Alles Gute

Ihr Wort wird gehört

Masal Tow bis 120: Trude Simonsohn Foto: Rafael Herlich

Trude Simonsohn ist weit über die Jüdische Gemeinde und die Stadt Frankfurt hinaus bekannt. Die gebürtige Ölmützerin, die am 25. März ihren 90. Geburtstag feiert, berichtet bis heute als Zeitzeugin in Schulen über ihre Erfahrungen in der NS-Zeit. Sie selbst bezeichnet diese Tätigkeit, zu der sie vor mehr als 20 Jahren angeregt wurde, als ihre Form der Trauerarbeit, denn »gleich nach 1945 konnten wir nicht darüber sprechen, die Wunden waren zu tief und zu frisch und das Leben musste weitergehen.«, erzählt Trude Simonsohn, die bis heute dem Überlebendenrat des Fritz-Bauer-Instituts und dem Kuratorium der Anne-Frank-Begegnungsstätte angehört.

Der Ignatz-Bubis-Preis, mit dem sie 2010 ausgezeichnet wurde, ist für Trude Simonsohn besonders bedeutsam, denn Bubis sel. A., der langjährige Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Frankfurt und des Zentralrats der Juden in Deutschland, ist bis heute ihr Vorbild geblieben.

Sozialpädagogik Bereits in ihrer Jugend war Trude Simonsohn politisch aktiv und gehörte einer zionistischen Jugendgrup- pe an. Nach dem Attentat auf Reinhard Heydrich im Juni 1942 wurde sie unter Verdacht auf illegale politische Tätigkeit verhaftet und kam nach mehrmonatiger Haft in das KZ-Theresienstadt, wo sie in einem Mädchenheim arbeitete und dort auch ihren Mann, den späteren Professor für Sozialpädagogik und Jugendrecht, Berthold Simonsohn, kennenlernte. Noch vor der Deportation nach Auschwitz im Oktober 1944 heirateten sie dort nach jüdischem Ritus.

Dass sie die Inhaftierung in Auschwitz-Birkenau überlebte, verdankt sie vielen Zufällen. Ihre Befreiung erlebte sie als Zwangsarbeiterin in der Nähe von Breslau. Dass sie als einzige Überlebende ihrer Familie in Theresienstadt ihren Mann wiedertraf, war für sie wie ein Wunder. Nach der Auflösung des Lagers, ging das Ehepaar Simonsohn zunächst nach Prag. Nach weiteren Stationen in Davos und Hamburg kamen sie 1955 nach Frankfurt, um die Arbeit der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland wiederaufzubauen.

Ihr Engagement für sozial Schwache hat sich Trude Simonsohn auch nach dem Tod ihres Mannes 1978 bewahrt. Sie war tätig in der Jugendgerichtshilfe und engagierte sich als Dezernentin für Soziales im Gemeinderat der Jüdischen Gemeinde. Ihr Wort wird heute noch gehört und wertgeschätzt.

Jewrovision

»Wir glauben an uns«

Die Jugendlichen von Neschama performten einen eindrucksvollen Act und räumten den begehrten Videopreis ab

von Luis Gruhler  11.06.2026

Berlin

Jüdischer Juristenverband als herausragende soziale Initiative ausgezeichnet

Die Organisation jüdischer Juristen ist eines von 25 Projekten, die vom Verein »startsocial« für ihr Engagement gewürdigt wurden. Gastgeber der Ehrenveranstaltung war Bundeskanzler Friedrich Merz

 11.06.2026

Kulturfest

Jüdische Woche in Leipzig

70 Leipziger Institutionen und Vereine gestalten ein Programm zu jüdischem Leben in Vergangenheit und Gegenwart. Erwartet werden internationale Gäste

 11.06.2026

Dresden

Elnet: Initiative soll Neugier auf jüdisches Leben wecken

Die Kampagne ist Teil des Themenjahres »Tacheles. Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen 2026« und wird zunächst sechs Wochen sichtbar sein

 11.06.2026

Berlin

Dieter Nuhr erhält den Leo-Baeck-Preis

Der Kabarettist ist mit dem Leo-Baeck-Preis ausgezeichnet worden. Zentralratspräsident Josef Schuster würdigte den Kabarettisten für seinen entschiedenen Einsatz gegen Antisemitismus

von Detlef David Kauschke  10.06.2026

Leo-Baeck-Preis

»Seine Arbeit hat rettende Relevanz«

Ahmad Mansour lobte in seiner Laudatio auf Dieter Nuhr den Mut und die intellektuelle Unbestechlichkeit des Kabarettisten. Eine Dokumentation

von Ahmad Mansour  10.06.2026

Rede

»Sie beweisen Zivilcourage und folgen mit ihrem Mut dem Beispiel von Leo Baeck«

Zentralratspräsident Schuster hob bei der Vergabe des Leo-Baeck-Preises Dieter Nuhrs ebenso fairen wie kompetenten Blick auf den jüdischen Staat hervor

von Josef Schuster  10.06.2026

Berlin

»Ich bin stolz! Sehr stolz«

Dieter Nuhr ist mit dem Leo-Baeck-Preis des Zentralrats der Juden geehrt worden. Wir dokumentieren hier exklusiv seine Rede im Wortlaut

von Dieter Nuhr  10.06.2026

Berlin

Kleine Botschafter

Beim Innovationswettbewerb »Building Bridges« der israelischen Vertretung in Deutschland wurden vier Projekte ausgezeichnet. Eine Ehrung für gelebten Austausch

von Katrin Richter  10.06.2026