Redezeit

»Ein rauschendes Fest«

Sacha Stawski Foto: privat

Herr Stawski, am 8. Mai wirbt der Israeltag deutschlandweit für mehr Sympathie für den jüdischen Staat. Wie notwendig ist das?
Dringender denn je. Die Wahrnehmung Israels in Deutschland ist besorgniserregend. Zwar setzt sich die politische Klasse engagiert für die Sicherheit Israels ein. Ganz anders dagegen die Meinung der normalen Bevölkerung: Bei ihr nehmen Vorurteile und Ressentiments stetig zu. Und von propalästinensischer Seite wird jeden Tag aufs Neue eine enorme Propagandamaschinerie in Gang gesetzt. Insofern ist der Bedarf nach einem positiven Kontrapunkt, der das wahre Israelbild vermittelt, nach wie vor sehr groß.

Mit wie vielen Teilnehmern rechnen Sie in diesem Jahr?
Das ist bei mehr als 60 teilnehmenden Städten zwischen Konstanz und Flensburg schwer zu sagen. Von der – bei Gründung des Israelstags angepeilten einer Million Teilnehmer – sind wir wohl noch etwas entfernt. Aber es werden jedes Jahr zunehmend mehr. In den großen Städten wie Frankfurt, Düsseldorf und München werden sicherlich wieder mehrere Zentausende interessierte Menschen teilnehmen und so in einer positiven Art und Weise mit Israel in Berührung kommen.

Was erwartet die Besucher des Israeltags?
Das jeweilige Programm variiert von Stadt zu Stadt. In den größeren Städten werden fast überall israelische Bands spielen. In Frankfurt am Main zum Beispiel treten eine Klezmerband, eine Capoeira-Tanzgruppe und Jazzmusiker auf. Zudem wird natürlich auch wieder viel Informationsmaterial über Israel angeboten. Kinder können sich in der Hüpfburg austoben, und es gibt sowohl Falafel- und Kebabstände als auch israelische Weine und Biersorten. An politischer Prominenz wird es nicht mangeln: Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier und Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann werden Grußworte sprechen.

Welche Botschaft geht von der Veranstaltung aus?
Der Israeltag ist ein rauschendes Fest für den jüdischen Staat. Wir wollen den Israelis signalisieren, dass Deutschland an sie denkt und an ihrer Seite steht. Nach innen wollen wir den Deutschen Israel näherbringen. Der 8. Mai soll in einem fröhlichen Umfeld die Gelegenheit bieten, ein positives Israelbild zu vermitteln, das so normalerweise fast nie gezeigt wird.

Welche Menschen engagieren sich beim Israeltag?
Es sind vor allem Leute, denen Israel am Herzen liegt. Meiner Erfahrung nach haben sie das Gefühl, dass Israel in Deutschland stark missverstanden wird. Sie wollen deshalb dazu beitragen, ein authetischeres Bild zu vermitteln. Die Initiatoren sind oft jüdische Gemeinden, christliche Organisationen, ganz häufig aber auch Privatpersonen.

Haben Sie den Eindruck, dass der Israeltag dazu beiträgt, Ressentiments gegen Israel abzubauen?
Absolut. Ich habe in den vergangenen zehn Jahren nur vereinzelt ablehnende Reaktionen mitbekommen. In aller Regel zeigen die Besucher großes Interesse und lassen sich von der guten Atmosphäre, der israelischen Musik und den mediterranen Speisen begeistern. Insofern würde ich schon auch sagen, dass wir – trotz des in der Gesellschaft nicht eben positiven Israelbildes – einiges erreicht haben.

Bei mehr als 60 Städten eine schwierige Frage: Wo werden Sie am 8. Mai feiern?
Ich werde am morgigen Dienstag in Frankfurt am Main sein und dort den Israeltag begehen. Aus organisatorischen Gründen wurde hier die Feier in diesem Jahr um einen Tag vorgezogen. In manchen Städten wird der Tag sogar erst am 10. Mai stattfinden. Am 8. Mai selbst werde ich dann in München zu Gast sein – doppelt hält besser.

Das Gespräch mit dem Vorsitzenden des Vereins »ILI – I Like Israel« führte Philipp Peyman Engel.

Eine Übersicht über die Teilnehmerstädte findet sich hier: www.i-like-israel.de

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