Berlin

Im Zeichen der Frauen

Jedes Jahr aufs Neue: der Kultursommer im Jüdischen Museum Foto: Jule Roehr / JMB

Am Wochenende soll es in Strömen regnen, aber im Jüdischen Museum Berlin scheint am Sonntag die Sonne. Denn mit Konzerten, Street Food, Stand-up-Comedy und einem abwechslungsreichen Kinderprogramm startet das Jüdische Museum von 14 bis 19 Uhr in seinen diesjährigen Kultursommer.

Bereits zum 13. Mal veranstaltet das Jüdische Museum von Juli bis September seinen Kultursommer – diesmal unter dem Motto »Der Sommer der starken Frauen!«. Wie in den vergangenen Jahren bildet dabei das musikalische Programm wieder einen besonderen Schwerpunkt.

jazz Den Auftakt macht am Sonntag die Tel Aviver Songwriterin Noam Bar. In der Musik der 31-Jährigen geht es häufig um Liebe, Männer und – gescheiterte – Beziehungen. Etwa auch darum, dass sie vor vier Jahren der Liebe wegen nach Hannover kam, der Mann inzwischen ihr Ex-Freund ist, sich aber inzwischen heimisch in Niedersachsen fühlt. Die Musik mit Jazz-, Soul-, R&B- und Rap-Einflüssen wird getragen von ihrer kristallklaren Stimme.

Ein musikalisches Highlight wird im Anschluss auch der Auftritt des deutsch-israelisch-syrischen Mediterranean Collective sein. Zusammen mit der israelischen Sängerin Yael Badash verschmilzt die Band Klassiker des Ladino, aber auch selten zu hörende Melodien zu einem klanglich lebendigen Ganzen.

Für einen heiteren Beitrag sorgen die Stand-up-Comedians »Datteltäter«. Mit ihrem Programm wollen die vier muslimischen und nichtmuslimischen Satiriker mit Vorurteilen über Muslime aufräumen. Dabei scheuen die Datteltäter auch keine Tabus: Witze über den sogenannten Islamischen Staat finden sich in ihrem Programm ebenso wie über die Beschränktheit der NPD oder die aktuelle Flüchtlingspolitik.

Puppe Nicht nur für Kinder interessant ist der Auftritt von Benno Lehmann und seiner lebensgroßen Puppe HerrMann. Der studierte Schauspieler Lehmann hat sein Comedy-Programm, nach eigenen Angaben, in Zusammenarbeit mit HerrMann entwickelt.

Zu jeder vollen Stunde bietet das Jüdische Museum zudem eine Sonderführung durch die Ausstellung Cherchez la femme an, die eine Auswahl von Positionen zur Verhüllung von Kopf und Körper zeigt.

Das Jüdische Museum Berlin veranstaltet den Kultursommer seit 2004. Das Programm der mehrmonatigen Veranstaltung in der Gartenlandschaft des Museums umfasst Musik, Literatur und Tanz. Die wöchentlichen Highlights der Veranstaltung sind die sonntägliche Matinee der Reihe »Jazz in the Garden« und die Lesungen am Samstag. ppe

Das gesamte Programm ist auf der Website des Jüdischen Museums abrufbar: www.jmberlin.de. Der Eintritt ist frei.

Porträt der Woche

»Ich bin gern mittendrin«

Sonja Fira Grinman mag Mädelsabende, ist Erzieherin und ein Familienmensch

von Annette Kanis  18.10.2026

Kommentar

Ein Tag der Schande

Die Linkspartei, SPD und Grüne haben ihre Sondierungen beendet. Nun wollen sie in Berlin eine Regierung bilden

von Philipp Peyman Engel  17.10.2026

Sachsen-Anhalt

Drohungen gegen jüdische Studenten nach Aktion vor Synagoge

Eine Menschenkette hinderte den AfD-Politiker Tillschneider an der Teilnahme an einer Gedenkfeier in Halle. Das hat Folgen für die Studierenden

 16.10.2026

Frankfurt/ Main

Einst Provisorium, heute selbstbewusst

Zum 75. Jubiläum beleuchtet ein Almanach die Geschichte der jüdischen Gemeinde nach der Schoa, ihre inneren Konflikte und ihren Weg zu einem festen Platz in der Stadtgesellschaft

von Leon Stork  15.10.2026

Dresden

Tora-Projekt wird verlängert

Mitten in Dresden wird derzeit in aller Öffentlichkeit eine Tora-Rolle geschrieben. Das Projekt soll jüdisches Leben sichtbar machen. Die Schreiberin sitzt in einem gläsernen Pavillon

 14.10.2026

Gedenken

Vier Stolpersteine erinnern in Erfurt an Familie Rosenblüth

Ein Poesiealbum bewahrte die Erinnerung an eine jüdische Mitschülerin über Generationen. Am 9. November werden in Erfurt vier Stolpersteine für Sara Rosenblüth und ihre drei Töchter verlegt

 14.10.2026

Sachsen-Anhalt

Eine Woche voller Eklats

Nach der Wahl des Landtagspräsidiums bröckelt die »Brandmauer« in der CDU weiter. Das Gedenken in Halle bot einen Vorgeschmack auf ein Land unter AfD-Regierung

von André Anchuelo  14.10.2026

Meilenstein

Endlich Batmizwa

Unsere Autorin hatte vor Kurzem ihren großen Tag. Wie sie sich darauf vorbereitet hat, was ihr Dvar Tora war und wie das Motto ihrer Party lautete, das hat sie uns erzählt

von Madeleine Prinz  13.10.2026

München

Einstimmige Zwiesprache

Kunstexperte Konrad Bernheimer stellte seine Familiengeschichte zwischen Südamerika und Deutschland in Briefen an den Vater vor

von Vivian Rosen  13.10.2026