Gemeinde

Alles auf Anfang?

Stimmzettel bei der Wiederholungswahl Foto: Mike Minehan

Die Wiederholungswahl vom 22. Januar zur 17. Repräsentantenversammlung (RV) der Jüdischen Gemeinde zu Berlin wird wegen »Unregelmäßigkeiten und Täuschungsmanöver« erneut angefochten. Beschwerdeführer sind Ilan Ben-Schalom und Sarah Singer von »Schalom – Bündnis der Vernunft«. Der Schiedsausschuss wird am 7. Februar im Gemeindehaus in der Fasanenstraße darüber entscheiden, ob die Anfechtung begründet ist und es zu Neuwahlen kommen muss.

Die Ergebnisse der Wahllokale seien ähnlich wie bei der ersten Abstimmung am 4. Dezember, sagt Sarah Singer. Erst als die Stimmen der Briefwahl dazugezählt wurden, kam es zu einem anderen Ergebnis. Die Liste »Koach!« mit Spitzenkandidat Gideon Joffe erreichte 14 von insgesamt 21 Sitzen. Damit könnte Joffe wieder Vorsitzender der Gemeinde werden. Dieses Amt hatte er bereits von November 2005 bis März 2008 inne.

Briefwahl Alle 14 Kandidaten von »Koach!« haben etwa 200 bis 400 Stimmen Übergewicht durch die Briefwahl. Beispielsweise hat Gideon Joffe insgesamt 717 Stimmen aus den Wahllokalen erhalten und 559 von den Mitgliedern, die per Briefwahl ihr Votum abgegeben haben. Sofia Feldmann-Can, ebenfalls von »Koach!«, erhielt 386 Stimmen aus den Wahllokalen und 476 per Briefwahl.

Bereits beim ersten Wahlgang am 4. Dezember war es zu Unregelmäßigkeiten gekommen. Dies hatte eine Wiederholung notwendig gemacht. »Nach der gültigen Wahlordnung müssen die Briefwahlunterlagen persönlich oder an ein eigens eingerichtetes Postfach gehen«, sagt Michael Joachim, Mitglied von »Schalom« und Vorsitzender des RV-Präsidiums.

Er und andere Kandidaten hätten beobachtet, dass Gemeindemitarbeiter die Unterlagen von Stimmberechtigten abgegeben haben. Ebenso hätten Mitglieder eines Bündnisses an der Urne noch versucht, die Stimmberechtigten zu beeinflussen. Auch das sei nach der Wahlordnung nicht rechtens.

Lala Süsskind, amtierende Gemeindevorsitzende, sagte: »Ich bin traurig, dass es wieder einen Grund für eine Anfechtung gibt.« Sie hoffe, dass es zu einer neuen Wahl kommt, »bei der sich alle an die demokratischen Grundregeln halten«. Falls die Anfechtung abgelehnt werden sollte, wäre der früheste Termin für eine konstituierende Sitzung der 29. Februar. Im Falle einer Wiederhohlungswahl müsste innerhalb von sechs Wochen wieder abgestimmt werden.

Neujahr

Mit Tatkraft und Ausdauer

Gerade in diesen Zeiten müssen wir als jüdische Gemeinschaft die Werte der Demokratie verteidigen. Denn auch wir tragen Verantwortung – mehr denn je

von Charlotte Knobloch  11.09.2026

Berlin

Bundespräsident Steinmeier: Müssen alles daran setzen, Antisemitismus zu bekämpfen

»Es ist beschämend und darf uns niemals ruhen lassen, wenn Jüdinnen und Juden in Deutschland Anfeindungen auf der Straße oder in Universitäten ausgesetzt sind« schreibt Frank-Walter Steinmeier

 11.09.2026

Imkerei

»Bienen muss man respektieren«

Wie bei vielen Juden steht bei den Gempels zu Rosch Haschana Honig auf dem Tisch. Doch bei ihnen kommt er aus dem eigenen Garten. Ein Ausflug nach Leipzig

von Mascha Malburg  11.09.2026

Festival

Geliebte, Gesang und Gender

Ein Blick auf das fulminante Programm der 39. Jüdischen Kulturtage Berlin mit mehr als 40 Veranstaltungen

von Helmut Kuhn  11.09.2026

Dresden

Zurück am Hasenberg

Nach dreieinhalb Jahren Bauzeit feiert die jüdische Gemeinde ihre Rückkehr in Synagoge und Gemeindezentrum

 11.09.2026

Mode

»Die Kippa gehört zum Outfit«

Jonathan Hirsch über edle Stoffe zu den Feiertagen, stilistische Entgleisungen und die jüdische Kopfbedeckung als Accessoire

von Mascha Malburg  10.09.2026

Pro & Contra

Sollen jüdische Kinder nur noch auf jüdische Schulen?

Zwei Meinungen zur Debatte

von Noga Hartmann, Marina Chernivsky  10.09.2026

Taglit

Emotionales Bootcamp mit Lior Raz

Israels Superstar kam kurz vor dem Start der fünften »Fauda«-Staffel nach Berlin, um sich für »Birthright« starkzumachen. Und für einen optimistischeren jüdischen Staat

von Sophie Albers Ben Chamo  10.09.2026

Rosch Haschana

Mehr Zeit, mehr Frieden, mehr Miteinander

Was wünschen sich Jüdinnen und Juden fürs neue Jahr? Wir haben uns umgehört

von Katrin Richter, Christine Schmitt  10.09.2026