Bayern

Blau-weiße Partner

Georg Enzweiler, Charlotte Knobloch, Tzipi Hotovely, Beate Merk, Klaus Steiner und Steven Schmerz (v.l.)

Erst sendete der Münchner Stadtrat mit seinem »BDS-Beschluss« ein starkes Signal gegen Antisemitismus – und nur wenige Tage später unterstrich Bayern seine ohnehin enge Freundschaft zum Staat Israel auf besondere Weise. Europaministerin Beate Merk war es vorbehalten, in der vergangenen Woche ein offizielles Büro des Freistaats in Tel Aviv zu eröffnen. Das hat sonst kein anderes Bundesland.

Bis das Büro für Wirtschaft, Wissenschaft, Technologie, Bildung und Jugendaustausch vollständig organisiert und vernetzt ist und seinen Betrieb richtig aufnehmen kann, dauert es noch etwas. Der geplante Beginn der eigentlichen Arbeit ist für den 1. März vorgesehen, Steven Schmerz soll das Büro in der Innenstadt von Tel Aviv leiten.

Start-up Die Absichten und Zielsetzungen, die mit der bayerischen Vertretung verbunden sind, machte Beate Merk bei der Eröffnung deutlich. »Heute geben wir einen starken neuen Impuls für die engen und freundschaftlichen Beziehungen zwischen Bayern und Israel. Unser Büro soll die gesamte Breite der bayerisch-israelischen Beziehungen widerspiegeln. So stellen wir uns für die Zukunft auf. Israel hat sich zu einem der dynamischsten Standorte für Start-ups entwickelt und ist für Bayern ein hoch attraktiver Partner«, erklärte sie.

Nach Angaben der Staatskanzlei gibt es bereits jetzt 17 Kooperationen zwischen bayerischen und israelischen Hochschulen und eine intensive Bildungszusammenarbeit. Für die Zukunft sind weitere Projekte wie etwa ein Doktorandenprogramm zwischen der Technischen Universität München und israelischen Partneruniversitäten, ein Praktikum für israelische Studenten in bayerischen Unternehmen und ein Israel-Desk bei der Bayerischen Forschungsallianz geplant. Neben der Wissenschaftskooperation wird auch die Wirtschaftszusammenarbeit im neuen Büro verortet sein.

Freundschaft Erfreut über die Initiative Bayerns zeigte sich auch Charlotte Knobloch, die an der Eröffnungsfeier in Tel Aviv teilnahm, um die Bedeutung des neuen Büros zu unterstreichen. Sie wies darauf hin, dass Bayern und Israel seit vielen Jahren freundschaftlich verbunden sind – zum einen durch die gemeinsamen Lehren aus der Vergangenheit, vor allem aber durch die Basis gemeinsamer Werte und Ziele in der Gegenwart.

»Ich bin mir sicher«, erklärte Knobloch, »dass von der Freundschaft und der engen vertrauensvollen Zusammenarbeit beide Länder und Völker profitieren.«

München

Judenfeindliche Demo abgesagt

Rechtspopulistische »Pegida« wollte direkt vor Synagoge und zu Schabbatbeginn gegen Beschneidung demonstrieren

 24.01.2020

München

Gefährdung, Präsenz, Porträt

Meldungen aus der IKG

 23.01.2020

Dokumentation

Eine rote Linie überschritten

Die Jüdischen Filmtage am Jakobsplatz eröffneten mit »The Invisible Line« von Emanuel Rotstein

von Helmut Reister  23.01.2020

Auschwitz

Retter und Gerettete

Ruth Melcer erlebte die Befreiung des KZs vor 75 Jahren. David Dushman steuerte einen der Panzer der Roten Armee – beide sind heute Mitglied der IKG

von Helmut Reister  23.01.2020

Landsberg

Leben in der Betonröhre

Ein Schoa-Überlebender besucht den Ort, an dem er einst Zwangsarbeit leistete

von Thomas Muggenthaler  23.01.2020

Jubiläum

Ein Festjahr

2021 soll die lange Tradition jüdischen Lebens gefeiert werden

von Jérôme Lombard  23.01.2020

Jewrovision

Vorbereiten auf die große Show

Am ersten März-Wochenende steigt die Party in Berlin, bis dahin muss alles sitzen

von Christine Schmitt  23.01.2020

Marburg

Bauherr der Gemeinde

Er reaktivierte jüdisches Leben und plante eine Synagoge – am 23. Januar wird Amnon Orbach 90 Jahre alt

von Adonia Moscovici  23.01.2020

Kompakt

Wahl

Meldungen aus den Gemeinden

 23.01.2020