IKG München

Fotos in Ausstellung geschändet

Jüdisches Zentrum in München Foto: dpa

Unbekannte haben am Wochenende Ausstellungsfotos des Jüdischen Zentrums in München beschädigt. In die Gesichter der Porträtfotos wurden vermutlich mit Zigaretten Löcher oberhalb der Lippen im Stile eines »Hitler-Bärtchens« gebrannt, wie die Israelitische Kultusgemeinde München und Oberbayern am Montag mitteilte.

Geschändet wurden unter anderem Fotos mit hochrangigen Rabbinern, dem früheren Ministerpräsidenten Edmund Stoiber (CSU) und dem Altbundespräsidenten Horst Köhler. Das zuständige Staatsschutzkommissariat ermittelt.

Schock Die Präsidentin der Kultusgemeinde, Charlotte Knobloch, ist schockiert. Die Tat sei nicht nur eine Sachbeschädigung, sondern Ausdruck übelster Menschenverachtung und Verachtung gegenüber freiheitlich-demokratischen Grundsätzen.

»Einmal mehr zeigt sich, dass Antisemitismus, Freiheitsfeindlichkeit und Geschichtsrevisionismus nach wie vor in unserer Gesellschaft präsent sind«, erklärte die frühere Präsidentin des Zentralrates der Juden in Deutschland.

Am 21. Juni hatte die Kultusgemeinde ihr 200-jähriges Bestehen und die Neugründung nach dem Zweiten Weltkrieg vor 70 Jahren begangen. Die Ausstellung ist Teil der Feierlichkeiten und soll vier Wochen zu sehen sein. epd

Porträt der Woche

Ich bin dankbar

Svitlana Petrovska überlebte die Nazis – und floh vor Putins Krieg nach Berlin

von Rob Savelberg  06.04.2026

Kahal Adass Jisroel

Platz für die Zukunft

Die Gemeinde in Berlin plant für 26 Millionen Euro ein neues Gemeinde- und Bildungszentrum

von Christine Schmitt  06.04.2026

Schwerin

Ein Denkmal für Willy

Der ehemalige Rabbiner William Wolff wird mit einer Statue geehrt

von Axel Seitz  06.04.2026

»Meet a Jew«

Viele Fragen

Marguerite und Benjamin sind zwei Freiwillige, die im Rahmen des Zentralratsprojektes mit Jugendlichen über das Judentum ins Gespräch kommen. So wie kürzlich in Spandau mit einer Box Mazzot

von Alicia Rust  06.04.2026

Jom Haschoa

Narbe gegen das Vergessen

Wir, die Nachkommen der Zeitzeugen und der Ermordeten, dürfen das Leid unserer Großeltern nicht verstecken – wir müssen dafür sorgen, dass es unseren Kindern erspart bleibt

von Eugene Korsunsky  06.04.2026

Jewrovision

Aller guten Moderatoren sind drei

Jung, dynamisch und schlagfertig: Ein Trio wird im Mai durch die Show führen

von Christine Schmitt  06.04.2026

Neukölln

Rechts und links der Sonnenallee

Ein Stadtspaziergang führt auf jüdischen Spuren durch den ehemaligen Arbeiterbezirk

von Pascal Beck  05.04.2026

Gemeinde

Man kennt sich hier

Die Synagoge Possartstraße bewahrt Traditionen – und richtet sich neu aus

von Esther Martel  04.04.2026

Besuch

»Wir sehen nur die Spitze des Eisbergs«

Daniel Hagari, ehemaliger Sprecher der israelischen Verteidigungsarmee, war in der Jüdischen Gemeinde München zu Gast

von Esther Martel  04.04.2026