Sachsen

Archäologen entdecken alte Mikwe in Chemnitzer Keller

Mitarbeiter der Stadt begutachten den unerwarteten Fund. Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild

Bei archäologischen Ausgrabungen in Chemnitz sind die Überreste einer Mikwe entdeckt worden. Gefunden wurde das alte rituelle Tauchbad nach Angaben des sächsischen Landesamtes für Archäologie vom Mittwoch zwischen den Fundamenten eines Kellers am Rand der Chemnitzer Innenstadt.

Entdeckt wurde demnach zunächst eine rundgemauerte Struktur, ähnlich einem Brunnen. Schritt für Schritt legten die Archäologen dann unmittelbar daneben ein rechteckiges, noch immer mit Grundwasser gefülltes Becken frei, das über einen schrägen Abgang mit zwei Treppenstufen zu erreichen war. Die Datierung der Chemnitzer Mikwe werde derzeit noch erforscht.

Sie selbst liefere kaum Anhaltspunkte für ihr Alter, aber sie werde von anderen Mauern überlagert und sei somit älter als diese. Aufklärung erhoffen sich die Wissenschaftler von unleserlichen Münzen, die in der verfüllten Anlage gefunden wurden.

Unabhängig vom Alter spricht das Landesamt von einem archäologischen Befund von großer überregionaler Bedeutung. Die Chemnitzer Mikwe sei eines der wenigen älteren baulichen Zeugnisse der jüdischen Kultur in Sachsen. Nur im ostsächsischen Görlitz wurde bislang eine vergleichbare Anlage in einem mittelalterlichen Keller entdeckt.

»Sie zeigt, dass jüdisches Leben und jüdische Kultur bereits vor Jahrhunderten Teil der sächsischen Gesellschaft war«, erklärte die sächsische Kulturministerin Barbara Klepsch (CDU): »Ich hoffe, dass wir dieses besondere Denkmal erhalten können.«

Das Areal, in dem die Chemnitzer Mikwe liegt, soll mit einem Wohn- und Geschäftshaus überbaut werden. Gespräche mit dem Investor liefen, hieß es. epd

Meinung

Wie Holger Friedrich und seine »Berliner Zeitung« Juden instrumentalisieren

Ob in der Debatte über den Umgang mit KI oder Kreml-Diktator Wladimir Putin: Der Verleger interessiert sich nur dann für Juden, wenn es seinen Interessen dient

von Matthias Meisner  19.06.2026

Essay

Zwischen Progressivität und Zerfaserung

Quo vadis, liberales Judentum? Ein Debattenbeitrag von Avitall Gerstetter

von Avitall Gerstetter  19.06.2026

Interview

»Ich kann daraus lernen«

Rabbiner Avigdor Moshe Nosikov hat eine ungewöhnliche Umfrage durchgeführt: Wie zufrieden sind die Mitglieder der Dortmunder Jüdischen Kultusgemeinde mit seiner Arbeit?

von Christine Schmitt  18.06.2026

Berlin

Kampflibellen am BER

Bei der gerade zu Ende gegangenen Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung in Schönefeld haben auch israelische Firmen die neueste Technik vorgestellt. Ein Besuch zwischen Kraftstofftanks und Drohnenabwehr

von Leon Stork  18.06.2026

Nordrhein-Westfalen

Landtag ehrt Sieger von »Shalom - Jüdisches Leben heute«

Mehr als 2200 junge Menschen haben mit mehr als 450 Beiträgen jüdisches Leben greifbarer gemacht

 17.06.2026

Berlin

Babka, Borschtsch und Pargiot

Zum fünften Jubiläum des Streetfood-Festivals locken 52 Stände, viele Acts und eine zusätzliche Kleinkunstbühne

von Helmut Kuhn  17.06.2026

Stuttgart

Eine Erfolgskomposition

Wie der Internationale Karl-Adler-Jugendmusikwettbewerb Werke jüdischer Komponisten lebendig hält

von Chris Meyer  17.06.2026

Frankfurt

Heimspiel für Makkabi

Nach Jahrzehnten ohne eigene Anlage eröffnet der jüdische Sportverein seinen neuen Campus

von Leon Stork  17.06.2026

Programm

Israel Day, Goldene Zwanziger und ein Kult-Hai: Tipps und Termine

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 18. Juni bis zum 25. Juni

 17.06.2026