»Sie werden Zeugen der Zeitzeugen«

Aron Schuster über Besuche von Jugendlichen in Auschwitz und den »Marsch der Lebenden«

von Ayala Goldmann  26.01.2020

Berlin

»Die Bühne muss mobil sein«

Kulturmanager Peter Sauerbaum über Pläne für ein jüdisches Theaterschiff und Bildungsarbeit mit Schülern

von Christine Schmitt  25.01.2020

München

Judenfeindliche Demo abgesagt

Rechtspopulistische »Pegida« wollte direkt vor Synagoge und zu Schabbatbeginn gegen Beschneidung demonstrieren

 24.01.2020

München

Gefährdung, Präsenz, Porträt

Meldungen aus der IKG

 23.01.2020