Thüringen

Die Gothaer Synagoge wird wieder sichtbar

Einst eine Sehenswürdigkeit: die Gothaer Synagoge Foto: imago images/Arkivi

Thüringen

Die Gothaer Synagoge wird wieder sichtbar

Eine Video-Sound-Installation soll ab 27. Oktober an das 1938 zerstörte Gotteshaus erinnern

 25.10.2021 17:38 Uhr

Die Video-Sound-Installation »Die Gothaer Synagoge lebt« will ab Mittwoch das 1938 zerstörte jüdische Gotteshaus in den Abendstunden bis zum Sonntag wieder sichtbar machen. Die Fassadenprojektion sei ein Höhepunkt der aktuell laufenden Thüringer Tage der jüdisch-israelischen Kultur, teilte die Stiftung Schloss Friedenstein am Montag in Gotha mit. Die ursprünglich bereits im Mai vorgesehene Realisierung der Installation habe wegen der pandemischen Bedingungen verschoben werden müssen

An der »urbanen Intervention« hätten Jugendliche und ganze Schulklassen ebenso mitgewirkt wie der Vorsitzende der Jüdischen Landesgemeinde, Reinhard Schramm, sagte Projektleiter Christoph Mauny. Das moderne partizipative und ästhetische Format diene auch dem Versuch, aus einer eher ritualisierten Form des Gedenkens auszubrechen. Eine lebendige Erinnerungskultur wolle »die Toten wecken und das Zerschlagene zusammenfügen«, erklärte er.

SEHENSWÜRDIGKEIT Anfang des 20. Jahrhunderts habe die Gothaer Synagoge zum stolzen Teil der Residenzstadt gehört und sei als Sehenswürdigkeit sogar beworben worden, erläuterte eine Stiftungssprecherin. Bei der Einweihung am 11. Mai 1904 seien nicht nur der Staatsminister des Herzogtums und der Oberbürgermeister, sondern auch die Vorsteher beider christlichen Kirchen zugegen gewesen.

Nach einem halben Jahrhundert des Vergessens erinnerte laut Stiftung erst ab 1988 ein Denkmal an die Zerstörung der Gothaer Synagoge. Nach dessen vorübergehender Entfernung sei es seit Ende 2020 in neuer Gestaltung als Gedenkort Teil des Shoppingcenters »Altstadtforum«. epd

Jewrovision

»Wir eröffnen die ganze Sache …«

Unsere Autorin war bei den Proben des »Juze Emet Nürnberg. Am Echad Bayern« dabei. Nur über den Auftritt darf sie noch nichts verraten

von Katrin Diehl  11.05.2026

Porträt der Woche

Berlinerin mit Klartext

Lala Süsskind ist wie die Jüdische Allgemeine Jahrgang 1946. Sie war Gemeindechefin, WIZO-Präsidentin – und engagiert sich weiterhin

von Christine Schmitt  11.05.2026

Zentrum

Jüdische Präsenz

Mit der neuen Hauptsynagoge »Ohel Jakob« ist die jüdische Gemeinde ins Herz der Stadt zurückgekehrt

von Luis Gruhler  11.05.2026

Berlin

Jüdische Gemeinde übt massive Kritik an Antisemitismus-Papier der Linken

Der Gemeinde-Vorsitzende Gideon Joffe bezeichnet das Konzept der Partei als »feige« und spricht von einem »Feigenblatt«

 11.05.2026

Berlin

Gedenken zum ersten Todestag von Margot Friedländer

Zum ersten Todestag von Margot Friedländer gibt es auf dem jüdischen Friedhof eine Gedenkveranstaltung. Berlins Regierender Bürgermeister findet emotionale Worte zum Jahrestag

 10.05.2026

Medien

Kristin Helberg, der Hass auf Israel und der urdeutsche Wunsch nach Entlastung

Ein Kommentar von Jan Fleischhauer

von Jan Fleischhauer  10.05.2026

Gedenken

»Beklemmende Aktualität«

Charlotte Knobloch und Josef Schuster sprachen zum 81. Jahrestag der Befreiung des KZ Dachau

von Vivian Rosen  10.05.2026

Meinung

»Boykottlisten« gegen »Zionisten«? Die 30er-Jahre lassen grüßen

Streit um eine Palästina-Halskette: Was wirklich im Berliner Café »The Barn« passierte, was das Café »Acid« damit zu tun hat und welche Rolle die Lokalpresse spielt

von Ayala Goldmann  08.05.2026

Andenken

Vier Schulen und mehrere Plätze nach Margot Friedländer benannt

Vor einem Jahr - am 9. Mai - starb die Holocaust-Überlebende Margot Friedländer mit 103 Jahren. Für viele war sie ein Vorbild. Inzwischen tragen immer mehr Schulen, Straßen und Plätze ihren Namen. Eine Übersicht

von Karin Wollschläger  08.05.2026