Nachruf

Ein echter Papenburger

Wilhelm Polak sel. A. (1925–2015) Foto: privat

Er war der einzige Schoa-Überlebende, der nach Papenburg zurückkehrte: Wilhelm Polak. Jetzt starb der Vater des jüdischen Comedian Oliver Polak kurz vor seinem 90. Geburtstag. Viele sahen in ihm den »Papenburger mit Leib und Seele«.

Denn trotz Verfolgung und Ausgrenzung, die sein Vater als Viehhändler und Schlächter in Papenburg zu ertragen hatte, trotz der Deportation ins Ghetto Riga und der Internierung im KZ Burggraben bei Danzig, wo ihn russische Soldaten befreiten, kehrte Wilhelm Polak nach Papenburg zurück. Seiner Schwester, die ebenfalls überlebt hatte, konnte er nicht in die USA folgen, da er wegen seiner Lungenkrankheit keine Einreisegenehmigung bekam.

Bauchladen Polak schlug sich mit einem Bauchladen durch, indem er mit dem Rad über Land fuhr und Stoffreste verkaufte. 1954 konnte er im ehemals elterlichen Betrieb sein eigenes Geschäft eröffnen. »Für Papenburg ist das Leben von Wilhelm Polak ein Zeichen dafür, dass selbst nach den Verheerungen und Gräueltaten des Nationalsozialismus ein Neuanfang in unserer Stadt möglich war«, würdigte Bürgermeister Jan Peter Bechtluft (CDU) ihn.

Seine Erlebnisse während der Schoa, die ihn nie losließen, veröffentlichte Wilhelm Polak in dem Buch Erinnerungen an eine unfreiwillige »Reise« – und zurück. Mit seiner Schwester Ilse in New York telefonierte er täglich. ja

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