Musik

Harmonie in Noten

Flötenkunst beim Zlilim-Konzert Foto: Marina Maisel

»Let my people go«, singt das Kinder- und Jugendorchester vom Musikstudio »Zlilim« zu Beginn des Winterkonzerts. Alexander Weinstock leitet das erst vor einem Jahr gegründete Ensemble. Mehr als ein starker Auftakt, denn die Moderatorin des Konzerts, die Theaterpädagogin Anastasia Komerloh, überrascht das Publikum, indem sie das Orchester mit dem Saxophon begleitet.
Eine gelungene Anmoderation für eine musikalische Reise, die über knapp 30 Stationen führt und bei jeder Nummer das Können der jungen Musiker eindrucksvoll unter Beweis stellt. Klavier, Geige, Blockflöte, Klarinette, Gitarre, Akkordeon – mal solistisch, mal im Duo oder im Trio, mal in kleinen Ensembles oder auch zusammen mit ihrem Lehrer.

Unterricht Im Musikstudio Zlilim, was übersetzt »Noten« bedeutet, lernen etwa 70 Kinder und Jugendliche mit Enthusiasmus die Sprache der Musik und die Gesetze der Harmonie. Die Musikpädagogen Luisa Persovska, Irina Novikova, Olena Loginova, Vladimir Gaba, Lior Uleviche, Alexander Weinstock und Igor Gordeev bringen den Schülern einen ganz besonderen Zugang zur Musik im Einzelunterricht oder in kleinen Gruppen bei.

»Uns ist es sehr wichtig, ein individuelles Lernprogramm für jedes Kind zusammenzustellen und ein passendes Musikinstrument für jeden Schüler zu finden«, erklärt die erfahrene Musikpädagogin Pertsovska. »Eine kompetente Beratung und Probeunterricht helfen den Kindern, sich in der Welt der Musik zu orientieren.

Stimmprobe Das Repertoire der Musiker von Zlilim ist vielfältig und reicht von Volksliedern bis zur klassischen Musik. Wichtig bei der musikalischen Förderung im Zlilim ist der Gesang. In den beiden Chören «Hasamir» und «Ziporim» lernen die Schüler unter der Leitung von Luisa Persovska die Kraft ihrer Stimmen zu erfahren und sie in den Dienst des Gesamtklangs zu stellen. Außerdem werden die Kinder durch die Lieder in unterschiedliche Kulturen eingeführt und singen in verschiedenen Sprachen. Eine Kostprobe davon gab «Hasamir» beim Winterkonzert mit Vivaldis Herbst und zwei Liedern aus Israel.

Im Musikstudio reifen die begeisterten Amateure zu großen Talenten. Wie zum Beispiel der 13-jährige Michael Uschakov, einer der ersten Schüler des Musikstudios. Die «Junior Klezmer Band» hat sich unter Leitung von Lior Uleviche in den vergangenen Jahren gut entwickelt und gehört zum festen Bestandteil des Musikstudios.

Profis Eine gute Tradition bei den Konzerten im Zlilim ist es, dass zum Schluss ein professioneller Musiker auftritt. Lina Kukulina, die vor ein paar Monaten erst nach München gekommen ist, ist diesmal Gast und spielt – am Klavier von Alexander Weinstock begleitet – virtuos auf ihrer Klarinette das Concertino Es-Dur von Carl Maria von Weber.

Das Publikum dankt den jungen Musikern und ihren Pädagogen mit anhaltendem Applaus und Blumen. Sie konnten mit ihrer Musik allen eine sehr große Freude bereiten.

Chemnitz

Gestohlener Davidstern sichergestellt

Unbekannte hatten laut Polizei in der Dauerausstellung des Lern- und Gedenkortes eine Schautafel beschädigt und den Davidstern mitgenommen

 28.09.2026

Archäologie

Hoffnung auf Latrinen - Grabung legt mittelalterliche Keller frei

Die Funde auf dem Areal der zweiten Jüdischen Gemeinde informieren über das Leben im mittelalterliche Erfurt. Zugleich geben sie Einblicke in die Stadtplanung des 13. Jahrhunderts

von Matthias Thüsing  28.09.2026

Düsseldorf

Attacke auf Juden wird Thema im Landtag NRW

Nach dem antisemitischen Angriff auf einen Juden am vergangenen Dienstag sucht die Polizei weiter nach den Tätern. Nun soll Innenminister Reul (CDU) im Innenausschuss Auskunft geben

 28.09.2026

Architektur

Von Brandenburg nach Haifa

In Finow wird ein historisches Kupfer-Haus restauriert. Einst von Walter Gropius modernisiert, zogen die mobilen, industriell gefertigten Bauten mit ihren Eigentümern bis nach Palästina

von Mark Feldon  27.09.2026

Literatur

Wenn Fiktion zur Geschichtsschreibung wird

Der israelische Bestsellerautor Dror Mishani stellte im Gespräch mit Richard C. Schneider seinen neuen Roman »Nicht« vor

von Nora Niemann  27.09.2026

München

»Ihr Licht ist nicht verloschen«

Die Frauen-Mikwe der Gemeinde trägt seit Kurzem den Namen von Rebbetzin Shoshana Brodman

von Luis Gruhler  27.09.2026

Meinung

Wolfgang Benz, Stefanie Schüler-Springorum und das deutsche Zentrum für Antisemitismus-Leugnung

Ein Kommentar von JA-Chefredakteur Philipp Peyman Engel

von Philipp Peyman Engel  25.09.2026

Engagement

Erstklassig, Digga!

Der Fußballverein Hannover 96 ist nun beim Projekt »Shalom, Digga« in Niedersachsen mit dabei

von Katrin Richter  24.09.2026

Kommentar

Sprecht mit uns. Nehmt uns ernst

Herr Ramelow, die jüdische Gemeinschaft, die vor Judenhass warnt, ist nicht das Problem. Antisemitismus ist das Problem - insbesondere in Ihrer Partei

von Avitall Gerstetter  24.09.2026