Abiturienten

Auf in die Welt

Die Zukunft der jüdischen Gemeinschaft in Deutschland hängt ganz entscheidend davon ab, inwieweit es gelingt, das jüdische Leben zu verwurzeln, betonte Präsidentin Charlotte Knobloch bei der Verabschiedung der Abiturienten, die in diesem Schuljahr im Abitur das Fach Religionslehre als einen ihrer Schwerpunkte gewählt hatten. Wichtig seien dazu »junge Menschen, die offen und selbstbewusst, selbstverständlich und angstfrei ihre jüdische Identität aus- und erleben können«. Ihr Dank galt deshalb in erster Linie den Absolventen.

Themen Vier von ihnen hatten ihre Facharbeit im Leistungskurs geschrieben: Simone Brenner hatte sich mit der Thematik der Organspenden auseinandergesetzt. Philip Lask war dem Stellenwert des Sport im Judentum am Beispiel und der Entwicklung des Sportvereins Maccabi nachgegangen. Dave Rajber hatte sich mit dem Wiedergutmachungsabkommen zwischen Israel und Deutschland unter Adenauer und Ben Gurion auseinandergesetzt. Sherry Weinberger schließlich hatte ihre Facharbeit über Birkat Kohanim und die moderne Genforschung geschrieben. Religion im Grundkurs belegt hatten Jonah Blumenthal, Anna Boikina, Aline Grüngras, Viktor Goldberg, Larissa Kary, Helena Rakovski und Sandra Schenavsky. Zwei von ihnen hatten für ihre Facharbeiten ebenfalls jüdische Themen gewählt: Sandra Schenavsky schrieb ihre Arbeit im Leistungskurs Englisch über die Kindertransporte nach Großbritannien nach dem 9. November 1938. Viktor Goldberg hatte als Leistungskurs Geschichte gewählt und sich mit der Situation der jüdischen Gemeinde München in der Nazizeit beschäftigt.

Zukunft Charlotte Knobloch gratulierte den Abiturienten, vor deren Leistung sie großen Respekt habe. Sie wünschte ihnen für die Zukunft alles Gute: Sie sollten die Chancen nutzen, die ihnen die Zukunft biete. Ihr Dank galt auch den Lehrerinnen Chani Diskin und Michaela Rychla, dem engagierten Leiter des religiösen Erziehungswesens Marcus Schroll sowie den anwesenden Schulleitern verschiedener Münchner Gymnasien und des Kultusministeriums. Marcus Schroll wandte sich an die Abiturienten, in deren Hand es nun liege, das Gelernte in die Tat umzusetzen: »Ihr seid die Zukunft unserer jüdischen Gemeinschaft, unserer Münchner Gemeinde. Wenn sich auch jetzt eure Wege trennen und einige von euch zum Studium ins Ausland gehen, und sich möglicherweise dort eine Zukunft aufbauen werden, so begleitet euch meine große Bitte an euch: Helft jüdisches Leben mit eurem erworbenen Wissen an dem Ort zu intensivieren, an dem ihr euch gerade befindet – sei es hier in München, sei es in Kiew, Tel Aviv, Jerusalem, London oder New York! Bereichert eure Umgebung auch mit dem von euch erworbenen jüdischen Wissen!« Für ihre Zukunft wünschte auch er ihnen »von Herzen alles erdenkliche Gute, viel Erfolg – hazlacha ubracha!«

Träume Schrolls Dank für das hohe Niveau des jüdischen Religionsunterrichts galt neben vielen weiteren Anwesenden besonders dem Direktor des Luitpold-Gymnasiums Helmut Kirmaier, der mit dem Ende dieses Schuljahres in den Ruhestand geht: Er hatte, so Schroll, »für die Belange des jüdischen Religionsunterrichtes immer ein offenes Ohr, die Tür zu seinem Büro war immer weit geöffnet und stets stand er uns sehr wohlwollend mit konstruktivem Rat und unmittelbar darauffolgender Tat zur Verfügung.« Auch Präsidentin Knobloch dankte dem engagierten Schulleiter und überreichte ihm ein Abschiedspräsent im Namen des Vorstands der IKG. Sie unterstrich sein Engagement für den Religionsunterricht auch der jüdischen Schüler. Zu Josef Fellermayr vom Kultusministerium gewandt äußerte sie darüber hinaus den Wunsch nach einem eigenen jüdischen Gymnasium. Kirmaier gratulierete den Absolventen, die sich in ihrer Gymnasialzeit eine breitgefächerte Grundlage für ein Studium und für ihren späteren Beruf erworben hätten. Er wünschte ihnen, »dass Sie möglichst viel erreichen und sich mancher Ihrer Träume erfüllen möge«. Mit Abschiedsworten von Rabbiner Steven Langnas und einem Get-together ging die Feierstunde zu Ende.

Berlin

Gedenken zum ersten Todestag von Margot Friedländer

Zum ersten Todestag von Margot Friedländer gibt es auf dem jüdischen Friedhof eine Gedenkveranstaltung. Berlins Regierender Bürgermeister findet emotionale Worte zum Jahrestag

 10.05.2026

Medien

Kristin Helberg, der Hass auf Israel und der urdeutsche Wunsch nach Entlastung

Ein Kommentar von Jan Fleischhauer

von Jan Fleischhauer  10.05.2026

Gedenken

»Beklemmende Aktualität«

Charlotte Knobloch und Josef Schuster sprachen zum 81. Jahrestag der Befreiung des KZ Dachau

von Vivian Rosen  10.05.2026

Meinung

»Boykottlisten« gegen »Zionisten«? Die 30er-Jahre lassen grüßen

Streit um eine Palästina-Halskette: Was wirklich im Berliner Café »The Barn« passierte, was das Café »Acid« damit zu tun hat und welche Rolle die Lokalpresse spielt

von Ayala Goldmann  08.05.2026

Andenken

Vier Schulen und mehrere Plätze nach Margot Friedländer benannt

Vor einem Jahr - am 9. Mai - starb die Holocaust-Überlebende Margot Friedländer mit 103 Jahren. Für viele war sie ein Vorbild. Inzwischen tragen immer mehr Schulen, Straßen und Plätze ihren Namen. Eine Übersicht

von Karin Wollschläger  08.05.2026

Meinung

LMU München: Ein Abschiedsbrief an meine geliebte Alma Mater

Ein Liebesbrief aus Enttäuschung an eine Universität, die sich selbst zu verlieren droht

von Guy Katz  08.05.2026

Redaktion

Die Menschen hinter der Jüdischen Allgemeinen

Wer textet und redigiert, gestaltet, illustriert und organisiert heute die Jüdische Allgemeine? 18 Menschen, neun Ressorts – wir stellen uns vor

 07.05.2026

Andenken

Berlin hat jetzt einen Margot-Friedländer-Platz

Bei der Einweihungszeremonie sagt Cornelia Seibeld (CDU), die Präsidentin des Abgeordnetenhauses, die »Herzkammer der Demokratie« habe nun eine neue Adresse

 07.05.2026

Deutschland

»Die Jüdische Allgemeine gehört einfach dazu«

Seit drei Generationen ist die Jüdische Allgemeine ein Kompass für die jüdische Welt. Prominente Leserinnen und Leser erzählen, warum ihnen die Zeitung wichtig ist

 07.05.2026