Dialog

Diskriminierung auf dem Fußballplatz

Moderatorin Gabriela Hermer mit Leonard Kaminski und Beyza Genc (v.l.) bei der Diskussion am Dienstagabend in Berlin Foto: Piero Chiussi

Sport verbindet – andererseits sind Pöbeleien, Anfeindungen und Diskriminierungen vor allem auf den Zuschauerrängen in Fußballstadien gang und gäbe. Grund für »Schalom Aleikum«, das jüdisch-muslimische Dialogprojekt des Zentralrats der Juden in Deutschland, sich beim jüngsten Treffen in Berlin mit Rassismus-Erfahrungen im Sport zu beschäftigen.

Bereits das zweite Spiel seiner 3. Herrenmannschaft habe abgebrochen werden müssen, berichtet Kaminski.

Beyza Genc hat erlebt, dass schwarze Spieler beim Basketball von gegnerischen Fans, Eltern und Trainern beleidigt wurden.

Zentralratsvizepräsident Mark Dainow begrüßte den jüdischen Fußballspieler und Gründer der 3. Herrenmannschaft, Leonard Kaminski, und die Muslima und Basketballspielerin Beyza Genc zum gemeinsamen Austausch.

Sie persönlich habe Diskriminierung nicht erfahren, schließe es aber nicht für den Fall aus, dass sie als Muslima erkennbar werde und ein Kopftuch trage, sagt Beyza Genc. Sie habe jedoch erlebt, dass schwarze Spieler von gegnerischen Fans, Eltern, Trainern beleidigt worden seien.

REAKTION Wie kann man solchem Rassismus begegnen, fragt die Moderatorin Gabriela Hermer: Lachen und weitergehen, sagt Genc. »Man zeigt damit, dass es einen nicht interessiert.« Dem schließt sich auch Leonard Kaminski an. Er warnt davor, antisemitistische und rassistische Schmähungen einseitig Muslimen vorzuwerfen.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Die Trennlinie solle nicht zwischen Muslimen und Juden, Deutschen mit und ohne Migrationshintergrund verlaufen, »sondern zwischen denen, die Dialog und Verständigung wollen, und denjenigen, die die demokratischen Werte unseres Landes nicht teilen«, sagt Kaminski. ja

Lesen Sie mehr in der Ausgabe am Donnerstag.

»Koscher-Licious«

Mazze, Challe, Wodka

Viele Besucher und noch mehr gute Laune gab es beim Streetfoodfestival auf dem Pears-Campus von Chabad in Berlin. Bereits zum fünften Mal probierten sich Gäste durch das Angebot

von Alicia Rust  29.03.2026

Meinung

Das Gedenken schützen

Ein linksextremes Bündnis plant zum Jahrestag der Befreiung Buchenwalds eine antisemitische Kundgebung. Thüringens Juden wehren sich gegen die Provokation

von Reinhard Schramm, Marek Sierka  29.03.2026

Porträt der Woche

Für alt und jung

Judit Marach hat in einem Seniorenheim gearbeitet – heute ist sie Schulsekretärin

von Gerhard Haase-Hindenberg  29.03.2026

Frankfurt

Wieder zusammen

Fast neun Jahrzehnte nach dem Novemberpogrom 1938 wird der Silberschmuck einer Torarolle erstmals als Einheit präsentiert

von Eugen El  29.03.2026

Ilja Richter

Zu Hause zwischen den Stühlen

Der Schauspieler stellte sein neues Buch vor und verzauberte das Publikum mit Gesang, Rezitationen – und sogar als Bauchredner

von Nora Niemann  29.03.2026

Oldenburg

»Es ist gesund, wenn nicht alles von nur einem Rabbiner abhängt«

Seit einem Jahr amtieren Netanel Olhoeft und Levi Israel Ufferfilge in der Gemeinde. Nun wurden sie auch offiziell eingeführt. Wie funktioniert die rabbinische »Doppelspitze«?

von Mascha Malburg  28.03.2026

Jüdischer Wahlkämpfer

»Wer nicht kämpft, hat schon verloren«

David Rosenberg über den Wahlkampf in Rheinland-Pfalz, die Niederlage seiner Partei und warum er sich gerade als junger Jude weiter politisch engagieren will

von Mascha Malburg  27.03.2026

Kommentar

Lieber Meron Mendel, das ist keine Politik mit Kettensäge. Das nennt man Demokratie!

Öffentliche Mittel sind an Wirkung gebunden. Maßnahmen müssen überprüfbare Ergebnisse erzielen. Bleibt diese Wirkung aus, endet ihre Legitimation

von Stefan Hensel  27.03.2026

Beziehung

Von Menschen und Wölfen

Laura Goldfarb ist vieles: Therapeutin, Schauspielerin – und Autorin. Mit ihrem Mann hat sie einen Paar-Ratgeber geschrieben, der anders ist als andere. Zu Besuch im Prenzlauer Berg

von Bettina Piper  26.03.2026