Sachsen

Archäologen entdecken alte Mikwe in Chemnitzer Keller

Mitarbeiter der Stadt begutachten den unerwarteten Fund. Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild

Bei archäologischen Ausgrabungen in Chemnitz sind die Überreste einer Mikwe entdeckt worden. Gefunden wurde das alte rituelle Tauchbad nach Angaben des sächsischen Landesamtes für Archäologie vom Mittwoch zwischen den Fundamenten eines Kellers am Rand der Chemnitzer Innenstadt.

Entdeckt wurde demnach zunächst eine rundgemauerte Struktur, ähnlich einem Brunnen. Schritt für Schritt legten die Archäologen dann unmittelbar daneben ein rechteckiges, noch immer mit Grundwasser gefülltes Becken frei, das über einen schrägen Abgang mit zwei Treppenstufen zu erreichen war. Die Datierung der Chemnitzer Mikwe werde derzeit noch erforscht.

Sie selbst liefere kaum Anhaltspunkte für ihr Alter, aber sie werde von anderen Mauern überlagert und sei somit älter als diese. Aufklärung erhoffen sich die Wissenschaftler von unleserlichen Münzen, die in der verfüllten Anlage gefunden wurden.

Unabhängig vom Alter spricht das Landesamt von einem archäologischen Befund von großer überregionaler Bedeutung. Die Chemnitzer Mikwe sei eines der wenigen älteren baulichen Zeugnisse der jüdischen Kultur in Sachsen. Nur im ostsächsischen Görlitz wurde bislang eine vergleichbare Anlage in einem mittelalterlichen Keller entdeckt.

»Sie zeigt, dass jüdisches Leben und jüdische Kultur bereits vor Jahrhunderten Teil der sächsischen Gesellschaft war«, erklärte die sächsische Kulturministerin Barbara Klepsch (CDU): »Ich hoffe, dass wir dieses besondere Denkmal erhalten können.«

Das Areal, in dem die Chemnitzer Mikwe liegt, soll mit einem Wohn- und Geschäftshaus überbaut werden. Gespräche mit dem Investor liefen, hieß es. epd

Frankfurt

Ein Abend – trotz allem

Im Philanthropin sprachen die Schoa-Überlebende Eva Szepesi und Ella Shani, eine Überlebende des 7. Oktober, über Zeitzeugen, Schüler und Erinnerungen

von Raquel Erdtmann  12.02.2026

Karneval

Ganz schön jeck

Die Düsseldorfer Gemeinde lud zum traditionellen Prinzenpaarempfang. Sie will damit ein Zeichen für den gesellschaftlichen Zusammenhalt setzen

von Jan Popp-Sewing  12.02.2026

Erfurt

Jüdische Kulturtage mit mehr Sichtbarkeit in Israel

Dank eines gewachsenen Netzwerks erwarten die Organisatoren von Thüringens größtem jüdischen Festival zahlreiche Künstler aus Israel

 12.02.2026

Kultur

Ensemble, Schmäh und Chalamet: Termine und TV-Tipps

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 12. Februar bis zum 18. Februar

 11.02.2026

Erinnerung

Verantwortung lebt weiter

In Dachau fand kurz vor dem Internationalen Holocaust-Gedenktag erstmals ein »March of the Living« statt

von Esther Martel  09.02.2026

Lerntool

Timothée Chalamet, Batmizwa und eine Davidstern-Kette

»Sich be-kennen«: Der Zentralrat der Juden bietet einen interaktiven Onlinekurs über die Vielfalt des Judentums für Schulen und interessierte Gruppen an

von Helmut Kuhn  09.02.2026

Berlin-Neukölln

Kritik am Kandidaten

Ahmed Abed sorgte jüngst für einen Eklat, als er einen israelischen Gast als »Völkermörder« beschimpfte. Doch bei der Linkspartei steht der Politiker mit palästinensischen Wurzeln hoch im Kurs

von Imanuel Marcus  09.02.2026

Restitution

Uni Frankfurt übergibt erstmals NS-Raubgut an Jüdische Gemeinde

Seit gut fünf Jahren durchforstet die Universitätsbibliothek in Frankfurt ihre Bestände systematisch nach Raubgut aus der NS-Zeit. Das Projekt trägt nun Früchte - und ist noch lange nicht abgeschlossen

 09.02.2026

Berlin

Lesen, Lernen, Spaß

Der Saftblatt-Baum stand im Mittelpunkt der Erzählstunde des Projekts PJ Library

von Naomi Gronenberg  08.02.2026