Oldenburg

»Ein Vertrauensbeweis für 30 Jahre Aufbauarbeit«

Die Oldenburger Gemeinde zählt heute 314 Mitglieder

Die Jüdische Gemeinde zu Oldenburg ist als Körperschaft des öffentlichen Rechts anerkannt worden. Die Landesregierung verlieh nach eigenen Angaben am Dienstag der Gemeinde den verbesserten Status.

Die Gemeinde sei seit ihrer Wiedergründung vor 30 Jahren stetig gewachsen und habe eine besondere Bedeutung im öffentlichen Leben erlangt, hieß es in Hannover. Derzeit zähle die Gemeinde 314 Mitglieder.

GLEICHSTELLUNG »Wir freuen uns sehr darüber, weil es wieder eine rechtliche Gleichstellung mit den Kirchen bedeutet und auch andere Privilegien mit sich bringt, für die wir sehr dankbar sind«, sagte die Gemeindevorsitzende Elisabeth Schlesinger der Jüdischen Allgemeinen.

»Es ist ein Vertrauensbeweis der zuständigen Stellen für 30 Jahre Aufbauarbeit der Jüdischen Gemeinde«, betonte sie. Die Gemeinde habe das Ziel der Wiederzuerkennung der Körperschaftsrechte seit etwa einem Jahr verfolgt. Zuvor habe sie den Rechtsstatus eines eingetragenen Vereins gehabt.

In Niedersachsen haben auch die Jüdischen Gemeinden Hannover, Osnabrück und Braunschweig sowie die Liberale Jüdische Gemeinde Hannover Körperschaftsrechte.

Die Vorkriegsgemeinde habe bis 1938 Körperschaftsrechte gehabt, sagte Schlesinger. Die Nationalsozialisten hätten der Gemeinde diesen Status entzogen.

NEUGRÜNDUNG Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrten rund 40 Juden in das Oldenburger Land zurück und gründeten 1945 ihre Gemeinde neu. 1960 löste sich die Gemeinde auf und wurde 1992 erneut gegründet.

In Niedersachsen haben auch die Jüdischen Gemeinden Hannover, Osnabrück und Braunschweig sowie die Liberale Jüdische Gemeinde Hannover Körperschaftsrechte. Alle weiteren jüdischen Gemeinden im Land sind rechtlich als eingetragene Vereine organisiert.

Die christlichen Kirchen und viele andere Glaubensgemeinschaften sind in Deutschland Körperschaften des öffentlichen Rechts. Sie dürfen ihre innere Organisation nach eigenen Grundsätzen regeln und Steuern von ihren Mitgliedern erheben.  dpa/ja

Saarland

Saarbrücken: Jubiläum ohne Feier

Vor 70 Jahren wurde die zweite neu gebaute Synagoge in Deutschland eröffnet

von Heide Sobotka  15.01.2021

Justiz

Zweieinhalb Jahre später: Anklage nach Angriff auf jüdischen Wirt in Chemnitz

Dem Rechtsextremisten werden gefährliche Körperverletzung und schwerer Landfriedensbruch vorgeworfen

 14.01.2021

Düsseldorf

Tatverdächtiger des Wehrhahn-Anschlags freigesprochen

Im Jahr 2000 wurde ein Anschlag auf jüdische Sprachschüler verübt. Wer die Verantwortung trägt, ist bis heute unklar

von Anja Semmelroch  14.01.2021

Interview

»Ziel muss sein, dass Vorurteile über Juden verschwinden«

Josef Schuster über das Festjahr »1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland« und die Herausforderungen für die jüdische Gemeinschaft

von Gabriele Höfling  14.01.2021

Schule

Vor Ort oder digital?

Der neuerliche Lockdown schränkt den Präsenzunterricht stark ein – Konzepte in jüdischen Einrichtungen

von Eugen El  14.01.2021

Keren Hayesod

Die Rothschilds

Rabbiner Shlomo Raskin erzählt vom Leben und Erbe der Frankfurter Bankiersfamilie

von Jérôme Lombard  14.01.2021

Düsseldorf

Rede und Gegenrede

Im Golda Debattierclub kann man Argumentieren lernen – auch gegen Diskriminierung

von Christine Schmitt  14.01.2021

Impfen

»Wir werden noch viele Monate Maske tragen«

Leo Latasch, Frankfurter Vorstandsmitglied und Facharzt für Anästhesie, beantwortet Fragen rund um Corona und Vakzine

von Eugen El  14.01.2021

Lörrach

Gefeiert wird später

Die Gemeinde wurde vor 350 Jahren erstmals urkundlich erwähnt

von Peter Bollag  14.01.2021